Teil 2 des heutigen Dramas mit Brainstorming

Mehr schlecht als Recht habe ich dann meinen Arbeitstag, inklusive ganz fieser Grippeimpfung und jetzt schmerzenden Arm vom Betriebsarzt, überstanden.
Mir war ganz übel, als der Namenslose anrief um zu sagen er geht jetzt in die Kita. Und dann hat er sich eeeewig nicht gemeldet. Wieder eine Bahnfahrt in der ich sehr froh war bis zur Endstation zu fahren. Dann rief er an und sagte es war ganz gut, dieses Gespräch. Die Gruppe darf Erna zwar nicht wechseln, weil die großen Kleinen bereits mit Scheren basteln und das kann sie noch nicht, aber eine neue Bezugsbetreuerin kann sie anbieten. Das ist schon immerhin was. Allerdings können wir da genauso wieder in den Misthaufen greifen. Ich weiß es nicht. Wie es wird in Zukunft und ob es was bringt. Anscheinend war die bisherige Betreuerin auch bei der Leiterin und bat um eine Lösung aka sie will Erna nicht mehr. Auch Recht.
Trotzdem habe ich den Nachmittag genutzt um verzweifelte Telefonate zu führen. Mir viel nämlich die katholische Kita noch ein, bei der ich Erna vor 2 Jahren angemeldet hab, seitdem aber nie wieder was gehört habe. Hatte die aber im Hinterkopf, weil Kind 3 der Doofschwägerin da ab Frühjahr wundersamerweise nen Platz angeboten bekam. Den sie ja nicht nimmt. Also rief ich da an um mal zu fragen, ob wir überhaupt auf einer Liste stehen und warum jemand der nach uns (weit nach uns) erst anmeldet und daheim ist, vor uns nen Platz kriegt. Angeblich wird da nämlich auch nach dem städtischen Punktesystem vergeben. Aber wenn eine gewisse Person angibt voll berufstätig zu sein und dann aber 3 Kinder hat, schwupps, schon ist man vorne auf der Liste. UNGLAUBLICH! Weil Madame ihren selbstdiagnostizierten „Burnout“ auskurieren will, ganz in Ruhe ohne Kinder und erst Recht ohne Arbeit, wird eben geschummelt und Leute (wie ich!) die WIKRLICH gerade arbeiten und keine andere Wahl haben und total verzweifelt sind weil es für das Kind gerade untragbar ist, rutschen runter….. grrrrrrr.
Die Dame war sehr nett am Telefon und ich durfte mich dort ein bisschen ausheulen. Nen Platz krieg ich dort trotzdem nicht.
Dann versuchte ich es beim Jugendamt. Allerdings haben die ausgerechnet Mittwoch keine Telefonsprechzeit. Denn bei uns geht alles was Kita angeht über das Jugendamt und vielleicht hätten die mir weiterhelfen können, da unsere Kita schon ein paar Mal negativ in den Schlagzeilen war- unter anderem wurde einem Vater der sich ein bisschen lauter beschwerte ohne Frist der Kitaplatz gekündigt, da haben die ganz unbürokratisch mit nem städtischen Platz ausgeholfen. Das fand ich sehr nett.
Naja, also dann weiter.
Ich probierte, eigentlich nur weil mir sonst nichts einfiel, nochmal in der städtischen Kita bei der SEHR netten Leitung – Kita ca. 1km von uns weg. Rein theoretisch zu Fuss erreichbar und überhaupt, tolles Konzept. Zumindest am Telefon immer.
Ich rufe da also an und ich sage meinen Namen und sie sagt, ach was, so ein Zufall, der Name sagt ihr nämlich was, weil sie erst gestern unsere Akte in der Hand hatte. Wir sind nämlich relativ weit oben auf der Liste und für Frühjahr sieht es ganz gut aus!!!!!!!!!! Bereits da fing mein Herz an zu Hämmern. Der Wahnsinn! Ich frage, ob die Plätze immer erst im August frei werden oder wie das abläuft. Da sagt sie, nee nee, sobald jemand rausgeht rückt ein andere nach. Und dann fiel ihr ein, da hat doch gestern erst jemand ne Zusage für 8.12. abgelehnt, weil diejenigen wegziehen. Ob ich denn spontan wäre. Beziehungsweise könne sie auch verstehen wenn es ZU schnell gehen würde, dann könnte man alternativ auch den 1.3. anbieten. Ob das denn was wäre?
Ist das Schicksal oder Zufall oder was?  NIE NIE NIE kriegt man Plätze, dann ruf ich einmal aus Zufall da an und bekomme einen Platz quasi ab sofort für Erna angeboten.
Ich habe erstmal halb zugesagt, denn eigentlich ist mir Montag natürlich zu schnell. Außerdem weiß ich ja nicht ob die Kita mir gefällt. Noch heute 2 Stunden später habe ich dann den Anruf der dann für Erna zuständigen Erzieherin bekommen. Die sehr nett klang. Morgen 14 Uhr haben wir dort nen Schnuppertermin. Wir kriegen von ihr die Einrichtung gezeigt und wir lernen sie ein bisschen kennen.
Da ich eben Frau Badeente bin, konnte ich es nicht abwarten und schnappte mir das Kind im Wagen und wir liefen mal los. Gucken wo die Kita ist. Denn die Straße sagte mir gar nichts. Relativ gut hab ich es dann gefunden und was soll ich sagen? Von außen macht die einen super Eindruck!!! Eine Villa, umgebaut, mit riesigem Garten. Direkt hinter dem schönem Rathaus in einer Sackgasse bzw. ist es eigentlich keine richtige Straße. Also kein Straßenlärm, kein großer Verkehr und ein Spielplatz direkt am Haus.
Ich bete inständig und hoffe sehr, dass sich dieser positive Eindruck auch morgen von Innen bestätigt. Das Gute ist ja immerhin, ich weiß jetzt worauf ich achten muss/werde/sollte und kann vor allem auch gezielt Fragen stellen.
Im Mai bemängelte ich ja in der anderen städtischen Kita das Mittagessen. Das von einer Großküche geliefert wird. Das ist hier nicht ganz der Fall. Hier gibt es nämlich (Teil des Konzepts was mir sehr gut gefällt) keine festen Essenszeiten sondern ein Kinderbuffet. Jedes Kind kann kommen und gehen wie es mag, wenn es eben Hunger oder Durst hat. Denn das mit dem Trinken in unserer aktuellen Kita ist nämlich auch ein sehr negativer Punkt.
Klar, der Migrationsanteil ist sicherlich trotzdem sehr hoch. Aber ganz ehrlich, wo ist es denn nicht so? Und es wird teilweise Rücksicht genommen, so heißt das Weihnachtsfest manchmal auch Winterfest, dafür werden aber auch ab und an andere Feste gefeiert. Gegenseitiges Kennenlernen sozusagen. Das finde ich gut. Und es gibt dort wohl ziemlich oft Elterncafe. Das finde ich eher so halb gut 😛 Da ich ja nicht so der Menschenfreund bin, aber prinzipiell ist das ne prima Sache.
Die Kita hat 23 Schließtage, ich hab 30 Urlaubstage. Plus ja noch 14 Tage Resturlaub. Passt also eigentlich auch. Klar wird meine Gruppenleitung jetzt dann total abkotzen, weil ich ihr schon angepriesen hab das ich nur 13 Schließtage hab und im Sommer keinen Urlaub brauche. Aber dann ist das eben so. Auf die Arbeit nehme ich KEINE Rücksicht mehr. Den Fehler habe ich bereits einmal begangen.
Das Erna da raus muss, steht jedenfalls fest. Eigentlich gibt es gar nichts gutes mehr zu sagen, zu der aktuellen Kita. Klar, die eine Herzerzieherin ist super. Doch wie lange die da noch dort ist, weiß ja auch kein Mensch. Denn dort wechseln die Erzieher quasi monatlich….
Jetzt dreht sich in meinem Kopf trotzdem noch viel. Sollte dort alles passen morgen (bittebittebittebittebittebitte)  dann weiß ich nicht ob ich bereits ab Montag Erna dort hin gebe. Wäre ja nur für 2 Wochen. Und dann ist es ja wieder Eingewöhnung. Das heißt ich brauche Urlaub. Eigentlich….
Andererseits wäre Erna so schnell es geht aus dieser aktuellen Situation raus. Was für uns alle toll wäre.
Würde ich sie erst zum 1.3. dort hingeben, wäre das arme Kind noch volle 2 Monate da. Und dann wäre sie NOCH älter und vielleicht wäre die Umgewöhnung noch schwieriger.

Auch davor habe ich ein bisschen Bammel. Das es für Erna ein krasser Einschnitt ist. Eigentlich dürfte es nicht sooooo schwer fallen. Von den Kindern hat sie noch keinen so wirklich ins Herz geschlossen, die spielen in dem Alter alle noch jeder vor sich alleine hin. Auch an den Erziehern dürfte sie nicht soooo wahnsinnig hängen, denn die wechseln ja alle Nase lang und einen Rhytmus gibt es auch nicht. Was ihr sehr fehlen wird ist das Knöpfe drücken im Fahrstuhl und das „einpiepen“. Und vielleicht das morgendliche Frühstück an sich. Aber sonst…. fällt mir nicht wirklich was ein was sie missen wird. Musikschule gibt es auch in der neuen Kita. Ebenso wie Turnen.
Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl. Ich reiße sie aus der (endlich endlich lang genug hat es gedauert) gewohnten Umgebung heraus. Auch wenn sie seit dieser Woche wieder sehr weint beim abgeben.
Doch wer weiß, wie schlimm es erst in 3 Monaten ist? Dann ist sie fast 2. Da kann man dann schon „Freunde“ gefunden haben.

Was sagt ihr? Mache ich mir erstmal zu viele Gedanken um ungelegte Eier, weil nachher ist das der totale Schrott dort?
Ich hoffe sehr das ich nicht ZU verzweifelt bin und es einfach egal wie es ist, dort gut finden werden. Nur weil ich es eben will.
Oh Gott. Bitte bitte lass es dort gut sein!!

Ach ja. Dann gibts da noch dieses andere Problem. Ich hab ja ne Kündigungsfrist einzuhalten. Das bedeutet, ich muss auf jeden Fall mindestens 2 Monate doppelt zahlen…. Zum Glück sind ja beide Beträge nicht soooooo hoch und klar wäre es sehr unschön, aber daran sollte es eigentlich nicht scheitern dürfen.

Was denkt ihr? Würdet ihr auf jeden Fall wechseln? Auch weil es schon der 2. Hauptgewinn im Kitaplatzlotto ist und ich SEHR doof wäre, wenn ich schon wieder nen städtischen Platz ausschlage? Und wann würdet ihr wechseln?

Ich hab sehr Sorge, wenn wir nächste Woche bereits dort sind, dass die 2 1/2 Wochen Weihnachten dann eh alles wieder kaputt machen. Aber ab Januar darf ich nicht starten, da kommt nämlich bereits ein anderes Kind.

Oh man. Oh man. Hilfe.
P.S. Ich danke wem auch immer da oben, dass wirklich wirklich bisher immer eine Türe aufgegangen ist, wenn eine andere zuging. Danke!!! Ich weiß wie dankbar ich dafür sein kann und bin. Danke Danke Danke. Bitte lass es ein schönes Zimmer hinter der Tür sein. Erna hat es einfach verdient!

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8 Gedanken zu „Teil 2 des heutigen Dramas mit Brainstorming

  1. Ganz ehrlich? Schnapp dir den Platz ab 8.12. 🙂 Erna kommt bestimmt auch gut zurecht, weil sie ja nun schon eine Kita gewöhnt ist. Und schlimmer als in der anderen geht ja gar nicht.
    Freu mich für euch, dass das jetzt geklappt hat 🙂

  2. Liebe Frau Badeente,

    da meine Kleine ja so alt ist wie deine und ich auch den KiTa-Vergleich habe (geht auch seit August): Die jetzige Situation ist in meinen Augen eine Katastrophe und wenn ich schon lese, dass die Erzieherin euren Zwist auf das Kind überträgt, dann klingeln bei mir alle Alarmglocken.
    Ich würde das Kind da sofort rausholen und den anderen KiTa-Platz annehmen. Je kleine die Kinder sind, desto besser funktioniert die Umgewöhnung. Das kann ich aus Erfahrung sagen (wir waren schon bei zwei Tagesmüttern, bevor unsere Kleine krank wurde und die Tagesmütter sie nicht mehr betreuen wollten. Dann kam zum Glück die KiTa Zusage. Alles kein Problem).
    Ich würde auch die doppelte finanzielle Belastung und den Urlaub in Kauf nehmen. Was ich hier lese, geht ja mal gar nicht.
    Und der Weihnachtsurlaub ist meiner Meinung nach eher positiv zu sehen. So hat die Erna mal eine kleine Atempause zum Erholen.
    Euch alles Gute.

    Die Trollkatze

    • Ich hoffe sehr, dass es eurer Tochter wieder gut geht! Seit ihr bei ner städtischen Kita? Wie gefällt es euch da?
      Einerseits sehe ich die 2 Wochen auch als Pause, andererseits ist es eben eine sehr lange Zeit fürs Kind und ich habe ein bisschen Angst wie es ab 7.1. wieder ist. Vor allem dann in der neuen Kita, in der sie ja vorher nicht wirklich war…
      Ganz viele liebe Grüße und herzlichen Dank für deinen Kommentar!

      • Wir haben das Glück, hier auf dem Dorf zu leben und es gibt zwei kath. KiTas. In eine geht unsere Maus. Wir sind super zufrieden. Es kommen auf zehn Kinder drei ausgebildete Erzieherinnen. Mir ist noch nie aufgefallen, dass ein Kind nur anzatzweise mal irgendwo allein rumgeturnt wäre. Immer ist jemand in der Nähe und passt auf. Positiv war auch, dass wir bereits nach einem Monat ein gemeinsames Entwicklungsgespräch hatten, wo jeder seine Beobachtungen und Sorgen los werden konnte. Alle werden regelmäßig geschult. Klar weint unsere Tochter auch mal, aber das ist bei Kindern einfach manchmal so (Sprung etc.). Aber dann kümmert sich auch sofort jemand. Ich habe jedenfalls keine Bauchschmerzen, wenn ich sie dorthin gebe (das war bei einer der Tagesmuttis anders). Sowieso sollte man immer auf sein Bauchgefühl hören. 🙂

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