Unglücklich

Gerade, zur Zeit, heute bin ich einfach nur unglücklich. Der heutige Tag war super anstrengend- die Tochter war extrem (!) stillbedürftig (eigentlich habe ich den ganzen Nachmittag nur gestillt) und wollte auch partout nicht weggelegt werden. Außerdem war sie wahnsinnig unleidlich, was ich bisher so noch nicht von ihr kannte.
Dann das Handwerkertheater. Nun machen sie doch noch das Wohnzimmer (fragt nicht) und waren heute sehr lange da, und kommen morgen (ja, am Feiertag) nochmal.
Was ja nicht schlimm ist, denn – und das ist der nächste Punkt- mein Mann ist morgen sowieso arbeiten. Nein, ich bin dezent gar nicht begeistert. Ich kann langsam nicht mehr. Ich habe das Gefühl nur noch Mutter und nur noch abhängig zu sein. Ja genau, ICH bin abhängig. Vom Willen und Wohlwollen meiner Tochter. Ich wäre gerne mal wieder ich. Wenn ich wenigstens mal nur ne halbe Stunde in der Wanne liegen und entspannen dürfte, dass ist gerade mein aktuell größter Wunsch. Traurig. Ich weiß. Aber offensichtlich auch nicht erfüllbar. Wenn ich mit den Worten „ich will jetzt aber, ich hab es mir verdient“ gehen will, gibt es Stress vom Namenslosen. Klar.
Und en plus mussten wir unseren Urlaub umbuchen, weniger Tage (4 war schon wenig…) und am Anreisetag will der Namenslose noch arbeiten. Heißt hier, frühestens 15 Uhr kommen wir los, sind dann erst spät abends dort. Lohnt sich richtig. Nicht.
Ich mag schon gar nimmer fahren…
Familiär fühle ich mich auch gerade sowas von brutal ausgeschlossen. Seit Montag ist Schwägerin Nummer 2 hier. Sie hat noch nicht einmal den Wunsch geäußert Nichte oder Haus sehen zu wollen…. Nett. Nicht. Seit Dienstag ist offensichtlich immer mittags großes Familientreffen, Oma und Opa, Schwägerin 1 mit Kinder und Schwägerin 2 und natürlich der Namenslose sitzen dann gemütlich zusammen. Ich erfahre immer erst hinterher davon. Mir mal Bescheid zu geben, oder mal nachzufragen warum ich nicht da bin- fällt offensichtlich Keinem ein. Ja, das macht mich traurig. Fühlt man sich eben grad nochmal ungewollter. Am Ende (und das weiß ich genau) wird es wieder mir als Arroganz ausgelegt, bestimmt wollte ich nämlich gar nicht kommen. Genau so wird es sein. Freu mich drauf- nicht.
Stimmung zwischen dem Namenslosen und mir war dementsprechend mies heute. Mega mies.

Langsam weiß ich nicht mehr weiter. Ich hab keine Lust mehr. Und ich wünsche mir so so sehr zu MEINER Familie zu können. Ich kann es kaum erwarten, noch 3 Wochen. Werde dann auch so lang wie möglich da bleiben. Und nur für die Taufe wiederkommen. Und danach wieder fahren. Was soll ich auch hier? Hier bin ich nur alleine, es interessiert keine Sau wie es mir geht, wie es E. geht, ob ich klar komme. Nichtmal den Namenslosen. Er fragt schon gar nicht mehr, wie mein Tag war. Warum auch? Wer will schon Storys von bespuckten T-Shirts, nervigen Obstfliegen oder nicht funktionierenden Spülmaschinen hören? …
Samstag wird auch alles an mir alleine hängen bleiben. Da die Herren Handwerker erst Freitag fertig werden, können wir erst Samstag das komplette Haus putzen. Gerade das Baustockwerk wird alleine STUNDEN brauchen. Und dann muss man ja noch alles aufstellen, dekorieren, vorbereiten…. Ach nee warte, nicht wir. Nur ich. Denn der Herr ist vormittags Lampen anbauen und arbeiten. Und nachmittags will man einkaufen gehen. Joa. Fällt mir nichts mehr zu ein. Wenn der Tag rum ist… ich kann es kaum erwarten.

Tja, mehr gibts nicht zu sagen. Es ist kurz vor 12 Uhr. Eigentlich hab ich mich aus dem Bett geschlichen um noch ein bisschen Ordnung zu machen („helfen? Wieso, du bist doch den ganzen Tag zu hause. Was MACHST du eigentlich den ganzen Tag“…).
Es regnet. Gut so. Passt genau zur Stimmung.
Ich glaube E. hat auch gemerkt das ich am Ende bin. Sie war noch nicht eingeschlafen, aber ich wollte mich trotzdem bettfertig machen. Sie hat ganz ganz ruhig dagelegen. Eine ganze halbe Stunde. Im Halbdunkeln ohne Bespaßung. Das hat sie noch nie gemacht. Traumtochter. Nur für sie halte ich noch durch. Man sagt ja immer, die ersten 3 Jahre sind die schwierigsten Zeiten für frisch gebackene Eltern. Wenn man die übersteht. Ganz ehrlich, ich kann so keine 2 1/2 Jahre mehr weitermachen. Never Ever. Punkt.
Genug gejammert. Jetzt geh ich doch wieder ins Bett. Tochterkuscheln.

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12 Gedanken zu „Unglücklich

  1. Sorry, jetzt werde ich gerade böse.
    Wenn deine Schwiegermutter und Schwägerinnen und alle doof zu dir sind ist das die eine Sache, aber dass DEIN MANN!!!!! sich dann nicht für dich einsetzt kann ich ABSOLUT nicht verstehen!!!
    Will er denn dich nicht dabeihaben, wenn die alle große Familientreffen haben?
    Und was ist mit dem Töchterlein?
    Will er das nicht rumzeigen???
    Naja, andererseits hält sich deine Lust ja auch in Grenzen mit dieser Sippe Zeit zu verbringen, oder?
    (PS: Wir haben auch grad Schwiegerstress, aber da die den Blog lesen, kann ich mich leider nicht auslassen, doch mein Mann steht voll udn ganz hinter mir! Weil ich seine neue Familie bin. Sagt er! …mit Wink an den Namenslosen)

    Das „Ich will jetzt mal ne Stunde für mich“ kenne ich, deswegen krachts hier auch manchmal. Allerdings sind wir ja beide Studenten, sodass der Liebste dann doch einsieht, dass ich auch mal Auszeiten brauche…

    Ich drück dich aus der Ferne! SEHR.

    • Oh Gott, du glaubst gar nicht WIE dolle dein Kommentar mich grad aufbaut!
      Ich kann den Namenslosen langsam auch nicht mehr verstehen. Klar, einerseits kriegt er es ja erst mit- wenn er auch am Tisch sitzt. ANDERERSEITS wurde das Handy erfunden und wir wohnen 2 Straßen weiter…..
      Und auch nachdem ich ihn mehrfach(!!) drauf angesprochen habe, versteht er mein Problem nicht. Ist doch alles REIN zufällig- und sowieso grad jeder mit sich selbst beschäftigt. Denen ist das gar nicht aufgefallen…Ich hatte gefragt, ob sich keiner wundert. NETT.
      Klar, meine Lust auf happy family ist nicht gerade riesig, aber wenigstens doch bitte gefragt werden… Und Tatsache ist, über essen das nicht ICH innerhalb von 2 Minuten (mehr darf ich nicht, sagt meine Tochter) mache würde ich mich derzeit mehr freuen als das ich mich dort unwohl fühle….

      Ach ja. Magst du mir deinen Mann nicht mal kurz ausleihen? Nur so, damit der Namenslose mal sieht wie es auch gehen kann…

      Aber du kannst doch auch passwortgeschützt schreiben!? Würde mich ja auch sehr interessieren, das es nicht nur mir so geht. ;D

      Stimmt, bei euch ist es ja noch viel anstrengender. Zum Glück habt ihr ja den Super-Boy ;D Jetzt mal ohne Witz, wenn eurer Kleiner dann noch extrem anstrengend wäre, ich denke dann wär Studium nicht mehr so einfach drin…

      Danke für den Drücker!!!!!!!

      • haha, ja mit passwort hab ich auch schon überlegt, aber das merken die ja…
        Aber vielleicht mache ichs echt.

        Ja, Studium mit einem Kind was sehr viel Aufmerksamkeit braucht, wäre nicht drin.
        Aber es gibt auch Tage, wo es nicht einfach ist mit unserem Bengelchen.

  2. Hallo Du LIebe,

    ich bin ja eigentlich stille Mitleserin – jetzt will ich Dir aber doch mal Schreiben.
    Zuerst: Echt fiese Situation! Ich bin echt sehr froh, dass mein Mann sich nicht auch so verhält. Wir haben Zwillinge die am Sonntag 4 werden und erwarten im November unser drittes Kind. Da muss man schon zusammenhalten. 🙂
    Andererseits gibt (gab) es auch viele Dinge bei denen es bei uns manchmal kracht. Uns hat dabei sehr geholfen, zu versuchen, sich immer wieder in die Lage des anderes zu versetzen. Auch wenn man manchmal gewisse Verhaltensweisen gar nicht nachvollziehen kann – es hilft (uns) wenn man versucht ohne aufgeheizte Stimmung miteinander zu sprechen.
    Besipiel: Mein Mann ist noch Student (hat gerade nicht viel zu tun dbzgl.) und ich ging bis vor ein paar Tagen arbeiten. (jetzt bin ich im Mutterschutz) Ich bekam immer die Krise wenn ich nach einem langen Tag nach Hause kam und nichts – wirklich gar nichts – im Haushalt erledigt war. Noch nicht mal der Frühstückstisch abgeräumt. Da war meine Laune immer schon bei Betreten der Wohnung im Keller. „Neutral“ betrachtet kam aber mehreres heraus: Nämlich dass mein Mann z.B. immer die Kinder morgens alleine fertig macht, zur Kita bringt und wieder abholt, dass er in 99% der Fälle mit dem Hund geht (drei mal täglich) und auch sonst einiges erledigt was ich schon einfach nicht mehr gesehen habe. Sein Vorwurf an mich: Ich habe schon beim Nachhausekommen so eine schlechte Laune dass es ihm den ganzen Tag verdirbt. Ich bemerke gar nicht was er alles leistet. Ich soll mich mal entspannen. Er kann ja nichts dafür dass ich das nicht kann 🙂
    Fazit: Ich versuche wirklich entspannter zu sein wenn etwas nicht so läuft wie ich es mir vorher ausgemalt hatte. Ich gebe ihm klare Aufgaben (nicht zu viele auf einmal;)) – die erledigt er dann auch. Es geht uns besser damit.
    Das mit der Famile kenne ich auch ein wenig. Ich habe mich auch manchmal gefragt warum mein Mann bei gewissen Kommentaren seiner Famile nicht sofort aufspringt und vehement für mich eintritt. Das gab auch öfters Streit bei uns. Er checkt das aber ganz ehrlich nicht über was ich mich „manchmal aufrege“. Männer!
    Vielleicht wäre eine Lösung für Euch deinen Mann ganz neutral darum zu bitten, ob er nicht beim nächsten Mal wenn er mit der Familiy zusammensitzt daran denken kann dir etwas zu essen mitzubringen. Ganz neutral und nicht vorwurfsvoll.
    Vielleicht ist Dein Mann auch von der Sorte wie der Mann meiner besten Freundin: Bei ihr hatte es nach der Geburt des dritten Kindes auch heftig gekriselt. Da gab es Kommentare des Mannes wie: Ich bin mit meinem Leben momentan total unglücklich etc.
    Es war echt schon ernst zwischen den beiden. Es hat sich dann aber folgendes herausgestellt: Er ist ein Mann der sich dann als guter Vater fühlt wenn er viel verdient – seiner Familie etwas bieten kann. Er hatte das Gefühl dass durch das dritte Kind alles in Frage gestellt ist. Er immer mehr arbeiten muss. (Vielleicht wie dein Mann??) Hinzukam dass das Baby natürlich am Anfang durch das Stillen total mamafixiert ist und er das Gefühlt hatte er ist zuhause nutzlos. Auch hat er meiner Freundin gestanden, dass er manchmal durch das ständige Aufregen meiner Freundin (sie ist hier ählich impulsiv und manchmal auch vorschnell wie ich…vielleicht auch wie Du?) teilweise Angst hatte nach Hause zu kommen. Das gab ihr echt zu denken.
    Nach einer langen Aussprache läuft es wieder ganz gut zwischen den beiden. Es müssen sich eben beide bemühen.
    Vielleicht hilft dir auch der Gedanke dass dein Mann mit Sicherheit kein schlechter Mensch ist der dich durch sein Verhalten ärgern möchte. Auch wenn es sich manchal für einen selbst ganz doll so anfühlt . jawoll! Du hast bestimmt nicht so eine schlechte Menschenkenntnis und immerhin hast du dich ja mal in ihn verliebt 🙂
    Es muss eben einen Weg geben euch gegenseitig zu verstehen – das ist schon die halbe Miete.
    Zu guter Letzt bin ich davon überzeugt, dass sich einiges an Stimmung zu Hause auch auf das Baby überträgt. Auch die Kleine wird vermutlich wieder entpannter (nicht mehr so anstrengend) wenn du das sein kannst. Es ist aber auch völlig verständlich wenn Du gerade öfters an die Decke gehst. Schlafmangel etc. tragen eine ganze Menge dazu bei.
    Ich hoffe ihr findet einen Weg zu mehr Verständnis zueinander. Ich glaube dir geht es gerade psychisch echt nicht gut – das muss geändert werden! 🙂
    Du kannst mich auch gerne anschreiben wenn du möchtest.
    So das war jetzt ein ziemlicher Roman. Sorry.

    Alles, alles Liebe für Dich – wird schon!

    • So, jetzt nochmal ausführlicher. Ersteinmal ein ganz liebes herzlichen Glückwunsch zu Kind Nummer 3 und eine weitesgehend noch beschwerdefreie Restschwangerschaft wünsche ich dir!
      Genau die von dir beschriebene Situation (eben nur andersrum) gibt es eben bei uns auch. Der Mann kommt heim und es sieht eben auf den ersten Blick so aus, als ob sich hier seit dem Weggang nichts getan hätte.
      Ganz ganz großer Diskussionspunkt bei uns.
      Generell streiten wir uns sowieso nur wegen putzen und Ordnung (er SIEHT es nicht einmal wenn ich geputzt habe, dazu gehört eben auch Staub wischen usw.) , über seine ständige Arbeitsabwesenheit und nur manchmal wegen seiner Familie.
      Da wir dies gestern erkannt haben, haben wir uns unterhalten und beschlossen, es kann so nicht weitergehen. Und wir werden uns eine Putzfee besorgen. Und wenn es nur alle 2 Wochen ist.
      Leider kann man wegen seiner Arbeit grad nichts machen. Er sucht ja bereits neue Mitarbeiter und auch ist grad Hauptsaison.
      Toll ist die Situation trotzdem nicht. Vor allem da ich das Gefühl habe, dass seine Arbeit (und dadurch ja auch seine Mutter) viel viel wichtiger für ihn ist.
      Mal schauen.

      Und du hast Recht, das hat mich sehr berührt, mit dem was du geschrieben hast. Mir geht es psychisch gerade gar nicht gut. Mehrere (okay, dezente) Hinweise Richtung des Mannes sind nicht gefruchtet. Ich fühle mich absolut überfordert mit allem und bin total erholungsbedürfig. Vor allem Neide ich ihm den Schlaf. Denn ich hab bestimmt seit 3 Wochen (mindestens) höchstens Mal 2 Stunden am Stück abgekriegt. Tagsüber schläft die Motte ja leider gar nicht.
      Eben das alles spielt zusammen….

      Oh Gott, jetzt habe ich fast einen Gegenroman geschrieben, dabei gar keine Zeit.

      Danke, Danke, Danke!
      Und dir ebenfalls alles alles liebe für deine weitere (sehr aufregende) Zeit!!

      • Hey! Das klingt doch schon mal super dass ihr miteinander gesprochen habt! Freut mich von ganzem Herzen!
        Die Zeit bei deiner Family wird dir bestimmt auch total guttun. Sich mal so richtig verwöhnen lassen und entspannen! Ich drück dich noch mal ganz dolle!
        Alles Liebe
        Lisa

  3. ich würde dir jetzt SO gerne eine mega lange plüschige aufmunternde etc email schicken….aber ich habe da keine zeit für. :/ deshalb sende ich (mal wieder) eine dicke umarmung aus der gar nicht sooo entfernten ferne.. und ein küsschen.oder zwei…oder drei…… obwohl du nicht drauf stehst :* :* :*

  4. Oh man… Ganz schön verzwickt alles bei Euch…
    Ich kann so sosoooo gut verstehen, wie Du Dich fühlst, kenne ich das doch noch von mir, damals.

    Ich drücke Dich einfach mal und hoffe, dass das nur eine Phase ist und Ihr das ganz bald gut in den Griff bekommt ♥♥♥

    Liebe Grüße,
    die Alltagsheldin

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