Kita

Mir ist gerade mal aufgefallen, dass ich euch ja noch ein Update zur neuen Kitasituation schulde. Rumjammern kann ich ja immer gut und auch ganz schnell, aber die positiven Dinge fallen bei mir ganz gerne mal unter den Tisch 😛

Wie ist denn der letzte Stand? Ich glaube ich hab schon noch geschrieben das wir die Kita tatsächlich so spontan zum 8.12. gewechselt haben!? Wir haben uns gegen den März als Startmonat entschieden, weil es damals einfach wirklich wichtig war (und wie wir jetzt wissen zu Recht) das wir schnell aus der privaten Einrichtung raus konnten.
Erna war dann, meine ich, auch den kompletten Dezember nicht mehr dort. Aber wie sollte die Eingewöhnung laufen, ohne das einer von uns so wirklich Zeit bzw. Urlaub hat? Denn immerhin waren es ja nur 2 Wochen bis zu den Weihnachtsferien. Krank machen gilt auch nicht.
Wir sind bei dem Vorgespräch ja so verblieben, das wir erstmal sehen werden wie es läuft, aber es prinzipiell langsam angehen sollen.
Ich bin dann am Montagmorgen also mit der Erna Punkt 9 in der neuen Kita gewesen. Und war dann auch gleich ziemlich ernüchtert. So kahl und alt hatte ich das gar nicht mehr in Erinnerung!? Und es ist auch so ein recht kleiner Raum, DA sollen 9 Kinder täglich genug Platz zum spielen und toben haben? Und DAS soll alles an Spielzeug sein, was die da haben????
Erna machte das gar nichts aus. Sie lief erstmal von Ecke zu Ecke und hatte wirklich Spaß- fand gleich 1,2 Spielsachen mit denen sie sich lange beschäftigte- Mama war ja da und das ist toll. Auch wenn ich schnell nicht mehr direkt neben ihr sein brauchte, ab und an kam immer der Sicherheitscheck.
Halb 10 dann kam endlich mal ein anderes Kind aus ihrer Gruppe, und die Nachricht das es nicht mehr werden würden, alle anderen waren krank. Luxussituation- 4 Erzieher, 2 Kinder und ich. 😛 Das andere Mädchen, das eigentlich schon in den Kindergarten gehört, aber der Wechsel SEHR sanft stattfindet und sie selber lieber noch im „Nest“ (so heißt die Gruppe) bleiben will, kümmerte sich dann auch sehr lieb und Erna. Ich bekam einen Kaffee und einen richtigen (!) Stuhl angeboten und war ebenfalls glücklich. Erna fand die Bälle, räumte ihre Kiste ein und aus, ließ sich Bücher vorlesen, krabbelte tausend Mal durch den Krabbeltunnel ins Zelt und zurück.
Leider wurden wir um 11 wieder rausgeschmissen. Zwischendrin war ich auch mal telefonieren und auf Toilette. Das machte der Erna gar nichts aus.
Total glücklich und frohen Mutes gingen wir mit der Erkenntnis raus, es macht nicht die Menge an Spielzeug und der Zustand der Räume, sondern einfach die Lust und die Herzlichkeit der Erzieher eine Kita aus. Auch wenn ich da vorher anders dachte.
Den Nachmittag übernahm dann der Namenslose und ich fuhr ein paar Stunden arbeiten. Aber machen wir uns nix vor, in den 2 Wochen sammelte ich Millionen Minusstunden 😛
Am Dienstag dann wieder um 9 waren wir am Start- Erna freute sich bereits beim Frühstück drauf mit ihrer Erzieherin Ball zu spielen, nach diesem ersten Schock, weil absolut ungewohnt und gar nicht mein Kind, war ich sehr gespannt auf den 2. Tag. Diesmal durfte ich für eine dreiviertelstunde gehen, da wir nur 2 Fahrtminuten von der Kita weg wohnen, konnte ich sogar heim und ein bisschen home officen. Mehr als pünktlich war ich dann wieder in der Kita und saß im Essenraum rum, sie wollten noch sehen wie lange Erna noch mag. Geweint hatte sie in der Zeit kein bisschen! Auch das mehr als neu.
Da es so super lief, wurde ich wieder weggeschickt und ich sollte zum Mittagessen wiederkommen und dann sollten wir gehen. Ich war sehr gespannt auf das Essen, da es ja mein größter Negativpunkt gegen diese Kita ist.
Aber auch hier wurde ich positiv überrascht. Denn die Kita hat sehr wohl eine richtige Küche (die mir vorher irgendwie nie aufgefallen ist) und auch wenn das Essen mehr oder weniger angeliefert wird, der Salat wird frisch zubereitet und es gab Pizza zum selber belegen. Es sah viel viel besser aus als erwartet, schmeckte auch besser, und mit Pizza kann man mein Kind immer glücklich machen. Wir durften danach noch zum Singkreis, der immer vorm Schlafengehen gemacht wird und Erna war sehr sehr traurig das wir dann gehen mussten.
In der Zeit als Erna daheim dann Mittagschlaf machte, habe ich wieder 1-2 Stunden was gearbeitet. Das wars.
Am Mittwoch war sie bereits, wieder vorfreudig, den kompletten Vormittag in der Kita und ich sollte nach dem Mittagessen kommen um sie mit schlafen zu legen. Was ich merkwürdig fand und mir sicher war, wenn ich sie jetzt einmal schlafen bringen muss, dann wird das mit dem Schlaf dort nie was. Wir suchten uns also ein urgemütliches Bettchen aus, keine so billigen doofen ungemütlichen Matrazen, sie legte sich hin, ich mich daneben. Es kam wie es musste, natürlich wollte sie meine Haare haben und natürlich musste ich ihr ne ganze Weile „blau blau“ vorsingen. Was mir ein bisschen peinlich war, deswegen flüsterte ich es mehr in ihr Ohr. Dann schlief sie. Und ich sah ein bisschen schwarz für die Zukunft. Fürs erste jedoch durfte ich dann wieder gehen, Minusstunden aufarbeiten. Man würde sich melden, wenn das Dornröschen erwacht.
Erst kurz nach 14 Uhr bekam ich den Anruf. Ich soll doch bitte ganz schnell kommen. Diesmal brauchte ich bestimmt nur 30 Sekunden für die Fahrt. Als ich dort ankam, war schon alles wieder gut. Sie habe beim aufwachen nur so sehr nach ihrer Mama geschrien. Als ich denen erklärte, das sie das IMMER tut, egal ob mittags oder nachts oder morgens, auch bei uns, wussten die das dann auch.
Trotzdem nahm ich sie mit und für den Donnerstag verabredeten wir, dass man es mal den ganzen Tag probieren würde. Ich war zwecks Arbeit SEHR verzweifelt, weil einfach extrem viel zu tun war und noch mehr liegen blieb und ich ja noch lange nicht eingearbeitet bin.
Mit sehr gemischten Gefühlen fuhr ich Erna also am nächsten morgen hin. Sie freute sich, wieder mit der Erzieherin Ball zu spielen, ich freute mich das die Brotdosenbefüllung wirklich nur ein paar Minuten mehr morgens in Anspruch nimmt und dann ging es los. Ihre Erzieherin versprach mir Bilder, auch nach Bedarf, per Whatgehtab, und ich fuhr also los. Leider weinte sie dann doch beim abgeben. Und mit sehr gemischten Gefühlen ging ich raus… Mist. Doch bereits an der Eingangstüre die erste Nachricht mit Bild, hat schon aufgehört. Den Arbeitstag konnte man eigentlich trotzdem vergessen, ich war zu sehr mit den Gedanken woanders. Doch mit jeder Nachricht und jedem Bild entspannte ich mich mehr. Und als das schlafenlegen wider Erwarten problemlos klappte, war dann auch alles gut 😀
Kurz nach 14 Uhr holte ich ein extrem gut gelauntes Kind, kennen wir so auch nicht, aus der Kita ab. Kiloweise Steine fielen vom Herzen.
Der Freitag lief noch besser, denn da wurde nur wenige Sekunden beim abgeben geweint. Auch sonst alles prima, wie mir per Bildbeweis geschrieben wurde.
So durften wir dann auch in die 2. Woche ganz normal starten, zwar sollten wir sie Punkt 14 Uhr immer abholen, aber gut. Vor dem Montag hatte ich noch ein wenig bammel, da ja wieder 2 Tage dazwischen waren, aber auch das umsonst. Wieder nur eine Sekunde kurz geweint. Aber generell nur kurz beim abgeben, tagsüber hat sie noch gar nie dort geweint.
Schon am Dienstag gab es GAR KEIN Weinen mehr.
Und das ist so geblieben.
Damit war dann auch die Eingewöhnung beendet.
Das eine neue Kita auch neue Viren und damit ein neuer, schlimmer Husten bedeutete, lass ich mal jetzt weg.

Fazit nach heutigem Stand:
Ich habe ein SO dermaßen schlechtes Gewissen meinem Kind gegenüber!!! Wie konnte ich sie seit Juli fast täglich in diese Einrichtung geben? Dieses ganz schlimme Weinen, schon wenn ich sie morgens anziehen musste, die komplette Autofahrt, beim Anblick der Kita…. Und dann hat sie ja auch fast den ganzen Tag dort immer wieder sehr geweint, es gab in der kompletten Zeit dort genau 2 (!!) Tage an denen sie tagsüber (wohlgemerkt!, beim abgeben immer!) nicht geweint hat. Wenn man sie dann abgeholt hat, schon mit ganz roten Augen, war sie SO froh uns zu sehen und da wieder rauszukommen, das sie wieder geweint hat. Es tat mir so weh, es tat mir so leid. Und nicht nur einmal habe ich ebenfalls mit verweinten Augen in der Bahn zur Arbeit gesessen oder selbst im Büro weinend den Namenslosen angerufen, das er sie doch bittebitte noch vorm Mittag dort wieder abholt, weil es wieder besonders schlimm war.
Ich hätte doch ahnen können, nein WISSEN müssen das es ihr dann dort wirklich nicht gut ergeht!!! Wie konnte ich so blind/blöd/schlecht sein?
Klar, selbst wenn ich es eher gecheckt hätte, finde mal schnell einen neuen Platz, daran wäre es eh gescheitert- aber trotzdem! Ich hab immer wieder gedacht, es wird eben irgendwann besser, und es liegt an IHR…. auch wenn ich ein schlechtes Gefühl hatte, mir einige Dinge von Anfang an spanisch dort vorgekommen sind, wieso nimmt man einjährigen die Kuscheltiere und die Nuckel ab??? Obwohl doch JEDER mit gesundem Menschenverstand weiß, das es eben der Elternersatz und Tröster in den Moment ist??
Bei Erna hat es nur bezweckt, das sie dann ab Abholzeit weder ihr Kuscheltier noch ihren Nuckel losgelassen hat, und mich auch nicht. Ich habe richtig gemerkt, wie sie auch ein wenig geistig verkümmert ist, und nach Büchern „bettelte“… Denn dort wird mit den Kindern ja kein Buch angeschaut….. Bis auf 1, höchstens 2 Erzieherinnen dort, war keine Ernas 1.Wahl und sie ging nie freiwillig zu einen von denen. Wie sollte sie sich auch an sie gewöhnen, kamen und gingen diese doch ständig und fast jeden Tag war ein andere Schichtdienst…

Und jetzt? Jetzt FREUT sich mein Kind jeden Morgen in die Kita zu fahren, NICHT EIN EINZIGES MAL weint sie, sie sitzt ganz lieb bis ich sie dort ausgezogen hab, zeigt mir wo ihre Jacke hinkommt und hängt mit mir zusammen ihren Rucksack an den Haken. Es sind jeden Morgen, eigentlich jeden Tag prinzipiell, die GLEICHEN Erzieher da. ALLE Erzieher dort sind mega super absolut unglaublich lieb und nett und es gibt keinen wo ich auch nur ein wenig ein schlechtes Gefühl hätte, ich mag sie alle dort sehr. Es gibt dort einen männlichen (Vaterfigur) Erzieher der für den Quatsch zuständig ist ;D und eine ziemlich Alte (Omafigur), die Erna sofort in ihr Herz geschlossen hat, was mich besonders freut, da Erna ja hier nicht wirklich eine Oma hat. Das beruht auf Gegenseitigkeit. Überhaupt hast du bei allen das Gefühl, Erna ist ihr Liebling, allerdings merkt man schnell, das es bei jeden Kind so ist. Das ist toll!!! Die Erzieher kümmern sich, und dies auch GERNE und mit Leidenschaft, um die Kinder und Erna sitzt für ihr Leben gerne im Essenraum und knabbert aus ihrer Brotbüchse oder anderes Obst, das es von der Kita aus gibt. Sie kann essen, wann und was sie möchte. Sie darf Kuscheltier und Nuckel behalten, was dazu führt, dass sie es dort wie hier eigentlich beides kaum mehr braucht und will. Erna schläft unheimlich gut und lange dort, sie hat dort sowas wie „Freunde“ gefunden und erzählt vor allem ganz oft und viel von den Namen dort, sowohl Erziehernamen als auch Kindernamen. Das hat sie in der anderen Kita NIE getan. Wenn ich Erna dann abhole, kommt mir ein absolut gut gelauntes, sehr glückliches Kind entgegen, das sich fröhlich von allen verabschiedet.
Und gestern ist es doch tatsächlich passiert, das sie nicht wirklich zum weggehen zu bewegen war, sie wollte lieber noch ein bisschen hier und da rumlaufen, vom frisch aufgeschnittenen Gemüse und Obst naschen und einfach genießen. ❤
Jeden Tag sage ich dem Namenslosen, und auch sonst allen die es hören wollen, das es die beste Entscheidung ever war. Das Erna noch nie so gut gelaunt und glücklich war. Das ich eben deswegen ein schlechtes Gewissen, wie oben geschrieben, hab. Das ich so froh bin, das wir es gewagt haben, das wir einen Platz bekommen haben.
Ich freue mich auf Frühjahr und Sommer, wenn die Kinder den tollen Garten mehr nutzen können und weiß jetzt schon, das ich Erna dann später abholen werde. (hier ist ja dann bald Baustelle nebenan).
Ich kann leichten Herzens zur Arbeit fahren und mich dort auch darauf konzentrieren. Ich kann den Nachmitag mit Erna wieder sehr und mehr genießen.
Eigentlich kann ich gar nicht genug von der Kita schwärmen, bzw. eben von den tollen Leuten dort, die das alles täglich aufrecht erhalten.

Ich hoffe das es jetzt weiter so positiv bleibt und wir das Thema Kita damit erstmal abgeschlossen haben!

Okay, es gibt doch was negatives… die Ankündigungszettel könnten einen ticken eher im Fach liegen 😛 :P:P

 

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6 Gedanken zu „Kita

    • :D:D
      Ich glaube fast, bei den städtischen IST das sogar Standard- es gibt sicherlich auch tausende supertolle private Einrichtungen, aber unsere war einfach echt der Negativhöhepunkt, die waren ja sogar schon mehrmals in der Zeitung deswegen- was wir leider erst später gesehen haben.
      Traurig ist einfach, das die letztendlich fast machen können was sie wollen, weil man denen ja auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist…

  1. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Es ist dein erstes Kind und da ist man oft noch sehr unsicher, was normal ist und was nicht. Es zeigt nur einmal mehr, dass Kinder Individuen sind und nicht nach Programm getrimmt werden können.

    LG

    • 🙂
      Danke, das ist lieb von dir und tut gut zu hören!
      Und du hast SO Recht, zum Glück wird auf jedes einzelne Bedürfnis der Kinder in der neuen Kita Rücksicht genommen, das war vorher leider nicht so- da mussten sie mehr oder weniger funktionieren 😦

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