Warum die Schwangerschaft nicht geendet hat

Da lag ich also. Schlaflos. Nachts um 3 Uhr. Links neben mir meine Tochter, rechts neben mir mein Namensloser. Während die eine ihre spitzigen Fußnägel in meinen Bauch rammte und der andere gerade den Urwald absägte. Und da kam es mir. Mein aktueller IST-Zustand hat sich eigentlich nicht wesentlich von meinem WAR-Zustand der Schwangerschaft geändert.
Konnte ich damals nicht schlafen, weil das Bauchbaby mir in die Blase trat und überhaupt gar nicht mochte wenn ich auf der rechten Seite oder dem Bauch schlief und das vehement zum Ausdruck brachte- kann ich JETZT nicht schlafen weil mein Nicht-Bauchbaby es gar nicht mag wenn ich auf der rechten Seite schlafe ( = Verlust des direkten Körperkontakts) und sie mir mit ihren Füßen in den Bauch und die Blase tritt.
Während ich in der Schwangerschaft mein Baby IM Bauch getragen habe und somit je weiter mein WAR-Zustand voran schritt meine Lauffähigkeit einer schwerfälligen Ente glich- trage ich im IST- Zustand mein Baby VORM Bauch geschnallt, laufe wie eine schwerfällige Ente und verstehe eigentlich nicht warum man das Baby nach 10 Monaten „rausschmeißt“, wenn man das Kind letztendlich doch wieder am Körper dran kleben hat 😛
Hatte ich im WAR- Zustand Rückenschmerzen from hell- habe ich im IST- Zustand nun auch wieder das nicht vermisste Schmerzgefühl erreicht. Klar- 8 Kilo Babys sind eben 8 Kilo und auch das ständige Auf- und Absetzen vom und auf dem Boden entlastet den Rücken nicht gerade.
War mir in der Schwangerschaft so schlecht, dass ich teilweise nur ein Viertel meines Essens schaffte bzw. eben dann mein Magen so hochgeschoben und eng- schaffe ich jetzt nur noch ein Viertel meines Essens (mit Glück!) weil meine Tochter mir den Rest einfach vor der Nase weg isst oder ich eben das Kind bespaßen oder beruhigen muss.
Ultraschallbilder wurden immer wieder versonnen lächelnd herausgekramt und angeschaut, jetzt sind es die Fotos meines Babys.
Durch die Hormone sind im WAR- Zustand meine Haare gewachsen und dann nach der Geburt ausgefallen- jetzt sind sie erneut nachgewachsen und werden eben ausgerissen.
Damals habe ich mir keine neuen Klamotten gekauft, weil ich ja bald wieder dünner werde- kaufe ich mir jetzt keine neuen Klamotten- weil ich ja bald wieder dünner werde.

Schon lustig. Also eigentlich war die Schwangerschaft weit mehr als das Ausbrüten und langsame Gewöhnen an einen Familienzuwachs. Bereits in der Schwangerschaft lernte ich die Entbehrungen kennen, die ich auch jetzt mache. Ach ja- die Natur ist eben doch wunder(bar).

Nach diesen Erkenntnissen kuschel ich mich in meine Ritze (soweit eben möglich), eine Hand umfasst die meiner Tochter, die andere die des Namenslosen. Und ich stelle fest:
DAS ist Glück. ICH bin glücklich. Und auf dieses nicht in Worten zu fassende Gefühl von übersprudelnder Liebe, Familienglück- darauf hat mich die Schwangerschaft dann doch nicht vorbereiten können. ❤

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2 Gedanken zu „Warum die Schwangerschaft nicht geendet hat

  1. Oh man, das ist echt gruselig, wie sehr ich mich in deinen Posts immer wieder erkenne! Wir scheinen neben dem Junibaby viele Gemeinsamkeiten zu haben!
    Ich habe dich übrigens mal für einen Award nominiert. Ich wusste nicht, ob du da schon mal mitgemacht hast bzw. überhaupt Lust auf sowas hast. Aber ich fand es ganz gut, da sich die relativ neuen Blogger untereinander puschen:)
    Also wenn du magst, dann schau mal rein: http://fraugurkenhals.blogspot.de/2014/02/liebster-award.html

    Liebste Grüße

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