1 Woche und 1 Tag

Endlich schaffe ich es auch mal wieder hier vorbei zu schauen. Und es gibt einiges zu berichten 😀

Der ET des Wutzes war der 14.2. Valentinstag. Bereits die Tage davor war ich absolut ungeduldig und hab trotz meines mir selbst gegebenen Versprechens, eben nicht alles mögliche auszuprobieren, alles mögliche probiert. Ich hab in der letzten Woche vorm ET angefangen mit dem Himbeertee. Ich trank Aprikosensaft. Ich badete so richtig richtig heiß – was aber auch nichts bringt wenn man dann nach höchstens 15 min wieder raus“springt“ weil eben doch zu heiß. Ich tanzte. Ich ging spazieren. Ich lief Treppen. Ich aß Milchreis mit Zimt und Zucker.
Trotz allem hatte ich nicht das Gefühl das es mir groß was bringt, denn es ging mir total gut. Seitdem sich der Bauch wirklich Hängebauchartig gesenkt hatte, war ich wieder relativ fit wie ein Turnschuh und daher ging ich diesmal fast sogar davon aus, dass der Bub noch vieeeeel länger drin bleiben mag.
Zwar war ich den Sonntag vor dem 14.2. in der Klinik, weil ich alle 3 Minuten Rückenschmerzen hatte- die natürlich keine richtigen Wehen waren, dafür aber eben regelmäßig kamen und auch in der Wanne nicht weg gingen. Aber das Ergebnis davon ernüchternd, Gebärmutterhals angeblich verstrichen, Muttermund zwar weich aber noch zu. Also wieder heim. Am Donnerstag den 11.2. hatte ich normale Vorsorge und auf dem CTG waren schon so 3-4 richtig gute Wehen zu sehen, die Ärztin holte mich aber schnell wieder runter und meinte das der Gebärmutterhals noch bei nem guten Zentimenter sei, Muttermund weiter weich, aber höchstens eine Fingerkuppe einlegbar. Laut ihrer „Diagnose“ kann es gut und gerne noch 2 Wochen dauern, da ich noch „extrem viel“ Fruchtwasser hab und die Plazenta sehr gut aussah. Ich war deprimiert.
Erst der Blick ins Heft bei der Erna damals gab mir wieder Hoffnung, denn damals war es 2 Tage vor der Geburt noch „schlechter“ um mich gestellt, der Gebärmutterhals war da noch bei 1,7 cm und alles war zu. Also konnte es eben ja doch schnell gehen.

Am 14.2. wachte ich morgens mit einem Gefühl auf. Ich sagte zum Namenslosen, heute passiert etwas. Ich war mir so sicher, am Montag nicht mehr daheim zu sein, dass ich direkt morgens Ernas Kitatasche soweit fertig machte- ihren Turnbeutel richtete und ihr die Sachen für den nächsten Tag hinlegte.
Wir gingen auch, trotz strömenden Dauerregen, mit Kind und Kegel zweimal spazieren. Aber wer die Laufschnelligkeit eines Kleinkindes, das die Welt entdeckt, kennt, weiß das wir nicht sonderlich schnell voran kamen. Dafür waren wir am Ende pitschnass. Ich ging nochmal heiß baden. Danach machte ich einen ausgiebigen Mittagsschlaf mit der Erna. Und danach passierte- rein gar nix. Komisch. Ich war mir doch SO sicher, dass ich es sogar bei Twitter morgens schrieb. Wie peinlich 😛
Abends watschelten wir noch zu den Schwiegereltern und mit ausdrücklicher Erlaubnis meiner Hebamme trank ich bei meinem Schwiegervater 0,1 ml Rotwein trocken.
Meine Schwiegermutter meinte noch, am Montag ab 8 Uhr dürfte es gerne so weit sein, vorher ist stressig. Ich winkte ab. Da passiert nix mehr.
Wir kamen wieder heim und um halb 8 abends gestand ich mir ein, da geht heute nix mehr. Und trank nochmal 0,1ml Rotwein lieblich.
Wir machten die Erna bettfertig und lagen mit ihr im Bett und ich war soooo müde und wollte gerade ebenfalls tief und fest einschlafen. Als es auf einmal in meinem Bauch so komisch wurde, ich dachte noch „wenn der Wutz so weiter macht dann passiert da was“ und eine Handbewegung unten später wurde es plötzlich SEHR nass unter mir. Schlagartig wurde ich wach und schrie „Scheiße Schatz“ . Womit beide (Erna war leider noch nicht eingeschlafen) wach wurden. „Die Fruchtblase ist geplatzt“. Der Namenslose , überhaupt nicht überzeugt, weil ich schon die ganze Schwangerschaft davon erzählte das diesmal die Fruchtblase platzen würde und sie bereits mehrmals „angerissen“ war in den letzten Wochen 😛 , stand auf und „kontrollierte“. Ja. Das Bett war klitschnass. Auf einmal schoss er wie von der Tarantel gestochen nach unten. Keine Ahnung wo er hin war. Erna rief nur „darf ich Akku gucken?“ (iPad) und ich lief aufs Klo um mir was drunter zu machen. Oh mein Gott ich laufe aus. Oh mein Gott mein schönes Bett 😛 Gut das ich so einen Matratzenschutz drunter hatte.
Da saß ich dann, auf dem Klo. 21 Uhr. Und wollte doch eigentlich nur schlafen. Und freute mich. Mein Gefühl hatte Recht behalten. Es geht los. Der Namenslose erschien dann mal wieder (er hatte seinen Papa angerufen damit er auf Erna aufpasst) und sollte mir eine frische Unterhose bringen. In seiner Aufregung (Gott er war so fertig mit den Nerven, total süß 😛 ) fand er die nicht. „Wo sollen die denn sein?“ „Na in der Schublade“ (wir haben im Kleiderschrank nur 3 Schubladen, eine für meine Unterwäsche, eine für seine Socken, eine für meine Socken, es dürfte eigentlich kein Problem sein…) „Welche Schublade? Hier gibts keine Schubladen!“ – Es war also doch ein Problem 😛
Nachdem wir auch das gelöst hatten, bezog er mein Bett neu (keine Ahnung warum!?) , während ich langsam runter watschelte um nur ja nicht weiter auszulaufen. Als dann auch endlich sein Papa kam, musste ich bestimmt noch 10 Minuten warten bis wir endlich endlich los konnten, weil er immer wieder raus kam, wieder rein rannte weil er noch was vergessen hatte, wieder raus kam. Als er dann mal im Auto saß, musste ich ihn wieder rein schicken, weil er die Kliniktasche vergessen hatte. Gott, noch NIE hab ich ihn so aufgeregt erlebt gehabt. Es war jetzt 21: 32 Uhr und ich bekam Wehen. Also so richtige Wehen. Und ja, mal wieder die Feststellung, man merkt wenn es richtige Wehen sind. Die Autofahrt war daher nicht so lustig. Zum einen hatte ich trotz Handtuchunterlage Angst um mein nagelneues Auto, zum anderen tat es bei jedem Schlagloch oder Gullideckel echt weh. Und anstatt das der Namenslose auf mein Bitten hin langsam fuhr, raste er wie ein bekloppter Richtung Klinik. Dieses Mal nahmen wir nicht den Hintereingang wie bei Erna, diesmal sollte er mich direkt zum Eingang fahren, weil ich wegen dem Auslaufen echt nicht viel laufen wollte. Er warf mich also vor dem Eingang raus, ich verlor einen üblen Schwall Fruchtwasser und war komplett durchnässt untenrum (sehr sehr peinlich) und er fuhr weiter!??? Anstatt das er einfach auf einen dieser Behindertenplätze kurz stehen blieb, bis ich im Kreißsaal war, suchte er da noch irgendwo einen Parkplatz!! Ich war leidlich angepisst. Und nass, erwähnte ich das schon? Endlich kam er, mal wieder ohne Tasche. Also wieder zurück. Dann fuhren wir noch vor lauter Aufregung in den falschen Stock 😛 Endlich kamen wir im Kreißsaal an. Komischerweise wurde ich dieses Mal gar nicht darauf getestet (wie sonst immer) ob es wirklich Fruchtwasser war (ja es war wirklich Fruchtwasser! Aber trotzdem!) . Ich bekam auch keinen Zugang gelegt. Bei Erna bekam ich ja direkt nach Eintreten im Kreißsaal eine Braunüle. Ich kam ans CTG und die Hebamme meinte, wenn es Wehen aufzeichnet darf ich bleiben, wenn nicht muss ich auf der Wochenstation auf Wehen warten. Das CTG schrieb bereits sehr schöne Wehen im 70er Bereich auf. Der Namenslose sah wenn die Zahl anstieg und sprang dann immer auf um mir Beiseite zu stehen und ich drückte ihn ganz feste die Hand und veratmete. Das ging eigentlich ganz gut, wenn ich rechtzeitig einatmete. Die Wehen kamen ziemlich schnell. Aber es war ok. Der Namenslose ging geschwind das Auto erneut umparken und ich veratmete so vor mich hin und fragte nach meiner Hebamme, die nämlich zufällig mit uns zusammen ihre Nachtschicht anfing 😛
Nicht so schön war: Der Kreißsaal war sehr voll und auch die Wochenbettstation. Kein Einzelzimmer und kein Familienbett für mich mehr frei. Also musste ich in ein Doppelzimmer…. da hatte ich noch Glück, war es doch das letzte freie. Danach nur noch 3-Bett….
Meine Hebamme warf uns nach dem CTG raus zum Zimmer beziehen und danach halbe Stunde bis Stunde spazieren gehen und wieder kommen, da Gebärmutterhals weiter bei 1cm und Muttermund auch höchstens 1 cm offen. Ich war frustriert und hatte immer noch keinen Zugang!? Und vorsorglich bat ich schon mal um PDA. Nur das man schon Bescheid wusste. Wir warfen die Tasche auf „mein“ Bett , begrüßten die Zimmernachbarin und versprachen diese Nacht nicht mehr zu kommen, dauert ja doch so eine Geburt.
Die Wehen wurden immer heftiger und schlimmer. Und kamen immer schneller. Zum spazieren gehen kamen wir nicht wirklich, da wir (inzwischen 22.30 Uhr) nichtmal von der Station runter kamen , weil ich ständig veratmen musste. Ich hakte mich immer beim Namenslosen unter und er rieb mir den Rücken. Das tat wirklich gut. Dann auf einmal musste ich dringend auf Klo. Groß. Aber aufs Zimmer traute ich mich nicht. Also eins der Besucherklos gesucht. Der Namenslose (in seiner Aufregung) machte voll Panik wegen Desinfektion und versuchte die Klobrille akribisch mit Klopapier abzudecken damit ich sitzen konnte, mir war das so arschegal. 😀 (Auch nicht normal).
Dann hangelten wir uns irgendwie auf 23 Uhr und ich kämpfte mich unter größten Schmerzen zurück zum Kreißsaal. Und nein, ich möchte das nie wieder erleben. Und ja, ich weiß immer noch wie doll das weh tat. Und ich schwöre, dass der Namenslose sowas von sich schnippeln lassen muss dafür! Es war wirklich schrecklich.
Wir hatten Glück und bekamen den letzten Vorraum und wieder CTG. Es war nicht zum aushalten dieses CTG- schreiben. Weil man ja wenn möglich dafür eine bestimmte Position einnehmen muss… Meine Hebamme kam und versuchte uns so gut es ging abzulenken. Die Wehen waren inzwischen schon bei 120 (die Geräte gehen nur bis 127) und ich bekam Paracetamol und endlich einen Zugang. Diese werden jetzt anscheinend immer in der Armbeuge gelegt, was wirklich angenehmer ist als unten am Handgelenk!
Inzwischen bettelte ich nach einer PDA. Was meine Hebamme glaub auch ziemlich enttäuschte, sie ist eine von der natürlichen Sorte 😛 Aber das war mir egal. Ich konnte nicht mehr und ich wollte auch nicht mehr. War ich doch erst bei 2cm Muttermund offen und Gebärmutterhals verstrichen angekommen. Zwar hatte ich heftige und extrem häufige Wehen, die aber „leider“ zu kurz waren um etwas zu bewirken. Ich hab die Krise bekommen. Es war jetzt 1 Uhr und ich war erst bei 2 Zentimentern!!??? Nach einigen Minuten oder so hatte meine Hebamme uns den allerallerletzten Kreißsaal reserviert. Ich bekam Panik. Das war ein Kreißsaal OHNE Hilfsmittel (ich wollte so ein Seil zum festhalten) und direkt am Not-OP dran. Wusste die Hebamme mehr als ich?
Ich musste auf diesem doofen Bett liegen (es gab ja nichts anderes) und diese üblen, fiesen, arschlocharschigen Wehen ertragen, die nun bei 127 waren. Fast andauernd. Der unterste Wert (eigentlich ja bei 20) ging nicht mehr unter 75. Ich bekam irgendein anderes Schmerzmittel, was nicht viel brachte, außer das ich erstmal ne Runde kotzen musste. Mir ging es echt richtig dreckig und ich bekam das große Zittern, so fertig war ich. Endlich endlich hieß es, der Arzt ist schon da. Der musste natürlich erst noch den Bogen ausfüllen und besprechen und ich dachte nur, ja ja ist gut , mir egal, alles was du willst, leg endlich diese verfickte PDA.  Es wurde uns dann aber doch sehr mulmig als ich die im Sitzen bekommen sollte. (bei Erna war es im liegen) Und ja, meine Güte es war furchtbar diese Nadeln im Rücken!! SO hatte ich das wirklich nicht in Erinnerung. Vor allem als er fragte ob und wo ich was spürte und ich im Oberschenkel was spürte was da nicht sein sollte. Gruselig. Ich bekam in der Zeit 4 mal Wehenhemmer gespritzt! Was auch absolut unüblich ist, aber meine Wehen eben zu schnell kamen. Irgendwann war auch das PDA – legen geschafft und seltsamerweise waren zuerst meine beiden Beine vollständig taub, bevor der Rest kam. Das war damals auch anders. Da sind die Beine erst vieeel später und zum Schluss taub geworden. Ich spürte noch ne ganze Weile ein ziehen im Rücken und einen fiesen Schmerz in der linken, unteren Gebärmutterhälfte. Direkt nach dem PDA legen war der Muttermund auf einmal bereits bei 7 Zentimentern. Na das war ja schon mal was. Meine Hebamme fummelte irgendwas rum und murmelte, sie will das Baby noch in ihrer Schicht zur Welt bringen. Das bezweifelte ich allerdings stark. Es war jetzt 2 Uhr irgendwas. Der Namenslose durfte endlich halbwegs entspannen und sich vor allem mal was zu essen besorgen, er hatte als es los ging noch nichtmal Abendbrot gegessen. Und ständig klingelte es im Kreißsaal. Es war wohl echt die Hölle los. Dreiviertel 3 fing ich an exrem stark zu zittern. Der Namenslose und ich bekamen Panik, weil es nicht mehr aufhören wollte. Wir holten die Hebamme und sie meinte „oh ja, der junge Mann will raus, wir sind bei 10 cm und wir sollten jetzt langsam pressen- deswegen zitterst du so“. Ich war geschockt. So schnell schon? Ich musste 3 mal mitpressen (was nebenbei wieder gar nicht einfach war, weil ich ja nicht spürte wie und wohin und außerdem stand ich total neben mir, ich war nicht wirklich anwesend und hab gehofft das es bald vorbei ist, nervlich war ich total am Ende), dann war bereits der Kopf draußen. Das ging ja leicht. Die Hebamme wurde panisch und lief erneut die Ärztin holen. Die kam aber nicht schnell genug. Es musste weiter gehen. Ich presste erneut 3 Mal und dann meinte die Hebamme zum Namenslosen er soll mal rumkommen. Und auf einmal sollte er seinen Sohn raus ziehen. Da wurde auch der Namenslose panisch. Wusch sich dann aber doch die Hände und zack, hat er quasi seinen Sohn vollständig auf die Welt geholfen. Er legte ihn mir auf die Brust (diesmal bekam ich auch kein Krankenhaushemd, sondern musste mein Shirt anlassen) und schnitt dann die Nabelschnur durch. Ein kräftiger junger Mann mit 3530 g auf 51 cm und 34 cm KU und sehr sehr vielen Haaren hatte ich da um 3.11 Uhr auf meinem Bauch. Die Hebamme zog die an der Nabelschnur und zog und zog und zack war die Plazenta auch schon draußen. Und wurde uns genauestens erklärt. Fand ich toll. Bei Erna hab ich die ja nicht gesehen. Diesmal musste sich auch kein Arzt auf meinen Bauch werfen. Und ich hab echt nur 6 mal gepresst, das wars. Bei Erna ging es deutlich länger.
Dann endlich kam auch die Ärztin mal 😛 Die durfte dann noch meinen kleinen Riss nähen und uns gratulieren 😀
Der kleine Wutz war kaum auf der Welt, da schrie er. Eine Stunde fast am Stück. Nur mal von kurzen 5 Minuten unterbrochen. Wir kamen uns wie die schlechtesten Eltern der Welt vor, weil wir ihn nicht beruhigt bekamen. Die Hebamme meinte, dass es ihm einfach zu schnell ging. Wir kamen in den Ruheraum und die Hebamme legte mir den Bub an und dann wurde er auch endlich ruhig und schnuffelte so vor sich hin. So wie auch der Namenslose der all seine Energien verbraucht hatte und im sitzen einschlief 😛 Um 5 Uhr wurden wir ins Zimmer geschoben und meine Zimmernachbarin war geschockt uns doch noch in dieser Nacht zu sehen 😀 Der Namenslose zog direkt weiter und ging ARBEITEN!! Erna war ja versorgt.

Tja. Und seitdem ist er unser Schnuffelbaby.
Er ist wirklich ein kleiner süßer lieber Schnuffel. Er schläft unheimlich viel. Gerne 4-6 Stunden am Stück. Ist dann teilweise auch echt unweckbar 😛 Was es meinem Milcheinschuss unheimlich schwer machte und ich zumindest in der Klinik zufütterte, weil er auch einfach Hunger hatte. Der kleine Mann hat in der Klinik unheimlich schrecklich riechende Pupse losgelassen und war ständig nur am kackern 😛
Ich kam mir wie eine Anfängermama vor, weil ich es echt nicht mehr wusste, wie man so ein Baby anzieht (so mit überm Kopf und so- find ich eh doof) und an Schlaf war leider für mich überhaupt nicht zu denken. Meine Zimmernachbarin schnarchte schlimmer als 10 Holzfäller und wenn sie nicht schnarchte, schrie ihr Kind. Bereits am Tag der Geburt Punkt 6 Uhr gingen die Schwestern bei uns ein und aus und auch der Besuch kam dann. Es war ständig jemand im Zimmer und es kam ständig jemand von der Station der was von einem wollte. Und ich wollte doch nur schlafen. Mein rechtes Bein war noch unheimlich lange taub (bis ca. Mittags) und ich hatte noch die Nadeln im Rücken, was ein bequemes sitzen nahezu unmöglich machte. Erst am Abend hatte jemand Zeit mir meine Rückennadeln zu ziehen! Ich war die komplette Zeit schlaflos. Auch am nächsten Tag wurde es nicht besser, so das ich drum bettelte, heim zu dürfen. Was frühestens nach der U2, also 48 Stunden nach der Geburt, möglich war.
Sehr schade, denn ich hatte mich arg auf die Krankenhauszeit gefreut, einfach umsorgt werden und die Zeit mit dem Baby genießen. Aber keine Chance.
Ich hab es in der ganzen Zeit, Montag 3.11 Uhr bis Mittwoch 11 Uhr , nicht einmal geschafft einen warmen Kaffee zu trinken. SO stressig war das da. Auch das Dienstag meine schnarchende Nachbarin heim ging brachte nix, denn dafür bekam ich direkt 1 Stunde später eine neue mit geplantem Kaiserschnitt 😦
Erna kam noch am Montag Mittag mit meiner Mama und dem Namenslosen zu Besuch und war einfach nur eine schrecklich liebe und süße große Schwester. ❤ Das hat sich bis jetzt auch nicht geändert.

Jetzt ist mein Schnuffelbaby, der seiner Schwester SEHR ähnlich sieht (aber viel mehr Haare als sie hat und nicht diese Anfangsprobleme hatte wie sie – siehe die geschützten Beiträge von damals) bereits 1 Woche und 1 Tag bei uns. Und auch wenn wir noch nicht ganz zusammengewachsen sind und es nicht alles rund läuft, es wird mit jedem Tag besser.
Erna durfte leider nicht nochmal mit in die Klinik, weil sie beim gehen dann doch arg Theater machte (sie vermisste mich sehr) und auch die Anfangszeit hier daheim war schwierig für sie weil sie nicht neben mir im Bett schlafen durfte. Aber jetzt, wo wir eben doch alle zu viert im Bett schlafen (war ja klar *augenroll*) ist auch sie angekommen. Wie gesagt, zum Bruder ist sie grandios. Sie nimmt beim stillen seine Hand, oder gibt ihm Spielzeug zum spielen. Sie hat viel Verständnis.
Meine Mama war die ganze letzte Woche da und hat uns gut umsorgt.
Mir ging es körperlich lange nicht so gut. Ich konnte kaum laufen (ein Hoch auf das Haus der Treppen) und meine Füße sind auch extrem angeschwollen gewesen. Die Nachwehen waren richtig richtig übel (3. Schwangerschaft eben) und gerade diese 3 schlaflosen Tage haben mich sehr ausgeknockt. Ich geh sogar so weit zu sagen, dass ich erst mit der heutigen Nacht wieder halbwegs auf dem Schlafdamm bin.
Der Bub hatte neulich die ganze Nacht gekackert und das hat auch sehr geschlaucht, vor allem weil Erna eben nachts auch sehr oft nach mir schrie. Seit 2 Nächten geht es auch bei ihr besser.
Dumm ist nur das Erna fett krank war/ist und der kleine Schnuffel auch jetzt auch sehr rotzt. Zwar behauptet die Hebamme (MEINE *hihi* ) das es nur Milchschnupfen ist, ich bin mir da aber nicht so ganz sicher, ehrlich gesagt.
Mit meiner Milch habe ich ein paar Probleme, erst kam der Milcheinschuss sehr sehr spät, dafür aber schmerzfrei, dann eben zu wenig- weil der Bub so viel schläft. Und Gott sei Dank kam die Hebamme gestern und fand es hier drin zu warm, während ich fror wie sonstwas. Da konnte sie gerade noch den Anfang einer Brustentzündung entdecken und direkt was dagegen unternehmen. Und ich dachte ich wäre auch krank. Weil ich den ganzen Tag so Kopfweh hatte. Direkt nach ihrer „Behandlung“ war der Kopfschmerz weg und mir war nicht mehr kalt. Echt krass.

Mein Bauch ist auch sehr schnell zurück gegangen und auch wenn er noch ne kleine Beule ist, es freut mich unheimlich- weil ich endlich endlich wieder mobil bin und schon mal Auto fahren konnte 😀
Die Dehnungsstreifen sind zwar noch da, aber schon viel blasser, nur der juckende Bauch will einfach nicht weg gehen.
Mich würde echt mal interessieren, wie viele Kilos ich bisher los bin, sollten jetzt echt mal die Waage in Gang bringen 😀

Mein kleiner großer Bub hat sehr viel abgenommen, fast 400g, 1 Woche nach Geburt aber sein Geburtsgewicht bis auf 30g erreicht. Er hat eine wunderschöne, gesunde Hautfarbe und meine Blutgruppe (krass, das dies möglich ist) 0 negativ. Damit kann er mir Blut spenden 😛 (und ich brauchte keine 2. Spritze).  Er hat keine Gelbsucht bekommen, obwohl er noch nicht wirklich viel Tageslicht bekam. Er mag es sehr gerne sehr warm. Er liebt es, wenn man ihn über den Kopf streichelt. Er mag es nicht so gerne auf dem Bauch auf meinem Bauch/oder egal wessen Bauch zu liegen. Ganz anders als seine Schwester. Dafür liegt er gerne eingekuschelt in meinem Arm und schläft da auch nachts am allerliebsten. Er braucht und sucht den Körperkontakt, wenn es nur ein Finger ist den er schnappt. Wenn ich das Beruhigungslied seiner Schwester singe, dann wird auch er schlagartig ruhig (kennt das wohl :P). Er liegt gerne links, aber auch gerne rechts mit dem Kopf- ebenfalls anders als seine problembehaftete Babyschwester.
Er hat ein Knickohr. Sein rechtes Ohr ist oben ein bisschen wie zugeklebt. Heute hab ich gesehen, das dies aber auch langsam aufgeht, puuuh- bleibt uns der Schönheitseingriff erspart 😛 Und er hat von allein einen Scheitel und die Haare so ganz brav liegend. Dann sieht er aus wie ein Henry Knickohr. So nenn ich ihn.
Und auch wenn ich lieber ein Mädel wollte, es war dann doch pure Liebe auf den ersten Blick. Mein kleiner Bub. Der sich wie seine große Schwester pünktlich am ET auf den Weg gemacht hat. Er hat wundervolle Lippen. Und ganz dunkle blaue Augen, die sicherlich nicht so bleiben werden. Bin mal gespannt ob er grüne Augen bekommt. Er hat immer noch schwarze Haare, aber darunter kommen schon die blonden. Er hat ganz feine, blonde Augenbrauen und fast gar keine Wimpern, die wenigen die er hat, sind blond. (Erna hatte bereits bei der Geburt ganz lange schwarze Wimpern). Er hat unheimlich lange Finger und vor allem Nägel. Und er ist das schönste Baby der Welt. So wie seine Schwester. Meine Kinder eben. <3<3<3

Das war jetzt ein riesiges Durcheinnandergeschreibsel, weil die Erna jetzt aus der Kita kam und ich eben doch fast alles schnell festhalten wollte.

Danke ihr Lieben fürs mitfiebern. Wie geschrieben, es wird mit jedem Tag ein bisschen besser bei uns und wir wachsen zusammen.