Wo bleiben eigentlich WIR?

Gestern war also der Tag der Tage. Ende und aus. Es geht so nicht weiter. Nach fast 14 Monaten nun (den einen Kinobesuch im November mal ausgeschlossen, denn dort haben wir einen Film geschaut und nur über Erna geredet und sie vermisst) muss sich etwas ändern. Es muss muss MUSS wieder Paarzeit her. Ganz ehrlich gesagt, so richtig vermisst habe ich es vorher nicht. Ich war sogar sehr zufrieden damit, das wir eigentlich meistens und hauptsätzlich nur mit und über Erna reden. Alles andere waren so unwichtige Nebenbei-Infos.
Doch gestern, nachdem wir zum ersten Mal wieder ganz normal miteinnander gesprochen haben, miteinnander gelacht haben und es ging kein einziges Mal um Erna, da fiel mir auf das ich das doch sehr vermisse und wir jetzt mal dringend nur was zu zweit machen müssen. Denn wir leben uns als Paar auseinnander.
Es fing ganz schleichend an. Der Abschiedskuss der nicht mehr kam. Der Begrüßungskuss der für Erna wegfiel (also SIE wurde stattdessen begrüßt und außerdem mag sie es nicht wenn der Papa die Mama lieb hat, ist nämlich ihre Mama). Wann haben wir uns eigentlich das letzte Mal geküsst? Keine Ahnung. Und so richtig knutschen? Das weiß ich schon, zählt aber mehr in die Kategorie Vorspiel hinein. Auch das ist eine traurige Wendung in der Beziehung (allgemein). Selbst Händchen halten war schon extrem lange nicht mehr drin, einer schiebt ja immer den Wagen oder trägt das Kind. Ganz ganz selten legt der Namenslose (sofern Erna es zulässt) den Arm um mich, wenn wir spazieren.
Aber es ist ja nicht nur das körperliche, sondern eben wie gestern festgestellt, auch der geistige Austausch. Ich hätte nicht gedacht, das wir uns doch so in der Elternrolle verlieren.
Also, wer mag babysitten?

Fraglich

So, wir haben nun die 2. Woche der Eingewöhnung hinter uns. Und heute wieder keine Trennung. Gestern eine kurze Trennung von 5 Minuten und für Montag den Plan sich für wahnsinnige *ironieoff* 10 Minuten zu trennen.
Ich frage mich ja wirklich, wann wir mal jetzt richtig anfangen. So eine Trennung von einer halben Stunde/ Stunde. Zack Zack. Und dann irgendwann muss doch mein Kind auch mal nen ganzen Tag da bleiben, oder oder oder?
Es kann doch nicht sein das ICH den ganzen kompletten Tag daneben sitzen muss. Ich finde es zwar sehr schön meine Maus dabei zu beobachten wie sie die Welt aka Kita aka andere Kinder entdeckt, aber eigentlich macht sie das ganz alleine und das auch ganz gut…
Die Leiterin meinte beim Erstgespräch, man soll auf keinen Fall das Buch vergessen. So schleppe ich jetzt gute 2 Wochen ein richtig dickes Buch mit, das ich extra seit Monaten für die Eingewöhnung aufgespart hab, obwohl es super spannend ist. Kein einziges Mal habe ich es auch nur rausholen können….
Puuuh.
Leider verabschiede ich mich (mit Kind natürlich) dann auch immer bereits nach längstens 2 Stunden. Weil ich einfach nicht länger da sitzen kann. Die Kinder sind anstrengend und fordernd und laut und Erzieher ist definitiv nicht mein Traumberuf. Starke Nerven sind da das A und O. Und immer nur zugucken wie die Erna lauter leckere Sachen essen darf, das ist auch arg gemein.
So.
Und jetzt gehe ich mal wieder die Sonne genießen. Ach nee. Haushalt wartet ja auch noch.
Ich komm zu gar nichts mehr.
Und bald haben wir August und das Kind wird sicher kein einziges Mal da alleine sein. Dann schon September und dann muss ich ja auch schon wieder arbeiten. Ich hatte mir alles so schön entspannt vorgestellt, nochmal (das erste Mal!!) den Sommer allein in der Sonne (!!) genießen und einfach mal brutzeln…. Ach ja.
Soll nicht sein. Okeee. Vielleicht ja nächsten Sommer? Träumen ist ja erlaubt.

Not bad.

Ich bin gerade super begeistert von unserem heutigen Kita-Tag. Es war wirklich schön. Auf 6 Kinder kamen 3 Betreuer (Luxus pur!) und ich. Wir haben mitgevespert und Erna saß ganz stolz auf ihrem Stuhl. Danach saß sie wie der Boss in diesem riesigen Kinderbollerwagendingens und fuhr mit den anderen dauergrinsend auf die Wiese. Eine tolle Wiese. Riesig groß. Wunderschön angelegt und für Kinder echt ideal. Erna konnte auch nicht genug Gras rauszupfen ;D

Weitere Contras für die städtische- die Betreuungszeiten sind von 8 bis 16 Uhr. Find ich doof. Und unflexibel. Ach ja, das Beste: es werden außer Weihnachten und Ostern keine Feste gefeiert, z.B. Sankt Martin, da eben wegen dem hohen Migrationshintergrund keine religiösen Feste gefeiert werden dürfen! 😯
Und die Schließtage. Sind natürlich weit mehr als bei der privaten.
Ach ja, und eine Mitmutter hat mir erzählt das sie über den städtischen ziemlich viel schlechtes gehört hat. Außerdem haben die seit 4 Jahren (!!!) bisher keine Erzieher für die U3 Gruppe gefunden, jetzt dann wohl erst….

Ich glaube ich hab mich fast entschieden.

Hm Hm Hm

Total Verwirrung herrscht nun bei mir. Ich hatte heute endlich das lang ersehnte und erbetene Besichtigungstreffen mit der städtischen Kita. Nachdem wir am AdW geparkt haben und ich bereits klitschnass geschwitzt und geregnet und total aus der Puste mit dem Kind auf dem Arm ankam, musste ich zwei Millionen Treppenstufen erklimmen. Und wusste dann nicht mehr weiter. Links gingen nochmal Treppen rauf, führten zu einer geschlossenen Türe. Rechts war eine kleine bunt beklebte Türe aus Glas. Drinnen konnte ich einige wenige Garderoben mit Kinderbildern entdecken. Also diese Türe genommen. Macht doch eigentlich Sinn wenn man einen kleinen Kindergarten sucht. Der Raum war winzig aber sehr liebevoll eingerichtet, am Tisch saßen 4 sehr süße Kinder und eine nette Frau sprach mit uns. Allerdings waren wir hier falsch, denn es handelte sich um eine Krabbbelgruppe bzw. Tagespflege die gerade Geburtstag feierte. Wir unterhielten uns sehr nett und sie lud uns ein dort Mitglied zu werden. Hachz. Und schickte uns zur richtigen Türe.
Dort standen wir dann erstmal. Und standen und standen. Keiner öffnete auf unser Klingeln. So fängt das ja prima an. Erst als ich auf die Klingel für 3-6 jährige drückte durften wir rein.
Es war eine schnelle Abfertigung. Die Erzieherin begrüßte mich. Punkt. Erna wurde ignoriert. Fand ich ja gar nicht gut. Wir liefen durch den Flur, Garderoben rechts und links, sie zeigte uns das Kinderbad (was soll ich dazu sagen?) das allerdings nicht so schön ist wie das der jetztigen privaten Kita. Weiter gings im Galopp am Büro vorbei, durch den Essensraum/ Malraum (dort malte ein einziges Kind), auch Werkzeugbanksachen waren dort, rechts rein in den Gruppenraum wo die meisten Kinder und eine einzige Erzieherin saßen (ich glaube es gibt nur 2), mit Bücherecke, weiter in den Rollenraum (ihre Worte) wo ein paar Mädels in einer selbst gebastelten Höhle spielten. Keine Kinderküche, keine Puppen, keine Bausteine weit und breit. Alle Kinder waren seeeehr alt- das jüngste ist derzeit 3 1/2 Jahre alt, die U3 Gruppe öffnet erst im September ganz neu. Wir gingen dann die Treppe rauf. Dort befinden sich eigentlich die Räume für die U3 Kids. Aber man weiß noch nicht ob sie getrennt bleiben, derzeit sind auch alle immer zusammen unten. Dort war alles neu gemacht. Wieder Garderoben. Ein Essenraum der bereits für die anderen Kinder unten gedeckt war, der Küchenraum, ein Erzieherraum, ein Abstellkammerraum mit Bällen, ein kleineres Bad als unten. Auch ganz neu, aber immer noch nicht so schick wie bei der jetzigen. Einen Schlafraum suchte ich vergeblich, gibt ja grad keine schlafenden Kinder. Wo die dann mal schlafen sollen, fragte ich mich schon… In der Abstellkammer?
Sehr oft wurde betont das sehr viele Kinder mit Migrationshintergrund hier sind (sehe ich aus wie ein N.azi oder was??) und sehr oft wurde auch erwähnt (das fand ich schon weniger schön) das das Essen von einer Großküche geliefert und nur aufgewärmt wird. Das Essen wird für ALLE städtischen Kindergärten von denen geliefert. Und wir sind eine sehr sehr sehr große Stadt. Ich will gar nicht wissen wie die das machen und was die da machen…..
In der jetzigen Kita wird (wenn auch nicht bio) selbst gekocht.  Noch viel öfter sagte mir die Dame, das es ein 6er im Lotto ist- dieser Platz, überhaupt ein Platz.
Ja ich weiß. Deswegen ja….
Dafür hat die Kita einen Spielplatz direkt vorm Haus, mit Spielturm und Wiese. Ganz nett. Dafür hat sie keine Parkmöglichkeiten und ich somit keine Ahnung wie ich das Kind dort anliefern würde…
Die andere Erzieherin ist auch die Leiterin. Die war mir sofort sympathisch und hat auch mit Erna agiert. Fand ich gut.
Die andere wurde auch offener und lobte wie toll Erna schon sprechen kann und auch laufen, sie hat einen Sohn der ist 18 Monate, der läuft noch nicht. Dafür konnte sie sich natürlich gut in Erna reinversetzen und spielte nachher auch ein wenig Ball mit ihr und nahm sie auch auf den Arm. Freute sich auch, als Erna freiwillig zu ihr ging.
Hm Hm Hm.
Bis morgen hab ich Bedenkzeit. Morgen ruft sie mich an und sagt mir ab wann Erna da definitiv nen Platz hätte.
Oh Man. Was soll ich machen. Gerade finde ich die private Kita doch ein wenig besser. Die haben einfach größere, hellere Räume und vieeeeeel mehr Spielzeug und Möglichkeiten. Essen wird dort selbst gekocht. Erna kriegt doch alles, von Frühstück über Mittag bis zum Vepser. In der städtischen kriegt sie nur Mittagessen. Bei dem ich mich nicht so wohl fühle.
Dafür können die viel besser raus gehen. Aber haben (derzeit?) nur 2 Erzieher. In der jetzigen gibt es (wenn sie auch ständig wechseln) viel mehr und zusätzlich ja Englisch und Ergotherapie und Logopädie……
Ach Ach Ach.
Scheiße.
6er im Lotto. Fragezeichen. Ausrufezeichen.
Dumm das der Namenslose schon wieder nicht bei der Besichtigung dabei sein konnte.

K.o.

Ich bin total erschlagen. Erschöpft. Am Ende. Nichts geht mehr. Ich kann kaum noch aus meinen Augen gucken und über alles liegt irgendwie ein grauer Schleier. Es war die dritte Nacht in Folge in der ich kein bisschen schlafen durfte. Und ich bin müde. So müde. Genau wie Erna. Keine Ahnung woher sie ihre Kraftreserven holt. Es ist ganz seltsam. Man denkt, das Kind schläft jetzt aber (endlich und Gott sei Dank nach stundenlanger hin und her Lauferei) tief und fest und keine 5 Minuten später jammert sie in die schlimmsten Tönen nach Mama. Untröstlich natürlich. Sollte die Mama dann mal nicht sofort da sein, geht das schönste Theater los. Wie gesagt, nun die dritte Nacht in Folge. An der Hitze kann es nun eigentlich nicht mehr liegen, ist es doch bei uns seit gestern wieder angenehm kühl draußen… Ansonsten weiß ich aber auch nicht was los sein könnte.
Auch Mittags das gleiche Spiel. Ich brauche ne Stunde um das Kind endlich endlich zum schlafen zu bewegen, und zack, nach 15 Minuten ist sie „wach“- ganz verquollene Augen, schlimme Augenringe und eine Laune zum davonlaufen. Entsprechend sind auch unsere Tage. Der Namenslose ist auch sehr froh heute wieder arbeiten zu dürfen. Anstrengend, Diva. Puuuuh.
Ich hoffe das die Kitazeit sie jetzt wieder ein wenig mehr auspowert.
Heute waren wir nur eine Stunde- ich konnte und wollte nicht mehr, hatte ich doch Angst beim Autofahren sonst einzuschlafen, nachdem ich dort die Augen kaum offen halten konnte.
Erna ging es sehr gut. Einmal ist sie kurz auf die Heizung gefallen (dumme dämmliche Heizung!!) und hatte eine dicke Backe, aber hat nur ganz wenig geweint.
Die erste Trennung ist auch erfolgt. Keines Blickes wurde ich gewürdigt und eigentlich war es wurscht ob Mama da war oder nicht.
(Ich frage mich nun die ganze Zeit ob das ein schlechtes Licht auf mich wirft, wenn Erna nicht einmal nach mir schaut oder ob ich stolz sein kann, ein so offenes Kind zu haben?)
Nach der ersten 5 Minuten Trennung kam ich in den Raum und— wieder keine Blicke. Ok. Dann bin ich wieder gegangen. Kaffee holen. Nach 15 Minuten kam ich wieder. Naja. Ob ich jetzt da war oder nicht, ich habs ja bereits geschrieben…
Dann allerdings hab ich sie mir geschnappt und bin wie gesagt heim.
Der weitere Plan sieht so aus, dass wir morgen mal mit beim Kaffee dabei sind und damit ne halbe Stunde früher kommen. Am Donnerstag sind wir wohl beim Mittag mit dabei und Freitag ab Frühstück. Nächste Woche sollen es dann immer die gleichen, festen Zeiten sein.
Bin mal gespannt.
Die Erzieherin scheint wirklich krank zu sein, hustete heute auch sehr rum. Ich sehe schon die nächste (erste) Krankheit auf uns zukommen.

Und jetzt werfe ich mich aufs Sofa und hoffe Erna schläft doch noch länger als 5 Minuten. Bitte. Ich kann einfach nicht mehr..

Gleichstand

1. Tag der Eingewöhnung

Die Kitaleitung hat uns letzte Woche mitgeteilt, der erste Tag dauert knapp 10 Minuten, und es gibt nur Erna, die Bezugserzieherin und mich zum Kennenlernen.
Bestellt wurde ich letzte Woche telefonisch von der Bezugserzieherin von 15-16 Uhr.
Wir waren kurz vor 15 Uhr da. Ich habe mir den Türcode richtig gemerkt und insgesamt waren alle Erzieher sehr freundlich, nett und es war bei weitem nicht mehr so laut (oder habe ich mich jetzt auch schon dran gewöhnt?) wie die letzten Male. Unsere Bezugserzieherin ist ca. Mitte/Ende 40, kommt so gar nicht aus Osteuropa, eher Südamerika ;D , und ist wirklich sehr lieb und freundlich. Klar kann sie nicht fließend Deutsch, aber immerhin ziemlich gut, die Kinder mögen sie und man versteht sie schon.
Wir sind dann in das „Puppenzimmer“ gegangen und die Erzieherin (nennen wir sie einfach Ludmilla, weil das ihr interner Spitzname bei uns daheim ist und ich ihren echten Namen beim besten Willen weder aussprechen noch schreiben kann) hat noch 3 weitere Mädels geholt- die wohl in Ernas  Gruppe sind. Seltsamerweise (die Leitung meinte ja, Erna ist die Älteste) sind diese Mädels so mindestens 2 1/2 bis 3 Jahre alt. Wir waren dann also dort im Raum, Erna beobachtete die Mädels, welche jede für sich alleine spielten. Erna spielte mit nem Ball, mit dem Küchengeschirr, mit dem Puppenwagen. Sie saß die ganze Zeit in der Raummitte und war sehr glücklich. Sie schaute sehr selten nach mir, agierte auch mit der Erzieherin und dann fing sie auf einmal so richtig an zu laufen. Also so durchs komplette Zimmer. (vorher waren es ja immer nur so höchstens 5 Schritte). Irgendwann lief sie ganz stolz grinsend mit dem Puppenwagen durch die komplette Kita und grinste jeden an der ihr entgegen kam. Zwischendrin wurden die 3 Mädels relativ oft gewickelt und damit meine Angst vor den „festen Wickelzeiten“ genommen. Die Erzieherin und ich unterhielten uns sehr nett. Als wir dann halb 5 , also ne halbe Stunde nach der eigentlichen Zeit, gehen wollten, machte Erna Theater. Erst kam auf mein „komm Mäuslein, wir fahren jetzt wieder nach Hause“ ein „Neinein“, dann kamen viele „neineineineinein“ und dann kam ihre „Schippe“- also die bebbende Unterlippe. Ich kann also sagen, Erna hat erst angefangen zu weinen, als sie wieder nach Hause musste. Es hat ihr sichtlich gefallen und es lief super gut. Die Erzieherin schickte uns mit den Worten „und morgen können wir ja dann eine erste kurze Trenung machen“ nach Hause.
Einzig Negativ fiel mir auf, die komplette Zeit bekam dort keins der Mädels was zum Trinken angeboten. Und es war sehr warm dort. Ach ja. Und das einer die ganze Zeit die Rotze aus der Nase kam und es eeeeewig gedauert hat, bis die Erzieherin mal die Nase putzte….

Tag 2 der Eingewöhnung.
Wir sind erneut kurz vor 15 Uhr da. Der Türcode stimmt immer noch. An der Tür hängt diesmal ein Zettel, das die Kita wegen Krankheitswelle Freitags eher zu macht. Ohjeee. Krankheitswelle??
Diesmal war die Erzieherin im Bücherzimmer, es waren nur 2 der gestrigen Mädels da (Erna hat alle 3 sofort wieder erkannt und sich gefreut) und ein Junge. Der wurde aber recht bald vom Papa (überhaupt ist mir mal aufgefallen, fast nur Papas sind zum Abholen unterwegs dort, ob das an den jungen und hübschen Erzieherinnen liegt *zwinkerzwinker*) abgeholt.
Erna hat heute wenig selbst gespielt (ach ja, gestern hat sie sich fast ne Stunde lang selber mit dem Küchengeschirr beschäftigt, SO süß!!) sondern mehr die anderen Mädels beobachtet. Die sind dann irgendwann immer von einen Raum in den anderen gerannt. Erna lief auf gleich wieder los. Heute noch besser als gestern. Allerdings war sie natürlich nichtmal halb so schnell wie die anderen beiden. Es war noch heißer als gestern. Wenn ich nicht irgendwann mal was gesagt hätte, hätte es wohl wieder kein Trinken gegeben (das macht mir ehrlich ein bisschen Angst)- ich habe mich gewundert warum alle Kinder heute drin waren und mal so auf doof nachgefragt ob die mit den Kindern auch raus gehen (ich kenn das so gar nicht, als ich damals immer meine Schwester am Nachmittag abgeholt hab, waren die grade im Sommer immer draußen mit Planschbecken und allem, sooo schön). Ja das machen sie wohl Vormittags. Auf dumm habe ich dann erneut wegen der Baustelle Dachterasse gefragt. Sie streiten sich wohl immer noch wer die Kosten tragen muss. Prima. Nicht. Ich denke Erna wird es wohl nie erleben, diese utopische fertige Dachterasse. Irgendwo muss aber eine Wiese sein. Dort gehe man wohl immer hin. Einen Spielplatz gibt es dort in der Nähe ja keinen, manchmal fährt man mit der Bahn oder dem Bus, aber es lohnt sich nicht wirklich.
Eine Trennung gab es heute auch nicht, ich habe es nicht angesprochen und ihr fiel es erst ein, als wir heute gehen wollten. Ganz ehrlich, ich habe die ganze Zeit drauf gewartet, aber ich bin ja wohl nicht die Erzieherin und sehe es nicht ein ihr zu sagen was sie zu tun hat oder eben nicht. Ich wurde mehrmals mit den Kindern, zwischenzeitlich waren es mal 6 andere, alleine (!!!) gelassen und insgesamt kam ich mir doch mehr wie eine Erzieherin in Ausbildung vor, teilweise habe ich mehr mit den Kindern gemacht als sie….. Eigentlich sitzen soweit ich es gesehen hab die Erzieher nur auf einem Hocker an der Türe und gucken das keins der Kinder abhaut. Spielen tun sie schon alleine. Trotzdem. Irgendwie hab ich mir das anders vorgestellt.
Erna wollte sogar freiwillig nach ner Stunde nach Hause. Ich auch.
Auf meine Nachfrage, ob wir jetzt schon ein Fach für Ersatzklamotten und Windeln im Wickelraum hätten, folgte kurzes Schulterzucken, ich solle mir irgendeins (echt?) aussuchen und da den Namen drauf schreiben (womit? mit Blut?). Organisatorisch echt schlecht. Ein Fach am Eingang für Jacken und Co brauch ich dann wohl gar nicht erst suchen…..
Ich weiß auch nicht, ich ärgere mich über sowas. Dauert ja jetzt wohl auch nicht so wahnsinnig lang, ein Fach für Erna raus zu suchen und ihren Namen ran zu schreiben.  Das hätten die ja mal schaffen können. Und willkommener würde ich mich dann auch fühlen…

Da ich den Beitrag nicht mehr gestern (als ich schrieb) veröffentlichen konnte, folgender Nachtrag:
wir haben heute einen Anruf bekommen, die Erzieherin ist für die restliche Woche krank und wir sollen erst Montag wiederkommen… Ahja. Toll. Nicht.
Ehrlich gesagt, ich habe fast damit gerechnet. Denn gestern erst lamentierte sie über diese Hitze (und es wird ja immer heißer) und das sie das so gar nicht verträgt und sich dann immer blutig kratzt. Tut mir ja auch sehr leid für sie. Nur leider sieht das dann für den kommenden Sommer nicht so gut aus, oder?

Weiterer Nachtrag: der Namenslose war heute auf mein Drängen hin mit Erna beim Hautarzt, nachdem der Ausschlag in der Kniekehle immer schlimmer wird und der Kinderarzt mir Schwachsinn „verschrieben“ hat- eine „Ruhe sanft“ Probepackung . Nun haben wir den Salat. Neurodermitis. Ich hab es fast geahnt. (Auf meine Nachfrage beim Kinderarzt wurde dies von ihm jedoch verneint) Da Namensloser und seine Mama Neurodermitis haben. Er eher nicht so schlimm, sehr sehr selten alle paar Jahre mal, sie eher sehr sehr schlimm.
Cortisonsalbe. Na prima. Armes Mäuslein. Aber ich hab nicht das Gefühl das es sie stört oder jucken würde.
Vielleicht doch nochmal ne Zweitmeinung?

Bedenken

Je näher der Kitastart der Erna rückt, umso mehr Bedenken melden sich bei mir. Meine arme kleine Maus. Ich seh sie schon genau vor mir, wie sie etwas (für sie) interessantes in der Hand hält, ein anderer kleiner Wicht das dann auch uuuunbedingt haben muss und es ihr wegnimmt und sie dann vor ihrer leeren Hand sitzt. Verdutzt, verwirrt, nicht mehr die Welt verstehend…. Ganz genau diesen Blick hat sie ja bereits letzte Woche geübt, als die 2-jährige Cousine zu Besuch war…. Und dabei war Erna soooo lieb. Hat der Cousine immer die rausgesprungenen Bälle geholt und ihr „gezeigt“ wie es geht. Ihr sogar Spielzeug angeboten. Teilweise wollte sie auch nur mal gucken was die Cousine gerade macht. Aber wurde trotzdem immer und immer wieder weggeschubst. Ignoriert. Für zu klein befunden.
Es viel mir sehr sehr schwer nicht einzugreifen. Denn das wird ja in der Kita auch keiner. Und es bestand auch keine körperliche Gefahr. Trotzdem…. Ich habe das Gefühl, sie wird ihr absolutes Urvertrauen in Gott und die Welt einfach so verlieren. Und ich weiß nicht ob sie das so einfach verkraftet, oder ob es eine Wesensveränderung mit sich führt…
Bedenken habe ich auch, weil sie derzeit so dermaßen Zahnprobleme hat. Immer noch Backenzahn. Das tut ihr dann so sehr weh, das sie manchmal vor Schmerz und auch vor Wut ganz feste irgendwo drauf beißen will/muss. Das versucht sie dann auch gerne mit meinem Finger, meinem Knie, meinem Arm-  was sie halt so erwischt.  Dabei meint sie es nicht mal böse (deswegen dulde ich es trotzdem nicht!), sondern sie muss in diesen Moment einfach ihren Druck loswerden.
Bedenken habe ich auch, dass SIE gebissen, gehauen, geschubst, geschlagen wird. Einfach so. Weil Kinder das eben auch ganz gerne mal machen…
Und die größten Bedenken habe ich gegenüber der Bezugserzieherin….
Ja, jetzt ist es raus. Gesehen habe ich sie noch nie. Das werde ich erst am Dienstag wenn es los geht. Aber telefoniert habe ich schon. Und das hat gereicht um mein Kopfkino laufen zu lassen.
Denn: die Bezugserzieherin kann kaum Deutsch. Also man versteht sie schon, aber nur mit Mühe. Und wenn ICH schon Probleme damit habe sie zu verstehen, wie soll dann meine Erna, die ja gerade am Beginn des Projekts Sprache ist, das hinkriegen? Und wie soll sie, auch wenn es böse klingt, meiner Tochter ein gutes Deutsch und Sprachgefühl vermitteln? Was ja zum jetzigen Zeitpunkt super wichtig ist??? Das Problem ist, die Kitaleiterin ist jetzt erstmal 2 Wochen im Urlaub, bei der kann ich also meine Bedenken erstmal nicht äußern, und bis dahin ist das Kind in den Brunnen gefallen und meine Erna schon 2 Wochen beim eingewöhnen….
Weiteres Kopfkino. Sie klang wie eine sehr alte, osteuropäische Frau. Und man weiß ja (ja ja genau, ich bediene die Vorurteile) das die eher knallhart sind und nicht lange Fackeln.
Außerdem mag Erna keine Frauen. Nicht besondern jedenfalls. Und wenn dann eigentlich nur blonde und eben jüngere. Erna kennt gar keine alten Frauen. Klar, sie hat Omas. Aber die eine lebt 600km weit weg und ist eigentlich auch noch ziemlich jung (und blond) und die andere sieht sie wenn es hoch kommt einmal im Monat. Ansonsten hat sie nur mit jungen Leuten zu tun.
Meine ideale Erzieherin sieht aus wie meine Schwägerin. Denn die liebt meine Erna ja. Hat auch schon oft auf sie aufgepasst. Und ich glaube wenn die Erzieherin ihr zumindest etwas ähneln würde, wäre es einfacher. Oder es wäre ein Erzieher. Denn mit Männern kann die Erna…..

Ich habe große Angst vor Dienstag. Ehrlich. Ich möchte meine Erna nicht mit einem unguten Gefühl dort abgeben. Sie bei einer Erzieherin zurücklassen, der ich nicht hundertprozentig vertraue und traue. Erna ist doch mein allergrößter Schatz. Wie kann ich also eine zweitklassige Kitaerziehung zulassen?
Blöd ist nur, ich Schisser werde mich wohl nie trauen das anzusprechen und was zu sagen, wenn es mich stört. Leider auch nicht wenn es die Erna betrifft. Aber ich habe einen Plan. Denn es gibt ja noch den Namenslosen.
Und zum Glück noch eine andere Kita in der Hinterhand.
Ich will keine Notlösung als Bezugserzieherin. Denn immerhin ist es die Person, die nach den Eltern am wichtigsten für das Kind werden soll. Zu der Erna geht wenn sie traurig, wütend, müde, kuschlig ist.
Nein, ICH bin noch nicht bereit dafür. Im Gegensatz zu Erna, die sich sehr auf andere Kinder freut.