Zur Erinnerung

Damit ich es nicht vergesse und vor allem, damit ich es NICHT vergesse sobald ich das neue winzige Baby der Schwägerin sehe und dann bittegerne auch wieder ein klitzekleinbaby haben will. Denn mein Baby ist gar nicht mehr klitzeklein sonder schon gritzegroß:
Es war furchtbar anstrengend in den letzten Schwangerschaftswochen eine halbwegs bequeme Schlafposition zu finden, die dann nicht von einem genervten Baby mit Tritten und Boxübungen verweigert wurde. Ich habe meine Bauchschlafzeiten seeeehr vermisst. Kuscheln war auch nicht, lag doch das Stillkissen dazwischen.
Nicht zu vergessen die wochenlange Brech-und Übelkeitsphase in der ich dachte ich muss sterben. So elend ging es mir noch NIE NIE NIE. Gefolgt vom ständigen Toilettenrausch- die Leute vom Fastfoodladen vor der U-Bahn-Haltestelle (nachdem ich gerade 10 Minuten auf dem Arbeitsweg war) kenne ich jetzt noch mit Vornamen und ich kann mittlerweile Touristenführungen durch unsere Stadt anbieten – wo ist welche Toilette und wie am besten zu erreichen. Auch mein Rücken hat sich bis heute noch nicht wirklich von der Schwangerschaft erholt. Von den Streifenhörnchenzeiten in den wirklich letzten Schwangerschaftszügen und meiner wahnsinnig schlechten Haut zu Beginn spreche ich schon gar nicht.
Auch werde ich (hoffentlich) nie vergessen wir unfassbar nervenaufreibend die ersten anderthalb Monate waren. Der ständige Schlafentzug, das nächtliche Wickeln inklusive angeschissen/angepinkelt werden, das allabendliche stundenlange Brüll-und Rumtragekonzert- bis immer ganz genau kurz vor 2 Uhr. Wie WÜTEND ich teilweise war, ich habe mich so sehr vor mir selbst erschrocken als ich vor Wut auf ein Kuscheltier eingeschlagen habe und einmal (wirklich nur dieses eine Mal) E. nach einem 2-Stunden-ununterbrochen-Gebrülle ins Schlafzimmer legte und ich mich im Wohnzimmer versteckte. Zum Glück ist das nicht mein Naturell und ich habe mich nach 5 Minuten und dem Hilfeanruf beim Namenslosen wieder eingekriegt. Meine Überforderung generell. Die Zeiten, in denen ich 24 Stunden meine Schlafsachen anhatte, ich nichtmal mehr wusste was eine Zahnbürste, geschweige denn ein Kamm ist, eine Dusche mir wie extrem seltener Lottogewinn vorkam. Meine Verzweiflung weil E. nichts aus der Brust kriegte.

Und doch. All das ist schon lange in eine Abstellkammer meiner Gedanken verbannt. Bei jedem lächeln meiner Tochter, bei jedem anstrahlen, bei jeder Bewegung von ihr- an der man erkennt wie sie die Welt entdecken will, bei jeden Laut von ihr, bei jeder Berührung- ist das alles wie weggewischt. Es gibt nur noch diesen einen Augenblick, nichts schöneres als Muttersein. Und das Bedauern darüber, wie schnell, wirklich wie unglaublich schnell sie doch groß werden. Und mein Gedanke, bei einem weiteren Baby alles anders zu machen. Mir nicht mehr vorstellen zu können, wie ich es nur einmal am Tag geschafft habe ein einziges Toast zu essen. Unvorstellbar so im Nachhinnein. Diese Strahleaugen. Meine kleine E. als große Schwester….
Es stimmt also doch, alle meine wütenden Einzelkindgedanken sind schon seit ein paar Wochen verschwunden. Es muss nicht bald sein, aber irgendwann… aber bitte liebe Erinnerung, nicht sofort habenwollen wenn das neue Baby da ist, okay!? Kriegen wir das hin?

Falls sich wer wundert, bin noch da, aber bald nicht mehr. Ich freue freue freue mich auf unseren Urlaub. Der Namenslose hat das erste Mal so viel Zeit für E., wie noch NIE in ihrem Leben. (hört sich sehr krass an) Das wird toll! 😀

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4 Gedanken zu „Zur Erinnerung

  1. hahaha, gut dass du mich nochmal dran erinnerst, aber wir wollen trotzdem Nummer 2 😉
    Geplant is so nächsten Sommer anzufangen mit der Produktion 😀
    DANKE übrigens für den tollen Brief, der kam gestern an und tatsächlich haben wir noch nicht so ein Buch, aber der Babysohn liebt es sehr.
    So, mehr später, einen schönen Urlaub euch erstmal!!! Genießt die ungeteilte Papa Aufmerksamkeit.

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