Warum ist eigentlich immer was?

Es könnte doch eigentlich alles so schön sein. Einfach mal laufen. Erna hat nicht mehr geweint beim Kitaabgeben, ich hab mich so langsam ins Geschäft eingearbeitet und eingelebt, zwar sind wir alle ständig und immer mal wieder dauerkrank- aber auch das ist irgendwann in den Zustand der Gewöhnung übergegangen. Ich bin auch längst nicht mehr so panisch, wenn die Erna mal wieder sehr erkältet ist, dann hole ich meine 2-3 Hausmittelchen und nicht-Hausmittelchen und dann wird das ausgestanden.

Aber nein. Immer kommt irgendwas. Immer. Es läuft einfach nicht mal so vor sich hin, wie sagt man? Das Leben plätschert vor sich hin. Das mein ich. Das gibt es gerade nicht.
Erst die Geschichte mit der Schwägerin, die immer noch (wahrscheinlich nie!?) nicht ausgestanden ist, dann der Onkel des Namenslosen- der seit Oktober im Krankenhaus ist und anscheinend dort auch nicht mehr herauskommen wird….. Dann die Mega-Umstellung und der damit verbundene superStress im Geschäft des Namenslosen, der jetzt wochenlang NICHT da war (also nur zum schlafen) und einiges an Kraft und Beziehung abverlangt hat.  All das zusammen (mit der Angst um meine Mama) war schon nicht einfach, viel nachdenken, viel weinen, aber das kriegt man hin.
Und dann das.
Ich hole die Erna letzte Woche aus der Kita ab, „überraschend“ schon eher. Wundere mich, weil ihre Jacke in der Garderobe hängt, sie aber nicht da ist. Kurze Zeit später kommen die Kinder, Erna als EINZIGE in einer dünnen Regenjacke. EISkalt war das Kind, noch ne halbe Stunde später. Draußen waren 5 Grad. Alle andere Kinder hatten ihre (dicken) Jacken an.
Und ich werde wütend. Frage (noch sehr nett und nebenbei) warum Erna so kalt angezogen ist. Die (Bezugs)Erzieherin spielt es runter und ist sich keiner Schuld bewusst, hat aber grad Stress und die Situation passt nicht. Ich schnappe mir mein Kind, wärme es und nehme mir Gespräch für Montag vor.
Noch am Freitag werde ich immer fuchsiger. Das geht doch so nicht. Um an diese dünne Regenjacke zu kommen, musste die Erzieherin ihre Winterjacke anfassen, weil die drüber hing. Also kann man das schon fast als Vorsatz bezeichnen. Das Vertrauen ist dahin. Daheim stelle ich fest, mindestens auch am Donnerstag (da war es auch schon so kalt, da vor die Tage ging es ja) war es das Glitzegleiche. Denn Erna wollte am Wochenende beim rausgehen automatisch diese Jacke nehmen. Also kennt sie diese bereits zu gut.
Und nein, Erna hatte diese Jacke nicht an, weil sie drauf bestanden hat, glaubt mir, diese Erzieherin ist absolut unnachgiebig und Kinder haben da keine eigene Meinung zu haben. Hätte sie also die Winterjacke anziehen wollen, hätte sie diese auch angehabt. Im Übrigen besteht Erna auch noch nicht auf bestimmte Sachen. Es war ein reines Zeichen der Gewohnheit.
Also wurde ich noch wütender. Vor allem aber auch enttäuscht. Denn ich habe das Vertrauen verloren. Ich brauchte mich gar nicht mehr wundern, warum das Kind ihre Erkältung net wirklich los wird und ich brauchte mich auch nicht wundern das Erna bereits Freitagabend anfing mit diesem bellenden Husten. Nachdem wir ihn endlich eine Woche los waren.
Am Montag also, ich hatte also 2 Tage Zeit ruhiger zu werden, war die Bezugserzieherin wundersamerweise spontan im Urlaub, also ging ich zur Leiterin- die nämlich am Freitag ebenfalls mit den Kindern draußen war, und meiner Meinung nach genauso in Verantwortung steht. Trotz der Zeit die da dazwischen war, hat man mir meine Wut definitiv angemerkt und ich konnte die Sache zwar sachlich, jedoch nicht ruhig sondern sehr emotional ansprechen. Die Leiterin hatte Verständnis, entschuldigte sich und es würde nicht mehr vorkommen.
Heute nun war die Bezugserzieherin da. Also gleich morgens das Gespräch gesucht, ebenfalls sehr emotional nochmal geschildert, wo mein Problem liegt und das dies einfach nicht in Ordnung ist. Allerdings- kein Verständnis, keine Schuldbewusstsein, kein nix. Sie fing an zu diskutieren (!) und da platzte mir der Kragen (so ein bisschen). Ich kann NICHT nachvollziehen, wie es sein kann, dass ALLES da ist (Handschuhe, Jacke usw. es ist ALLES da) und man nur mal gucken, mitdenken und vor allem sich ins Kind versetzen muss, das man dann bewusst noch diskutieren muss. Was anderes wäre es, aber da hätte das Kind dann eben in der Kita bleiben sollen, wenn keine warmen Sachen dagewesen wären.
Und ganz ehrlich, SIE kann nicht von sich aus gehen. Sie kann auf dem Spielplatz die Hände ich die Jackentasche stecken, laufen, sich warm halten. Erna kann das nicht. Erna spielt dann mit dem (kalten, nassen) Sand oder schaukelt und hat dabei die Hände auch am (eiskalten) Eisen. Außerdem läuft sie nicht (wirklich) sondern sitzt in diesem Wagen von der Kita. Nix mit warm laufen. Warm halten kennt Erna gar nicht.

Und verdammt noch mal es hatte 5 (!!!!!) Grad draußen. Es war ARSCHKALT. Und JEDEM dem ich das erzähle, die ja auch alle meist hier wohnen, wird dabei ebenfalls frostig. Weil wir alle gefroren haben.

Und dann war das „geklärt“  (sie meinte dann nur „wie sie wünschen“ „ist ja ihr Kind“ – in einem Ton, boah ey) und ich musste los zur Arbeit, Erna fängt voll an zu heulen (sie will ja auch gerade nicht mehr dableiben und zu ihr eigentlich eh nie) und dann geht diese Kuh einfach. Weg. Und ich steh da. Alleine mit meinem heulenden, verzweifeltem Kind. Ich hab versucht sie zu beruhigen und mit ihr was zu malen, aber nichts ging. Letztendlich musste ich sie alleine (sehr sehr dolle weinend) auf dem Stuhl sitzend zurücklassen. Es hat sich KEINER drum gekümmert. Weil Madame war ja weg.
Und das geht einfach auch gar nicht. Eine Erzieherin (und sie ist ja nichtmal eine) muss das trennen können. Kann sie aber nicht, letztendlich hat sie es Erna spüren und an ihr ausgelassen.
Ich saß vollkommen apathisch in der Bahn. Hab hin und her überlegt sofort wieder umzudrehen und Erna einfach mitzunehmen. Hin und her gerechnet wie viel Urlaub ich noch habe. Wie ich jetzt an einen neuen Kitaplatz komme.
Das diese Frau nicht nochmal an Erna ran soll, steht jedenfalls fest. Herzlich war sie ja noch nie und glücklich weder Erna noch ich.

Der Namenslose holt sie heute ab, spricht (angeblich) nochmal mit der Leiterin. Ich wünsche mir wirklich er spricht das nochmal an, auch mit dem Wechsel in die „große“ Gruppe ab anderthalb. Da Erna eh weiter als ihre Mitkinder ist, wäre es sogar fast für Erna das Beste. Bis wir eben eine neue Kita finden. Denn das sie da so schnell es geht rauskommt, steht für mich auch fest. Es lief ja von Beginn an schon alles schief. Und glücklich war damit keiner von uns. Die letzten Wochen waren ganz gut, weil die Erzieherin Urlaub hatte und sich davor schon zurückgezogen hat (um die Kinder dran zu gewöhnen) und danach woanders ausgeholfen hat. Doch seit die wieder da ist…. will auch Erna nicht mehr morgens hin.

Und meine Erna….. es blutet mein Herz. Sie ist der absolut liebste und fröhlichste und kuschligste Mensch auf der Welt, sie hat das nicht verdient. Dieses abgestellt werden, nur gehorchen, nicht gegengeliebt zu werden. Denn wie gesagt, herzlich oder gar „warm“ war diese Frau noch nie. Die hat einen Befehlston drauf, alter Schwede. Man merkt auch immer wie Erna aufblüht wenn sie endlich daheim ist…..
Wenn ich könnte, ich würde sie lieber heute als morgen sofort da rausnehmen.
Leider geht das nicht.
Ab Montag darf ich offiziell 2 Tage daheim arbeiten. Mal schauen ob es so eine neue Lösung gibt. Ich weiß es nicht. Gerade ist es einfach nur zum schreien und ich weiß einfach nicht mehr weiter. Sitze hier seit 9 Uhr auf Arbeit und jetzt ist es gleich halb 1 und habe NICHTS geschafft. Weil die Gedanken sich nur darum drehen, um meine Erna. Und wie es ihr wohl gerade geht. …

Noch 2 Wochen. Dann ist zu wegen Weihnachten. Doch 2 Wochen sind in Kinderrechnung Jahre. 😦 Und in Mamaherzrechnung sowieso.

 

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2 Gedanken zu „Warum ist eigentlich immer was?

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