Abgeräumt und Aufgeräumt

Gestern war es also (endlich) soweit, der Namenslose und Erna sind mitgekommen um mir – soweit natürlich möglich 🙂 – tragen zu helfen. Das Büro wurde ausgeräumt, die Schlüssel abgegeben. De facto habe ich mein knappes Jahr Bürosammlung mehr als unterschätzt und die einzige mitgebrachte Kiste war zu schnell zu voll 😯 . Trotzdem wäre es sicher schnell gegangen und erledigt gewesen, wenn da nicht plötzlich tausende Leute aufgetaucht wären und ich frage mich jetzt noch wo die alle hergekommen sind. Denn als wir dort ankamen, kurz vor 18 Uhr, war es total Finster dort und ich hab erst alles aufschließen müssen und die Lichter angemacht. Und sonst (wir waren ja öfter an Donnerstagen um diese Zeit dort) war wirklich nie nie jemand mehr da, alle im Feierabend und einmal musste ich mich um diese Zeit sogar vor dem Wachmann ausweisen. Ich rief also die Personalerin an (die wusste ja das und wann wir kommen) und die Schlüsselübergabe war schnell erledigt, Zeiterfassungskarte (ja ja, sehr antiquiert) abgegeben und dann einen „hochoffiziellen“ ausgedruckten Zettel gekriegt, meine Überstunden wurden tatsächlich in Urlaubstage umgewandelt – hier ein großes YEAH-  und wie es jetzt mit meinen Zusatztagen aussieht, wissen wir nicht ganz so genau, sicherheitshalber bleibe ich wohl doch in unserer „Gewerkschaft“ für den Fall das man mir die bei Rückkehr in 2 Jahren nicht geben will und ich mir das erstreiten muss. Aber alles in allem habe ich jetzt noch 26 Tage Urlaub. Oh nee. Jetzt fällt mir gerade ein, die haben das doch falsch gemacht, ich hab ja noch mir zustehende Urlaubstage für 2016 bis zum Ende des Mutterschutz…. das sind ja dann, Januar, Februar, März, April – 4 Monate a´ 2,5 = 10 Tage. Also dürfte ich insgesamt 36 Urlaubstage haben. Das ist ne Menge! Und ich muss dann gleich nochmal telefonieren 😛 Denn jetzt kann ich ja damit ganz anders planen , 1 Monat Urlaub nehmen bevor ich wieder anfange und hab trotzdem noch gut Resturlaubstage für eventuelle Kinderkrankheiten….
Aber das wollte ich gar nicht berichten, ich bin abgeschweift.
Als die Personalerin weg war, kam auf einmal Kollegin 1, fragte wie es mir geht, ob ich jetzt entgültig ausräume (ähm, ja!?) und verabschiedete sich ganz nett von mir. Dann kam Kollegin 2 (meine dortige Lieblingskollegin) und hat sich auch sehr lieb verabschiedet. Dann bin ich nebenan zur neuen Kollegin 3 (meine Nachfolgerin, was eigentlich  nicht so geplant war) und hab eeeewig geschwätzt und die hat mir bestätigt was ich nach dem Telefonat mit der Personalerin am Dienstag vermutet hatte- ich durfte bisher nix ausräumen und auch sonst wurde nix angeleiert trotz Beschäftigungsverbot, weil man irgendwie auch damit rechnen „musste“ das es eine Fehlgeburt/Todgeburt werden wird/kann. Da musste ich natürlich ein bisschen schlucken. Klar, ich geh jetzt nicht davon aus das es irgendjemand wollte, aber irgendwie gab es einen schalen Beigeschmack.
Nach Kollegin 3 bin ich rüber zur Kollegin 4 aka Gruppenleiterin, die offensichtlich auch noch da war. Laber Palaber. Und so weiter. Der absolut genervte Namenslose und die absolut übermüdete Erna waren derweil die ganze Zeit in meinem absolut überheiztem Büro und warteten bis ich endlich wieder kam. Inzwischen war es auf einmal halb 8…
Auch die Gruppenleiterin verabschiedete sich und mehr oder weniger halbherzig bekam ich von 3 von 4 der Kollegen zu hören, das ich doch dann mit Baby vorbei schauen soll. Hmmm. Mal sehen. Offenbar haben sich meine Gedanken wegen Weihnachtsfeier erledigt und ich werde also eher nicht eingeladen. Sagt ja auch schon viel aus…. Aber klar, in dem Jahr dort in Teilzeit ohne Mittagspause hab ich jetzt nicht wirklich Freundschaften finden und aufbauen können. So wahnsinnig wohl hab ich mich da ja nie gefühlt, auch wenn die Arbeit an sich echt Spaß gemacht hat! Nun ja- erledigt. Jetzt bin ich erstmal die nächsten 2 1/2 Jahre raus und was danach kommt, kann noch keiner sagen. Ich hoffe ja immer noch das mich zwischenzeitlich der Mut anfällt und ich mich in mein Wunschstudium einschreibe und einfach anfange endlich das zu tun, was ich gerne tun möchte…… auch wenn es leider Utopie bleiben wird, mit 2 Kindern und Haus sowieso…

Und auch wenn der Übergang jetzt seltsam ist, aber er passt doch zur Überschrift.
Ich werde mir jetzt wohl doch psychotherapeutische Hilfe suchen. Ich merke immer wieder und vor allem öfter in letzter Zeit, dass ich einfach nicht die bin, die ich gerne sein möchte. Das es wohl leider doch stimmt, mit diesem Kreislauf der Gewalt und sosehr ich mich auch bemühe, ich festgefahren bin ich meinen erlernten Strukturen. Okay, klären wir also zuerst das mit dem Kreislauf der Gewalt. Ganz so schlimm ist es nicht, aber für mich schlimm genug. Zeitreise: Meine Kindheit war nicht schön. Klar, ich hatte mehr oder weniger alles was man brauchte und was man sich wünschen konnte, ein riesiges Kinderzimmer in einem Einfamilienhaus mit großem Garten, viel Spielzeug und Schnack. Aber alles was ich mir eigentlich nur gewünscht habe war ein Familienleben- eine echte Familie zu sein. Und so sehr ich meine Eltern auch wertschätze und liebe, aber sie haben es nie geschafft, das aus uns eine Familie wurde. Ich wünschte mir Familienabende, wie Freunde von mir sie jede Woche hatten, mit Spielen statt TV. Ich wünschte mir Familienessen, einfach nur zusammensitzen und reden und essen, statt Essen während des Fernsehens und Schweigens. Ich wünschte mir – wünsche mir- mehr als alles andere auf der Welt einen Zugang zu meinem Vater. Einen richtig echten Papa der mich über alles liebt und dessen Prinzessin ich bin. Der Vater-Tochter-Dinge mit mir macht, so wie eigentlich ALLE anderen Väter meiner Freundinnen. (Eine Freundin bekam zum Abi eine USA-Rundreise mit dem Motorrad geschenkt, nur sie und ihr Vater, so schön- so unvorstellbar bei mir). Statt dessen war ich gefangen. Meinen Eltern ist der schöne Schein nach Außen sehr wichtig, nach Außen hin war also alles gut (solange ich „funktionierte“). Doch Innen drin…. Mein Papa war/ist ein Tyrann. Ein cholerischer, alkoholsüchtiger Tyrann. Anders kann man es nicht beschreiben. Wenn er Feierabend hatte und heim kam, wollte er nur auf die Couch, Fernseher an, Mama brachte ihm das Abendbrot und sein erstes Bier und keiner durfte ihn ansprechen. Zusammen zu Abend essen und ich erzählte was vom Tag? Never ever. Mit meiner Mama kann/konnte man nur reden, wenn Papa nicht da war. Aber auch sie war sehr gestresst, musste ja (so im Nachhinein wurde mir das klar) dem kompletten Haushalt alleine machen, mein Papa macht nur den Garten, und war nebenbei noch Hauptverdienerin. Morgens am Frühstückstisch darf man auch nicht sprechen, da mein Vater Morgenmuffel ist und niemanden morgens ertragen kann- auch das führt zu einer seltsamen Grundstimmung. Hat man doch mal gesprochen, egal ob morgens oder abends, dann ist er sofort ausgerastet. Aber WIE. Ich spreche bei meinem Vater definitiv von psychischer Gewalt dabei. Auch heute noch hat er durch diese Schreierei viel Schrecken für mich, doch inzwischen wehre ich mich und schreie zurück, vor Erna geht das GAR NICHT.  Wenn ich trotz dieser Art der Erziehrung immer noch nicht so „funktionierte“ (ja, ich hatte wortwörtlich zu funktionieren) , ja dann… dann kam auch die körperliche Gewalt dazu. Dann ist er regelrecht rasend geworden. Einmal ist er mir bis ins Zimmer gefolgt (natürlich bin ich weggerannt!!), hat die abgeschlossene Türe eingetreten (oh das werde ich NIE vergessen), meine Mama immer hinterher und versucht das schlimmste zu verhindern, und hat mich sehr schmerzhaft gepackt, wie wild geschüttelt und mir eine geknallt. (das war auch das „schlimmste“, so „richtig“ verprügelt hat er mich nie, aber auch das hat mehr als ausgereicht, mein Papa ist fast 1,90 m groß und sehr stark da Handwerker, ich bin 1,60 m und echt zart dagegen).
Und dabei war ich wirklich eine gute Tochter. Ich bin eigentlich nie auf Partys gegangen, habe weder geraucht, noch Drogen genommen, noch getrunken, noch Piercings oder Tatoos gehabt. Ich hab fast immer gute Noten heim gebracht. Ich bin nie abgehauen… Alles was ihn stören konnte war einfach der „Ton“ wenn ich was sagte. Manchmal störte ihn auch einfach nur meine Stimme und das ich überhaupt was sagte.
Ja, ich hatte Angst vor meinem Vater. Es gab keinerlei Vater-Tochter-Beziehung. Wie sollte die sich aufbauen? Er schaute immer nur fern und trank dabei. Wenn er denn daheim war. Und wollte sein Ruhe. Immer nur seine Ruhe.
Auch meine Mama platzte regelmäßig. Wenn auch nicht so oft wie mein Papa.
Aber ein Familienleben? Zusammenhalt? Unvorstellbar. Seit ich denken kann wollte ich weg von zu Hause. Das erste Mal packte ich mit 6 Jahren meinen Koffer und lief bis zum Ende der Straße. Weiter traute ich mich nicht, da ich noch nicht allein über Straßen gehen durfte. Da stand ich dann ne Weile (vielleicht ne halbe Stunde?) bis die Nachbarin mich einsammelte. Dann wollte ich gerne ins Internat. Nicht nur wegen der ganzen Hanny und Nanny und sonstigen Internatsbüchern.
Das schlimmste was meine Eltern immer sagten, war : „Wenn du dich jetzt nicht sofort wieder einkriegst, dann fahren wir dich sofort ins Kinderheim“. und dann meine Sachen „packten“..
Das hat mir echt Angst gemacht. Inzwischen weiß ich natürlich das die das niemals gemacht hätten, weil sie sich ja dann in der Öffentlichkeit bloß gestellt hätten und das geht ja nicht. Außerdem wäre es ja sowieso nicht so einfach gegangen. Und vielleicht hätten sie es doch mal machen sollen….
Auch sonst hieß es immer, aus mir wird ja eh nix, nichtmal eine Putzfrau. Ich kann nichts und bin nur eine Belastung. Als ich Abi gemacht habe (und das echt gut!), war der Kommentar meines Vaters dazu: „Oh, dann wirst du jetzt wohl Putzfrau mit Abitur“. Auch ein Satz den ich nie vergessen werde. Ich hab in der ganzen Zeit nicht einmal gehört, das er stolz auf mich wäre. Nie. Dabei war das der Satz den ich von allen, am meisten hören wollte. Gesagt hat er ihn inzwischen, nach der Geburt von Erna. Die liebt er ja wirklich über alles.
Auch generell, jetzt, wo ich „vorzeigbar“ bin, mit gutem Job, teurem Haus, Ehemann und Kind, ist es besser geworden. Sieht ja in der „Öffentlichkeit“ gut aus. Da haben die aber eine tolle Tochter hingekriegt…. Und klar, inzwischen weiß ich seine Alkoholpegel einzuschätzen und weiß damit ganz genau wann ich lieber verschwinden sollte.
Aber das hat geprägt. Sehr. Natürlich! Und alles was ich immer wollte, ist eine Familie, eine eigene Familie, in der ich ALLES besser machen wollte, eine richtige, tolle Familie werden wir und vor allem will ich einen Mann, der ganz anders ist als mein Vater und der ein richtig richtig toller Papa für unsere Kinder wird.
Und auch wenn ich weiß, das man sich unbewusst in eine Kopie des eigenen Vaters verliebt , zumindest DAS hab ich geschafft. Ich habe einen absolut tollen Mann gefunden, der NIEMALS schreien oder gar schlagen würde. NIE NIE NIE. Der zwar auch gerne mal ein Bier trinkt (ich habe sehr sehr Panik das er auch ein Alkoholiker wird, was oft zu Streit zwischen uns führt, da er eben nur ganz normal am Wochenende mal was trinkt oder ab und an eben EIN Feierabendbier, aber ich kann es nicht abschalten) aber das in normalen bis wirklich geringen Mengen.
Ich habe eine Familie, ich habe meine Erna und bald einen kleinen Wutz.
Aber…. ich bin nicht die Mama die ich so gerne wäre, die ich immer sein wollte. Ich kann keine Frisuren, ich kann nicht basteln (es hat nie jemand mit mir gebastelt), ich kann nicht malen, ich kann nichtmal gut puzzeln, ich hab selten gute Ideen was man so den ganzen Tag treiben könnte. Was ich gut kann, ist mit Puppen spielen und lesen. Weil das die Dinge waren, die ich damals auch immer getan habe. Halt so Dinge, die man alleine macht. Ich habe mich sehr bemüht und mich wirklich angestrengt, aber seit der extremen Übelkeit ist es so viel einfacher, das Kind vor dem Ipad zu setzen. Und ich? Ich liege daneben und…. gucke fern!!!!!!! :(:(:(:(
Jetzt, wo das Wetter wirklich schon seit Wochen so beschissen ist, fällt Spielplatz auch weg. Das sind dann mal eben 2 Stunden am Tag, die ich noch mehr überbrücken muss.
Ich bin stolz auf mich, weil ich diese Woche sehr darauf geachtet hab, das Kind wieder vom Ipad weg zu kriegen. Wir haben geknetet (auch etwas das ich gar nicht kann, aber zum Glück gibt es ja Förmchen dafür), gemalt, wir backen viel (DAS kann ich). Und Erna schaut nachmittags gar nicht mehr. Sie fragt zwar ständig danach (logisch), aber ich lenke sie jedes Mal ab.
Doch wie lange hält diese Phase an? Wann werde ich wieder resignieren und einfach nur meine Ruhe haben wollen!!!!!???
Ihr merkt. Kreislauf…
Und dann war da noch…. der Nachmittag, als Erna neben mir auf der Couch saß, wir ein Buch anschauten und auf einmal (ich bin selber Schuld, ich hätte auch einfach ihre Nägel früher schneiden sollen) wurde sie übermütig, war ein wilder Tiger der mich fressen wollte und dann hat sie mich so dermaßen schmerzhaft im Nacken gekrallt das ich aus einem Impuls heraus Erna sofort wütend umgeschubst hab. Sie lag dann wie ein Käfer auf dem Rücken, hatte diese großen, schockgeweiteten Augen und war einfach nur sprachlos und hat die Welt nicht mehr verstanden. Zum Glück waren wir ja eh auf der Couch und ich habe mich sofort tausend Mal  bei ihr entschuldigt. Ich hab sie gleich genommen und ganz feste gedrückt und gesagt ich mache das nie nie wieder. Und ich habe es auch nicht bewusst oder mit Absicht getan, aber ist es unbewusst nicht sogar viel schlimmer?
Und ich war SO SO SO erschrocken über mich selbst. Über meine Kraft die ich habe, im Vergleich zu meinem kleinen Purzelzwerg. Seit diesem Vorfall ist mir klar geworden, ich muss unbedingt etwas dagegen tun. Auch gegen meine Wut. Manchmal macht sie mich so wütend, das ich sie anschreie… und wenn ich dann ihren Trotz aus den Augen blitzen sehe, dann werde ich noch wütender. Und auch wenn ich während dessen innen drin die ganze Zeit denke, ich sollte mich jetzt zusammen nehmen und mich entschuldigen und verdammt nochmal aufhören zu schreien, ich schaffe es einfach nicht. Statt dessen werde ich manchmal noch wütender, auch wenn Erna schon gar nichts mehr macht. Wir haben eine ganz gute Lösung gefunden, ich schicke sie dann in den Flur auf die Treppe und mache (okaaaay, ich knalle manchmal) die Tür zu. Wenn sie wieder lieb ist, darf sie rein kommen und wir vertragen uns. Das hilft. Uns beiden. Aber wie lange noch?
Und warum werde ich überhaupt so schrecklich wütend und schreie mein kleines Kind an? Obwohl ich während dessen weiß das es falsch ist. Doch ich kann es aus eigener Kraft nicht abstellen.  Der Namenslose findet übrigens auch, dass ich in dieser Schwangerschaft viel aggressiver geworden bin und ja, meine Nerven lagen und liegen öfter blank. Das Wellnesswochenende, diese kurze Auszeit vom Mamasein, hat mir schon viel gebracht, ich kann und mag mich jetzt viel mehr auf Erna einlassen. Aber wie lange noch?
Und wie lange wird es wohl dauern, bis ich mein Kind bewusst und mit voller Absicht hauen werde?……. Diese Frage spukt in meinem Kopf rum, seit dem Couchvorfall.

Ich will das nicht! Ich will raus aus dieser Spirale, aus diesen Erziehungsmuster! Ich will so gerne die Mama und die Familie sein, die ich immer haben wollte. Die andere Familien einfach selbstverständlich sind. Ich will die Mama sein, die mit den Kindern bastelt (oh das wird nicht so einfach) und tolle Ausflüge macht und immer da ist und zuhört. Ich will Spieleabende, Familienabende und ich will endlich verstehen warum für viele Leute Weihnachten so eine strahlende Familienzeit ist. Und ich will, das meine Kinder nicht freiwillig 600km von mir fort ziehen und nicht traurig sind, wenn man sich nur 2 mal im Jahr sieht!

Genau deswegen werde ich mir Hilfe suchen.

(Das Aufschreiben hat mir schon sehr geholfen irgendwie, auch wenn ich jetzt viel dabei Weinen musste und es natürlich extrem persönlich und privat ist. Ich möchte dabei festhalten, dass ich nicht grundsätzlich eine „schlechte“ Mutter bin, im Gegenteil, ich behaupte einfach mal, ich bin eine gute Mutter- was mir auch von vielen Seiten (( „Öffentlichkeit“ !!!)) bestätigt wird, das sind alles winzige Teilauschnitte aus 24 h Mama-sein. Diese Teilausschnitte berechtigen nicht dazu, über mich zu urteilen und ich glaube auch, nahezu jeder hatte solche ähnlichen Momente auch bereits einmal. Ich nehme diese Ausschnitte jedoch besonders ernst, da ich ein sehr selbstreflektierender Mensch bin und wirklich wirklich um nichts in der Welt so werden möchte wie meine Eltern -seitdem ich Tagebuch schreibe (11 Jahre alt) steht nahezu in jedem Eintrag wie schrecklich sie sind und was sie schreckliches getan habe und ich einfach nur weg bzw. sterben will. Das ich die Selbstmordphase (die ja jeder Jugendliche in der Pubertät hat) so gut überstanden hab (gewiss, probiert habe ich es mehr als einmal) liegt einzig und allein an wahnsinnig tollen Freunden die ich damals hatte. )

So. Luft gemacht.

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Von allem etwas

Ach Leute, was soll ich sagen? Zu wem denn auch, ist da überhaupt noch wer, der nix besseres zu tun hat als wochen-monatelang zu warten, bis ich mal wieder schreibe und der das dann auch noch liest? 😛

Ich hab allerdings eine gute Ausrede- meine aktuelle Schwangerschaft. Ich war gänzlich und komplett ausgeknockt. Und zwar in so einer extremen Art und Weise, wie ich es aus Ernas Schwangerschaft zwar befürchtet, aber nicht erlebt hatte. Bis einschließlich 19. SSW war ich eigentlich nur am kotz*** und am Übelkeit überstehen. Ich habe unzählige Tabletten und Säfte und sonstiges geschluckt, von genauso unzählig vielen Produkten. Es hat einfach gar nichts geholfen. Die Hämmer waren die Vomex Zäpfchen (kannte ich, wenn auch nur aus einmaliger Sache, noch vage von der Erna- Schwangerschaft), so wie sie rein sind (E-KEL-HAFT) hat mein Körper sie auch direkt wieder rausgeschossen (sorry!). Also Vertragen hab ich die nicht. Zum Schluss hin war ich so verzweifelt, dass ich fast bereit war, diese in Deutschland verbotenen Tabletten gegen Übelkeit aus Belgien zu ordern. Hab mich am Ende aber doch nicht getraut, auch wenn man im Internet nur gutes darüber zu berichten weiß :/
Ich war also lange lange Zeit krank geschrieben, ich glaube so am Mitte Juni. Dann bin ich nach den schlimmsten Zuständen irgendwann Mitte August zurück ins Büro. Die Kollegen, total gar nicht erfreut über meine Neuigkeiten bzw. aber auch nicht überrascht, haben mir das totale Chaos hinterlassen. Die meisten Dinge sind eben seit Juni liegen geblieben, eilten dann logischerweise auch schon und kamen zusätzlich zu dem Terminstress im August. Denn in meinem Arbeitsbereich gibt es für gewisse Dinge eine Deadline, die ist der 31.8. – also haben alle alle Notare und Anwälte diese Sachen voran geschoben und entsprechend (es ist kompliziert) war auch der Posteingang. August ist also immer ein absoluter Stressmonat im Geschäft. Also fasse zusammen, extrem viele Sachen die liegen geblieben sind und extrem viele aktuelle Sachen die beide eilen. Es kam wie es wahrscheinlich kommen musste- ich war in der 16. Woche und war am Ende. Die anhaltende Übelkeit und dann wurde auch noch mein Bauch hart. Schmerzhafte hart. Schmerzen vom Bauch in den Rücken ziehend. Oh Oh. Das kam mir seltsam bekannt vor- das waren doch Wehen!? Und auch der harte Bauch war sehr unangenehm- kannte ich gar nicht vorher sowas. Und dann war da noch dieser seltsame Ausfluss. Nach 2 Tagen und einen Anruf bei der (August ist ja Urlaubszeit) Urlaubsvertretung bekam ich leichte Panik und dann die Bestätigung- vorzeitige Wehen inklusive Gebärmutterhalsverkürzung auf 3,1 und einen Trichter. Diese Diagnose kam bei mir gar nicht so Recht an, die Krankschreibung und die mahnenden Worte ignorierte ich und ging weiter arbeiten. Ich hatte doch zu tun und außerdem eben ein echt schlechtes Gewissen meinen Kollegen gegenüber- wie sollen die das denn alles schaffen? Die waren eh schon sauer auf mich! Und ich muss doch nur geschwind die eine oder andere Sache schnell fertig machen…
2 Tage später hab ich kapituliert. Der Körper (Gott sei Dank eigentlich!!) zwang mich dazu, nachdem die Kotzerei mich mal wieder nieder streckte. Und dann war ich krank geschrieben. Mit kompletter Schonung, die ich mir (soweit mit 2-jährigem Kind möglich) auch nahm. Dann waren wir im “ Urlaub“ – die schlimmste Tortour aller Zeiten so mit Kotzeritis und Schmerzen und ach und Krach. Und nach etlichem hin und her bekam ich also Anfang September das totale Beschäftigungsverbot ausgestellt. Was entgegen den Unkungen nicht zu einer sofortigen, aber baldigen Besserung meines Allgemeinzustands führte. Mit der Arbeit abschließen konnte ich bis heute aber noch nicht, da meine Personaltrulla sich weigerte, mich mein Büro ausräumen zu lassen und die Schlüssel abgeben zu dürfen. Denn „es bestünde ja noch Hoffnung das ich nach der 25. SSW wieder arbeiten komme“ – :/ ich sagte ihr nämlich das bei mir die Gefahr einer Frühgeburt bestehen würde und erst ab der 25. Woche die Babys als überlebensfähig gelten. Nett irgendwie… Diese Woche war ich erneut bei der Ärztin, die trotz erneuter Verlängerung meines Gebärmutterhalses (yeah! 4,2) dieses Beschäftigungsverbot NICHT aufheben wird. Jetzt muss ich mich nur noch trauen, erneut wieder die Trulla anzurufen, um auch dieses Thema abhaken zu können. Aber nicht mehr diese Woche 😛
Zusammenfassend zur aktuellen Schwangerschaft kann ich sagen- sie ist nicht einfach. Ganz und gar nicht. Da war ja irgendwie von Anfang an der Wurm drin, davon mal abgesehen das ich noch nie gerne schwanger war. Ich freu mich einfach auf das Ergebnis 😀
Wie gesagt, die Kotzerei hat nach der 19. Woche nachgelassen, die Übelkeit ist jetzt jedoch wieder zurück gekehrt, bzw. denke ich das ich zusätzlich auch Sodbrennen habe, denn ab und an steht mir alles bis zum Hals. Aktuell bin ich 23. Woche, ab Sonntag in der 24. Woche. Ich habe dieses Mal eine Vorderwandplazenta. Trotzdem habe ich den Wutz bereits in der 17. Woche das erste Mal gespürt und der Namenslose hat in der 20. Woche (glaube ich, oder 21.) auch das erste Mal sehr deutlich eine vor den Latz bekommen 😛
Das Bauchwutz liebt seine Schwester. Sobald diese auf meinem Bauch liegt, egal ob mit Kopf um bewusst reinzuhorchen oder eben nur weil sie mit mir kuschelt, kommt Bewegung da unten rein. Immer. Es ist echt witzig zu beobachten 😛
Wir wissen schon eine ganze Weile, das der Wutz ein männlicher Wutz ist und haben es inzwischen auch erneut zweimal bestätigt bekommen. Und jedes Mal, wenn ich es gesagt bekomme bzw. sehr deutlich gesehen habe, muss ich zugeben, hatte ich einen Stich im Herzen. So ganz gewöhnen kann ich mich einfach nicht an den Gedanken und so sehr ich froh um dieses Baby bin, ich bin auch sehr gespannt wie es wird. Ich bin eben einfach eine Mädchenmama…… dafür freuen sich der Papa und die Großeltern umso mehr. In meiner Familie ist es der erste Junge und auch hier wird er der erste sein, der den Nachnamen WEITERträgt (also voraussichtlich zumindest 😛 ). Denn die erste mit unserem Nachnamen war ja schon Erna.
Entgegen aller Gerüchte, nein, eine Schwangerschaft mit einem Jungen macht NICHT schön. Im Gegenteil. Ich habe extrem fettige, dünne Haare und viel schlimmer, bis zur 19. Woche sah ich so extrem aus- ich hatte ÜBERALL Pickel, noch viel mehr und viel schlimmer als damals bei der Erna (wo es auch schon wirklich heftig war). Aber diesmal waren die sogar über meinen ganzen Hals verteilt. Das hab ich noch nie gesehen, dass das geht, das jemand Pickel am Hals hat!!!
Nach unserem 2. Urlaub in der Sonne wurde es besser, fast sogar gut, inzwischen nach 2 Wochen Heimat kommen sie aber wieder zurück- zumindest am Kinn und am Hals und Rücken …  😦
Der Bauch ist explodiert, schon in der 12. Woche war er mehr als deutlich vorhanden und auch jetzt sehe ich aus wie andere im 8. oder 9. Monat :O
Dafür, das stimmt dann wieder, ist er anders als bei der Erna, wirklich nach vorne zulaufend, also von hinten gar nicht erkennbar. Bei der Erna ging er direkt so rund los, jetzt habe ich deutlich hmmm, wie sagt man, so „Seiten“ eben und dann fängt der Bauch erst an. Dafür ist der Bauchnabel auch bereits seit der 12. Woche geploppt und ich mache mir Sorgen das der reißen kann, kann er das? Weil, Fakt ist ja, der Bauch wird ja wohl noch weiter wachsen???
Gelüste habe ich wie auch letztes Mal, keine. Nur mehr Lust auf Süßes als auf Saures oder Salziges. Auch wieder gleich. Vor allem (wie bei Erna) Kuchen ist meins. Und auch wie bei Erna kann ich normales Wasser (ich trinke sonst immer stilles Wasser) nicht ertragen und trinke daher (es ist das einzige was ich trinken kann bzw. vertrage bzw. die Übelkeit ab und an vertreibt) grünen Tee im Tetra Pack mit Eiswürfeln. Nix anderes mehr.
Ich creme den Bauch zwar wieder, aber ich mach mir nix vor, die Streifen werden kommen, vor allem hab ich ja noch die von der Ernaschwangerschaft die gerade hell geworden sind…
Sehr locker bin ich mit dem Umgang von Tabletten geworden. Hab ich bei Erna noch akurat jeden Tag meine Folsäure und Omega Tabletten aus der Arschteuren Femibion-Reihe genommen, bin ich froh wenn ich jetzt alle 3 Tage mal dran denke. Ja, ich habe deswegen ein schlechtes Gewissen, aber vergessen ist vergessen und ich mach es ja nicht mit Absicht 😦
Genauso verhält es sich mit Bauchfotos. Ich mache keine. Kaum. Habe jetzt insgesamt vielleicht 3 Stück…. Schade ist es, aber wir haben keinen gescheiten Spiegel und ich mag auch einfach nicht. So.
Auch seit der Schwangerschaft neu: Ich habe Kopfschmerzen. So richtig richtig üble, bei denen nur Paracetamol , wenn überhaupt, helfen. Also hab ich jetzt bereits mehr Schmerzmittel geschluckt als in der komplete Ernaschwangerschaft :/
Der Wutz ist aktuell (Stand Dienstag) 500g schwer und 25 cm groß. Also absolut zeitgerecht und Mittelmaß. 😀

Ich kann bereits jetzt nur noch meine Füße sehen, wenn ich in der Dusche stehen und das Rasieren gewisser Stellen ist geradezu ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Sehen tu ich nämlich nix und auch Spiegel haben wir hier im Haus dafür nicht.
Ich habe Stand Dienstag 5 Kilo zugenommen, meine mir selbst auferlegte Waagengrenze ist jedoch in weiteren 5 Kilo erreicht- ich bin gespannt, weil erst 24. Woche und Weihnachten und Beschäftigungsverbot tun sicher ihr übriges….

Was ich auch hatte/habe. Rückenprobleme schon zu Beginn der Schwangerschaft, wegen weil verschobenes Becken. Nach 2 x Tapen und 2 x Osteopathie ist das aber tausend Mal besser geworden und da ich nicht mehr arbeite, denke ich, wird es sich in Grenzen halten. Klar, der Rücken zwickt und zwackt ab und an. Aber das ist ja normal.
Vom Schwangerthema mal ab, hat sich auch sonst extrem viel getan bei uns. Es wird einfach nicht langweilig.
Erna geht seit Wochen nicht mehr gerne und meist nur mit viel Tränen in die Kita. Warum auch immer, wir wissen es nicht genau. Wenn sie dann jedoch abhole ist sie fröhlich und glücklich und alles war gut, auch das Weinen nach dem Abgeben ist spätestens 5 min nachdem wir weg sind, vorbei. (Ich habe Beweisvideos und Bilder von der Erzieherin, die so lieb ist und mir das jedes Mal schickt). Inzwischen geht es wieder ein bisschen besser. Es war so schlimm, das ich sie fast die ganze Zeit meines Beschäftigungsverbotes (um mich zu schonen!) hier behalten hatte. 3 Wochen lang.
Wir glauben, es liegt daran das sie in der 0-3 Gruppe die Zweitälteste ist, und es nur noch ein anderes Mädel nach ihr gibt, ansonsten sind es jetz 6 1-jährigen Zwerge mit denen sie eben nicht so viel anfangen kann. Es wird dort nicht gemalt, nicht gebastelt, nix „spannendes“ gemacht. Wie auch bei so vielen Kleinen.
Seit dieser Woche ist Erna oft bei den „Großen“, jetzt ist es auch viel besser geworden… Parallel dazu sind wir ja immer noch dabei, sie in den hiesigen neuen Vor-Ort-Kindergarten ab 3 unterzukriegen. Aktueller Stand laut Montag, es sieht ganz gut aus, wir sollen im Februar nochmal anrufen. Ich bin sehr gespannt.
Der Plan, den Wutz schon ab Februar auf die Liste zu setzen, dann hat er 2 Jahre später defintiv einen Platz, wird wohl auch schwer umzusetzen sein- denn die Deadline hierfür ist der 15.2. und ich glaube nicht das er bis dahin schon da ist, geschweige denn ich direkt aus dem Krankenhaus eine Kitaanmeldung erledige 😛 😦
Erna plappert weiter wie ein Wasserfall, sie redet auch im Schlaf 😛 , und überrascht uns immer wieder mit vielen kleinen Geschichten und Redewendungen, die immer in der korrekten Satzstellung kommen. Wir staunen trotzdem jedes Mal und sind sehr stolz auf unser Kind. Besonders auf dem Rückflug wurde es deutlich, wir saßen in einer Reihe neben einem vielleicht 4-5 jährigem Mädchen und es war keinerlei Unterschied auszumachen zwischen beiden. Wenn Erna auch viel mehr erzählt und dann angeberisch noch das englische Alphabet aufgesagt hat :P:P:P

Erna bespielt für ihr Leben gern ihre Puppenhäuser von Playmobil bzw. Barbie, und macht gerne Musik/singt/tanzt. Bücher liebt sie weiterhin, wenn auch immer nur ihre 3 „Lieblingsbücher“ die sie komplett auswendig kann und sich daher meistens selber vorliest.
Sie war bis letzte Woche endlich so richtig richtig trocken, also jetzt auch mit Ansage und dann zwar ein paar Tropfen in der Hose, aber den Rest konnte sie gut „halten“. Seit sie jetzt wieder zur Kita geht (seit dieser Woche) hat sich das allerdings schlagartig geändert. Warum auch immer. Ich sehe das sie „muss“ (sie hibbelt dann so rum) aber auf ständiges Nachfragen kommt nur ein Nein und wenn ich versuche sie einfach drauf zu setzen, windet sie sich so lange bis sie wieder runter ist- nix mehr mit freiwillig. Und dann nur eine Sekunde später, zack, läuft es in die Hose…… Das war jetzt 2 x nachmittags der Fall und gestern hat sie auch nachts eingepieselt…. Eine Windel biete ich ihr daher schon längst wieder an, wird aber von ihr absolut verweigert. Es ist gerade… schwierig. Wie gesagt, bis letzte Woche war es wirklich absolut prima. Da war dann auch im Flugzeug die Ansage „Mama, ich muss dringend pieseln“ gerade als wir wegen Turbulenzen sitzen bleiben sollten ein großer Schreck. Wir baten sie noch kurz durchzuhalten und das hat sie (daran hab ich ehrlich nicht geglaubt und war echt in Panik, da keine Wechselsachen im Handgepäck) sogar geschafft. Es war klasse!
Ich hoffe es spielt sich wieder ein und der naheliegende Zusammenhang mit Kita ist nur ein Trugschluss 😦
Motorisch hängt sie auch immer noch hinterher. Rennen klappt gar nicht bis schlecht, da sie die Beine immer noch so komisch bewegt (sie dreht ihre Hüften). Doch gestern hat es an irgendeinem Punkt Knack gemacht und sie ist teilweise wirklich gut „gerannt“- also so wie es auch aussehen sollte. Ich vermute, es liegt irgendwie an ihren aktuellen neuen Schuhen. Oder sie hat so langsam doch den Dreh raus, gerade als ich mal wieder einen Kinderarzttermin deswegen ausmachen wollte. Bzw. zur Osteopatin gehen. Das machen wir aber trotzdem demnächst mal.
Schlaf ist weiterhin eine Katastrophe und so langsam reicht es mir. Ich mag nimmer die ganze Nacht ein zerrendes Kind an meinen Haaren haben und überhaupt, ich bin jetzt bereit für dieses durchschlafen. Oder mal gescheit einschlafen. Aktuell (egal wie müde, egal ob mit oder ohne Mittagschlaf, brauchen tut sie ihn aber sehr wohl) geht sie so gegen spätestens 8 halb 9 ins Bett, wälzt sich stundenlang, zerrt an meinen Haaren und meinen Nerven und kommt dann wieder mit uns runter (Variante 1) und wir gehen dann zusammen um 10 ins Bett und sie ist morgens totmüde. Oder sie schläft eine Stunde, wird wach, weigert sich weiterzuschlafen, kommt runter und geht dann mit uns ins Bett (Variante 2). Feierabend ist hier aktuell also gar nicht mehr drin. Jedenfalls nicht für mich. Das ist mal mehr und mal weniger schwer zu ertragen. Ich weiß weder wann ich mich mal in Ruhe morgens fertig machen konnte (sie wacht quasi sofort auf, wenn ich aufstehe, wie so ein Wachhund), noch wann ich mich mal in Ruhe abends Bettfertig machen konnte. Ich habe aktuell immer nur den schnell schnell- Stress. Und ich beneide den Namenslosen für seine 45 Minuten die er morgens Zeit hat und nimmt. Sehr. So sehr das ich diese Woche ein paar Tage echt wütend auf ihn wurde/war und ihn auch nimmer ertragen konnte in seiner Jammerei. Denn aktuell hat er Männerschnupfen ist also Zitat „hochgradig krank“ und macht also auch sonst nix. Weder im Haushalt noch bei Erna gerade. Deswegen bin ich mehr als froh, auch wenn ich mein Kind über alles liebe, über meine Zwangsauszeiten am Tag und über mein Wellnesswochenende ab Sonntag! Da fahr ich nämlich mit meiner Zwillingsschwangeren-Freundin weg. So 😛
Erna ist ein Suppenkasper und möchte gerne täglich Suppe essen 😀 Neu hinzugekommen ist, dass sie jetzt nur noch Sprudel will. Dann bin ich also bald alleine an der stilles Wasser- Front.
Sie geht jetzt montags zum Kinderturnen (ich bin mir noch uneins ob das dort meinen Vorstellungen entspricht) und heute haben wir Schnupperstunde in einem Musikkurs.(ich hoffe der wird gut, Erna freut sich extrem darauf).
Ich denke sie wird die Plätzchenzeit lieben, denn sie backt für ihr Leben gern Kuchen, vor allem um den Teig „aufzuschlabbern“. 😀
Auch ist sie gerade auf dem Schönheitstripp. Sie kämmt stundenlang ihre und meine Haare, „flechtet“ sie, malt sich und mich und den Papa mit Nagellack voll, und schmiert sich Labello „Lippenstift“ auf den Mund. Seeeehr witzig ist das 😛
Sie ist einfach nur toll toll toll und mein größter Schatz. Sie ist eine unglaublich liebe große Schwester, bereits jetzt. Sie fragt sehr oft und sehr fürsorglich wie es meinem Babybauch oder meinem Baby geht. Sie streichelt und küsst (von alleine!) den Bauch und unterhält sich mit dem Baby. Sie freut sich darauf das es kommt (noch 😛 ) und von ganz allein hat sie ihr Verhalten geändert und ich trage sie kaum noch. Sie läuft sehr viel alleine, auch Treppen (runter mit Hilfe) und sie würde niemals (das weiß ich einfach) auch nicht unbewusst im Schlaf oder so, den Bauch treten oder mir weh tun. Dafür muss natürlich der Papa sie (wenn er denn mal da ist) so gut wie immer tragen. Aber das ist okay. Sie ist ja auch noch klein. Erst gestern staunte ich, dass dieses kleine Menschlein bereits im Februar die Große sein soll. :O
Generell ist sie einfach eine Liebe und geht weiterhin eher vorsichtig durchs Leben und hört (meistens) gut. Im Vergleich mit den anderen Kids (Nichten, Neffen, Spielplatzfreundin, GVK) hab ich echt Glück mit ihrem Wesen gehabt 😛 Denn eine Wilde wäre in der Schwangerschaft glaube nicht zu bändigen für mich….
Ich liebe sie einfach. Sooooo sehr.

Auch sonst tat sich einiges.

Die beiden anderen Babys sind jetzt auch da, die Spielplatzfreundin hat ihren Sohn am Montag gekriegt, eine aus dem Geburtsvorbereitungskurs bekam ihr Kind am Mittwoch. Dumm dabei nur, der Sohn hat genau „unseren“ Namen bekommen. Jetzt wissen wir auch nicht genau. SO fest stand er zwar noch nicht, wir suchen ja die ganze Zeit nach DEM Bäm wie bei der Erna, aber es war so ziemlich der einzige Name den wir beide gut fanden 😦 Jetzt sehen wir die ja nun so oft nicht und wer weiß wie es erst nach der Wutz-Geburt ist, aber trotzdem…..

Dann hatten wir endlich Geld gesammelt um den Kinderzimmerbau zu starten (ich erhoffe mir davon auch Schlaftechnisch einiges) und wie es halt so ist als Häuslebesitzer… da war der Warmwasserspeicher kaputt und unser warmes Wasser verseucht, das wurde ausgetauscht und kostet mal eben 4.000 Euro und dann bekamen wir einen „netten“ Infobrief vom Stadtbauamt- das wir in einigen Wochen mit nem ersten von zwei (!!) Bescheid über 10.000 Euro Forderung rechnen dürfen, da unsere Straße 2006/2007 komplett neu als Bauland ausgewiesen wurde, dafür jedoch in der NACHBARSTRAßE der frühere Fluss wieder renaturiert wurde, mit nem bissel Grün drum rum. Weil also unsere Straße kein Grün bzw. Landschaftsdingens mehr war, musste eben neues Grün/neue Landschaft her. Und damals 1996 (!!) habe man beschlossen das für diese Neuschaffung eben unsere Straße, also die Eigentümer, also WIR aufkommen müssen……
Das war natürlich erstmal ein riesiger, großer Schock. Denn mit sowas hatten wir gar nicht gerechnet, davon haben wir auch nichts gewusst oder noch nie was gehört. Das wir für nen „Park“ zahlen müssen, den die Stadt einfach so gebaut hat….. quasi gehört mir jetzt der Fluss da unten, 2 Straßen weiter… Naja und die Summe ist ja wohl auch der Oberhammer!! Und das ist erst der erste Bescheid. Da kommt dann nach Bauabschnitt 2 wieder einer, wohl aber „nur“ 5.000 Euro.
Wir warten jetzt erstmal den ersten Bescheid ab. Dann such ich mal die Rechtsgrundlage, muss man ja einsehen können. Aber das sind dann eben, VOR Weihnachten natürlich, so Kosten- mal eben 14.000 Euro, mit denen kein Mensch gerechnet hat und damit hat sich ja auch dann der Kinderzimmerbau so ein bisschen erledigt 😦 Es ist zum kotzen. Klar, als Häuslebesitzer weiß man das immer mal wieder was kommt, aber unser Haus ist BJ 2007 und wir hatten ja schon gehofft erstmal davon verschont zu bleiben, zumal auch die Straße damals komplett neu gemacht wurde und eben alles).
Ach die Straße… nach dem jetzt mal wieder wochenlang nix war, und jetzt seit 3 Tagen wieder mal an der Baustelle rumgebaggert wird , weiß ich auch nicht was das noch werden wird. Ich hoffe so sehr das die noch dieses Jahr zumindest den Rohbau da hinstellen, auch wenn ich es bei den aktuellen Temperaturen kaum glaube, aber sonst fangen die sicher erst wieder im Februar an und dann hab ich echt ein kleines Problemchen. :/
Und es nervt sehr, dieses Nichts-wissen. Wochenlang passiert gar nix, und von einem Tag auf den nächsten komm ich nicht mehr auf meinen Parkplatz weil hier alles voll gestellt wird. Auch das ärgert mich. Da kann man mal echt Bescheid sagen, zumal ich als dicke Schwangere nicht mal eben pro forma unten (wir wohnen hinter einer Kurve) parken und dann die schweren Getränke hier hoch schleppen kann/will.

Das Ärgernis mit der Schwägerin ist weiterhin nicht ausgestanden, auch wenn ich inzwischen schon gar nicht mehr genau weiß, wer was wann gesagt hat. Ich könnte zwar nachschauen, mag aber nicht. Ach es ist nicht einfach. Vor allem weil ich dieses Jahr Weihnachten defintiv nicht zu meinen Eltern fahren/fliegen wollte (ich bin dann 30-35. Woche), der Namenslose es aber doof findet, hier alleine zu sitzen, während eine Straße weiter seine komplette Familie versammelt ist…. Was ich auch versteh. Aber trotzdem!!!
Jetzt haben wir also doch Flüge gebucht und ich bin sehr sehr sehr gespannt wie ich es mit meiner bis dahin Riesenkugel und Kind und Gepäck machen soll und machen werde. Denn der Namenslose kommt später nachgeflogen 😦 Ich hab echt Bedenken und Angst, vor allem weil Erna ihren eigenen Sitz so gar nicht toll fand im September. Die erste Kostprobe haben wir Anfang November. Da flieg ich auch schon alleine zu meinen Eltern. Und auch das wird sehr interessant.

Jetzt bin ich müde und in ner halben Stunde kommt der Namenslose zum Mittagessen. Muss mich noch ein bissel ausruhen. Ich hoffe sehr das ich in Zukunft (ich habe es SEHR vermisst) wieder öfter und dann auch strukturierter zum schreiben kommen werde.
Als nächstes also, wie wird es sein wieder ins Geschäft zurückzukehren um das Büro zu räumen und den Schlüssel abzugeben, wie werden die Kollegen reagieren….. okay, das Büro räum ich allerdings mit dem Namenslosen mal Abends aus, da wird mir wohl eher keiner begegnen. Aber die Schlüsselsache wird tricky. Und dann ist da ja noch mein Home Office Arbeitsplatz, der bittedanke auch gerne wieder abgeholt werden soll.

Also auf bald! 😀