Liebes Tagebuch

Gestern war ein ziemlich guter Tag. Und weil ich sonst meistens immer nur die schlechten Höhepunkte festhalte, berichte ich einfach auch mal von den guten Sachen.

Die Erna hat tief und fest und vor allem absolut bewegungslos die komplette Nacht durchgeschlafen, so das auch ich sehr sehr erholt in den Tag starten konnte. Als ich morgens sogar so viel Zeit hatte, mir die Haare zu machen (sonst ist es einfach nur ein schneller Zopf) versuchte ich das Kind zu wecken.
Das fiel mir ziemlich schwer, ich streichelte, redete, kitzelte. Sie grinste, drehte sich hin und her um dann irgendwann zu sagen „nein Mama, lass es, mag nich“ , dann schnappte sie ihre Decke und rollte sich wieder ein und kniff ganz feste die Augen zu. Ach ja, morgens kommen alle schwer aus dem warmen Bett. Nach ein paar Mal „MAMA, nein gesagt, mag wiklich nich, schlafe“ hab ich sie dann doch einigermaßen wach aus dem Bett kriegen können. Dann, wie schon viele Nächte davor, zog ich ihr eine komplett leere Windel aus und setzte sie wie jeden morgen nach dem Aufstehen auf den Topf. Sie schnappte sich ein Buch und erzählte wer alles Haare hat. Nachdem sie felsenfest davon überzeugt war, das Mama „fiel Haare“ hat, freute ich mich sehr 😉 und als wir sie fertig angezogen hatten- Erna zieht sich alleine Body und Pullover über den Kopf und steckt alleine die Arme durch die Ärmel, mit nur noch ganz wenig Hilfe von mir- liefen wir gut gelaunt die Treppe runter, wie jeden Morgen laut „Guten Morgen, wir sind dahaaaa, Hallo Treppe bist du auch schon wach“ rufend.
Ich warf das Kind auf der Couch ab und deckte sie nochmal gemütlich zu, sie hat ihre Puppe auf der linken Seite, den Wauwau auf der rechten eingekuschelt. Ich mache den blauen Elefanten an und werfe das Brot in den Toaster. In der Zwischenzeit lass ich mir den Kaffee raus, hole die Brotdose aus dem Spüli und trage schonmal alles zusammen, was ich heute mitgeben will- Butter, Käse, Salami, Paprika, Gurke, Cocktailtomaten, Trauben, Banane. Der Kaffee ist fertig, das Brot auch und will mit „mamelade“ beschmiert werden. Ich trage dem Kind das Brot auf die Couch und sie mümmelt sich gemütlich ein und isst, während „Elefant was machst du da?“ der Elefant lustige Sachen macht.
Ich esse auch ein Brot, trinke meinen Kaffee und mache dann die Vesperbox fertig. Da ich nie weiß, ob das Kind lieber Salami oder Käse mag, habe ich mich heute entschlossen, einfach nur Butterbrot reinzulegen und je eine Scheibe Käse und ein paar Scheiben Salami daneben zu packen. Dann können die Erzieher das direkt selber raufpacken, die schneiden das Brot und die Tomaten und auch die Trauben sowieso nochmal kleiner.
Der Elefant ist zu Ende und Erna macht den Fernseher aus, und will jetzt in die Kita „ball spiele“- wir packen zusammen ihren Rucksack, ziehen uns an und fahren los.
In der Kita angekommen, freut sich Erna ganz doll, hilft mir beim ausziehen und läuft schonmal los. Ich verräume alles und trage den Rucksack hinterher. Ernas „Oma“ ist da und sie geht sofort zu ihr und kuschelt. Ich gebe ihr einen Kuss und gehe dann. Mit einem lächeln, ich bin so froh über diese tolle Kita mit diesen tollen Menschen.
Ich sitz wieder im Auto und sehe, das ich nur noch 5 Minuten für die nächste Bahn habe. Gedanklich schonmal auf die nächste Bahn, also in 15 Minuten, eingestellt, fahre ich los und habe eine absolut grüne Welle- alle 4 (!) Ampeln auf der recht kurzen Strecke sind grün und es ist nix los. Ich finde einen super Parkplatz und renne zur Bahn. 2 Minuten vor Abfahrt sitze ich auf meinen Stammplatz. Läuft. Ich hole mein Buch raus und lese bis meine Station kommt. Upps. Das ging aber schnell. Ich steige aus und die Rolltreppe fährt von meiner Seite aus, das wird ein guter Tag. Schlechte Tage sind die, wo ich schon dort Treppe laufen muss.
Ich stempel mehr als pünktlich ein und geh in mein Büro. Unterwegs halte ich noch 10 Minuten ein Schwätzchen mit meiner Sekretärin.
Im Büro stelle ich fest, das es heute ganz sicher nicht viel zu tun gibt- ich mache meine Kaffeemaschine an und checke erstmal die Mails. Dann trinke ich in aller Ruhe den Kaffee. Immer noch keine Arbeit. Ich gehe einen Stock höher, da wir momentan in der anderen Gruppe aushelfen, um zu schauen ob ich Vertretungssachen habe. Stürme ich das Büro und- da sitzt die Kollegin die eigentlich krank sein sollte. Also auch hier keine Arbeit für mich, aber ein kurzes nettes Gespräch.
Wieder im Büro, mittlerweile mit 1 Akte, kommt das Gesundheitsmanagement vorbei und verteilt Bio-Orangen, Pampelmusen und Kiwi.
Die Zeit vergeht und ich habe sogar ein bisschen Arbeit. Dann ist es schon 11.45 Uhr und ich gehe in den Meeting-Raum, dort ist alles schon sehr nett hergerichtet- es gibt Weißwurstfrühstück mit der Gruppe und ein paar anderen- der Kollege feiert seinen 60.
Da ich noch nie Weißwurst gegessen habe, ich aber noch irgendwas mit Pelle abmachen im Hinterkopf hatte, beobachtete ich die beiden neben mir- die eine macht es ab, die andere isst sie mit. Na prima. Ich entscheide mich auch für mit-Pelle und probiere mal. Ist gar nicht sooo schlecht. Ich hab es mir jedenfalls schlimmer vorgestellt. Es gibt Sekt und Saft und sehr nette Gespräche und es wurde viel gelacht. Direkt im Anschluss um halb 1 mache ich Feierabend, weil ich so viele Überstunden habe. Prompt sitze ich in der Bahn, die 20 Minuten zwischen 2 Stationen stehen bleiben muss, weil die vor uns ein technisches Problem hat. Ärgerlich aber nicht so schlimm. Daheim bin ich dann kurz nach 1 und sofort fange ich mit putzen an, denn heute kommt ja der Babysitter. Der Namenslose kommt gegen 2 und zusammen rocken wir noch ne halbe Stunde, dann blinkt das Haus. Mehr oder weniger ;P
5 Minuten später bin in in der Kita und mein Kind sitzt- welch Überraschung- beim essen. Es gibt Kuchen, Banane, Traube, Kiwi, Paprika, Mandarinen und und und- alles von der Kita bzw. von den Erziehern privat für die Kinder mitgebracht. Mir komplett unbekannte Kinder tippen Erna an, weil sie mich als ihre Mutter erkennen. Erna freut sich arg, will aber trotzdem noch sitzen bleiben, ich meine- es gibt PAPRIKA… da ICH den Kuchen aber sehr lecker finde, animier ich mein Kind sich doch ein Stück davon zu nehmen, in der Hoffnung sie mag ihn nicht und gibt ihn mir. Schlechte Idee. Also setze ich mich auch hin, beobachte das glücklich mampfende Kind und unterhalte mich mit der Erzieherin. Die erzählt wie toll doch Erna ist (nur weiter so! 😀 ) und wie sehr sie Bücher liebt und das sie gestern nur mit Erna und einem anderen Kind in der Bücherei waren. Es war wohl richtig gut. Auch das spazieren in den Weinbergen klappt prima. Mir fällt das Buch ein, das ich dabei habe- und frage ob ich es der Kita schenken darf- weil wir das doppelt haben. Sie freut sich extrem- so das ich jetzt in Zukunft auf Flohmärkten auch ein bisschen für die Kita gucken werde.
Sie erzählt mir noch, wie extrem meine Tochter ist, das sie so fassungslos schimpft wenn ein Buch kaputt ist und es nicht mehr anfassen will- ja das kenne ich 😛 Wie gesagt, sie LIEBT Bücher und behandelt sie auch so. Wenn jemand das nicht tut, dann geht sie sehr ab 😛
Und Erna sei immer die erste die beim aufräumen hilft (ach was? hier eher so mäßig) und sei die EINZIGE (großer Mamastolz) die die Sachen auch an die richtige Stelle packt, da sind ja so Fotos an den Schubladen außen dran, wo was rein kommt- und sie hat das schnell verstanden. :D:D:D

Eine halbe Stunde später, drängel ich dann doch aufs gehen, am liebsten würde ich zwar auch noch ne Weile in der Kita bleiben, aber wir haben ja noch was vor.

Wir besuchen kurz den Papa, der leider keine Zeit hat, dafür wird der Laden einmal von der Erna aus-und umgeräumt. Es ist so süß zu sehen, wie selbstverständlich dieser Laden auch zu „uns“ gehört 😛

Dann sind wir daheim und laufen erstmal eine Runde mit der Ente (so ein Holzschiebeding) unsere Straße hoch und runter. Erna parkt die immer irgendwo, geht weg und ruft „komme glei wida“ und freut sich ganz doll.
Nach einer halben Stunde brechen wir ab, es ist einfach viel zu kalt draußen, und gehen hoch. Erna sagt sie ist „mude“ und will“ schlafe“- kein Problem. Also lege ich mich mit ihr zusammen für ca. ne Stunde hin. Ich denke nicht das sie geschlafen hat, aber immerhin geruht. Dann ist es schon dreiviertel 5 und ich lasse mir Badewasser ein. In der Zeit wie das läuft, hole ich Ernas Sitzsack, Bücher und Puppenzubehör hoch. Ich gehe ins Wasser und Erna sitzt im Bad und guckt ein Buch an. Das tut sooo gut, endlich mal wieder baden zu dürfen. Aber nicht lange, schon steht sie am Wannenrand „will auch“ „will auch wassa“ fasst rein und ruft „heiß“- ich vertröste das Kind und steige auch bald wieder raus. Dann ziehe ich mich schick an, während Erna unsere Klopapierrolle bearbeitet. Das darf der Papa nicht sehen 😛
Dann schminke ich mich, während Erna die restlichen Schminksachen und meine Tasche untersucht und sich mit einem leeren Pinsel auch „anmalt“. Dann findet sie darin ein Armband und ist überglücklich und läuft damit stolz noch 10 Minuten rum. In der Zeit kann ich mir die Haare föhnen und bin zum ersten Mal seit…hmm… ner Weile wieder von Kopf bis Fuß aufgehübscht.
Es ist inzwischen schon halb 6 und der Babysitter ruft an- seine Frau kann leider nicht mitkommen, weil sie krank ist, ein weitere Kumpel kann wohl auch nicht- aber er ist frohen Mutes das Ding alleine zu rocken. Okaaay. Ich atme erstmal tief durch, während die Pizza im Ofen ist, das wird interessant. Alleine hat er noch nie auf sie aufgepasst und das sind ja schon so 4 Stunden… am Abend… mit einer nicht ausgeschlafenen Erna. Ich schlucke die Panik runter und wir setzen uns zum essen, nach dem „piep piep piep, guten Appetit“ wohlgemerkt. Da klingelt auch schon der Babysitter und Erna freut sich sehr ihn zu sehen und bindet ihn gleich ein. Super. Ich werfe die Pizza für ihn in den Ofen. 3 nach 6 kommt der Namenslose, isst meine restlichen Pizzastücke und zieht sich schnell um. Dann verschwinden wir leise und schnell und fahren los. Stehen dann natürlich im Stau, die Veranstaltung ist ausverkauft, 4.000 Leute. Ui. Nachdem wir nochmal 5 Euro (!!!!) fürs Parken berappen mussten und erstmal Probleme hatten uns in der großen Halle zurechtzufinden saßen wir 15 Minuten vor Beginn auf unseren Plätzen. Leider waren die doch eeetwas weiter hinten und so erbarmte sich der Namenslose nochmal zum Auto zu sprinten und meine Brille zu holen. Pünktlich schaffe er das noch 😀 Und die Show war auch echt gut, sehr witzig und auch spannend. Allerdings tat uns beiden nach einer Stunde der Pop*o ziemlich weh- zum Glück war dann Pause. Der Babysitter schickte zwischendrin Fotos und Standberichte- alles prima.
Wir entschieden uns in der Pause die Veranstaltung zu verlassen, weil es jetzt doch nicht sooo der Hammer war und auch länger dauerte als wir dem Babysitter gesagt hatten. Wir fuhren dann zum gelben M und setzten uns rein. Wir erinnerten uns an unser 2. Date zurück, als wir auch beim goldenen M saßen.
Überhaupt haben wir sehr viel miteinnander geredet. Es war sehr sehr schön.

Dann kamen wir kurz nach 9 wieder nach Hause und das Kind freute sich gar nicht uns zu sehen 😀 Sie hatte sehr viel Spaß gehabt, allerdings war der Babysitter total fertig- fast 4 Stunden Dauerbespaßung means Action 😀

Wir ließen den ziemlich stolzen Babysitter gehen und Erna durfte dann noch eine Runde mit dem Papa baden gehen. Danach fielen wir alle direkt ins Bett, Erna schlief sofort wie ein Stein und ließ sich problemlos in ihr Bett umtragen.
Danach haben der Namenslose und ich noch ne Weile geredet und gekuschelt und was man sonst so macht 😛

Es war ein wirklich schöner Tag und ein noch viel schönerer Abend. Und ich habe gemerkt das es uns beiden gut getan hat, mal wieder „raus“ zu kommen und was zusammen zu machen.

Auch heute sind wir gleich wieder viel netter zueinnander gewesen. Also wird es in Zukunft nicht mehr so große Abstände zwischen den Dates geben. Zum Glück ist das nächste bereits für den 15. geplant- da sind wir nämlich schon 6 Jahre zusammen 😀

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2 Gedanken zu „Liebes Tagebuch

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