ET- 3, Countdown voller Dankbarkeit

Der Wahnsinn. 3 klingt so sehr nah. Ist es auch. Wäre es auch.
Niemand, schon gar nicht ich, weiß ob es wirklich noch 3 Tage sind, oder mehr oder weniger.
Darum geht es hier diesmal auch nicht. Natürlich hibbel ich. Natürlich bin ich wahnsinnig aufgeregt und vorfreudig und kann es einfach kaum erwarten. Bei jeder Bewegung meines Babys, meiner Bauchmaus, meines Kükens, meiner Sambatänzerin, meiner Boxerin, meiner Mietnomadin bin ich einfach nur wahnsinnig stolz. Mächtig stolz. Was wir, sie und auch ich- eher mein Körper, bisher geschafft und geleistet haben ist der Hammer. Anders kann ich es nicht ausdrücken.
Zwar kann ich mir das Leben mit ihr, das Leben zu dritt noch gar nicht wirklich vorstellen, es ist immer noch so unreal irgendwie, aber ich weiß das es ein Traum ist. Das es mein Traum ist.
Seitdem ich hier angemeldet bin, aber bereits viel viel früher, habe ich diesen enormen Kinderwunsch in mir gehabt. Es hat einfach nichts funktioniert, nichts geklappt.
Dann kam meine Notaufnahme. Gott sei Dank sage ich hiermit an dieser Stelle. Vor fast genau einem Jahr war das. Da kam heraus, dass ich Hashimoto habe. Mittlerweile die neue Volkskrankheit. Damals konnte ich damit gar nichts anfangen. Ich? Eine chronische Autoimmunerkrankung? Das klingt so furchtbar. War es dann auch- als man mir sagte, mein größter Wunsch, mein Traum, würde so bald nicht in Erfüllung gehen.
Am Boden zerstört sein ist gar kein Ausdruck für die Zeit danach.
Wie der Schwiepa es (bei der Schwangerschaftsverkündung) bereits damals so richtig treffend ausdrückte- wäre es bei der Unfruchtbarkeit geblieben, wäre diese/meine/unsere Beziehung daran zerbrochen. Darauf gebe auch ich Brief uns Siegel.
Weniger wegen dem Namenslosen, als mehr wegen mir. Ich hätte es nicht ertragen können.
Umso ungläubiger und überraschter war ich dann auch, als die (am Ende) 7 Schwangerschaftstest allesamt mehr oder weniger deutlich positiv waren.
Darum soll es aber hier nicht gehen. Keine Zusammenfassung meiner Schwangerschaft soll es werden.
Sondern eine hoffnungsvolle Mitteilung.
Wie gesagt, sobald mein Baby sich in mir drin regt, freue ich mich. Das erste, auf das ich morgens nach dem Erwachen warte, sind ihre Bewegungen. Dann bin ich beruhigt. Dann ist alles gut. Dann ist mein Baby noch da :*
Deswegen habe ich auch ein kleines bisschen ein schlechtes Gewissen. So ungeduldig zu sein. Denn ich weiß- früher oder später WIRD sie in Natura und hoffentlich ganz gesund vor mir liegen. Mit allem was ihr die Natur und Mama und Papa so mitgegeben haben.  Ich werde also definitiv und unweigerlich Mama. Von einem echten Baby.
Was ich damit sagen will. Viele, sehr sehr viele Paare versuchen noch an diesen Punkt zu kommen. Manche schon seit Jahren, andere erst ein paar Monate. Nichtsdestotrotz klappt es manchmal nicht so, wie es gehofft ist.
Und eben genau darum, weil ich kurzzeitig zu eben diesen Paaren gehörte, bin ich noch viel demütiger und dankbarer für dieses wundervolle Geschenk was in mir drin herangewachsen ist und nur noch schlüpfen muss.
Wie kann ich mich beschweren, wenn andere sich ein Bein abhaken würden, um an meiner Stelle zu sein? Wie kann ich jammern, dass dieses Kind einfach nicht rauskommt, wenn andere froh wären, wenn ihr Kind drin bleibt?
Kann ich nicht.
Darf ich nicht.
Will ich nicht.

Ich fühle so unendlich mit, bei diesen Paaren. Will/und kann mir gar nicht vorstellen, wie viel Leid es bedeuten muss. Auch oder gerade der Weg der künstlichen Befruchtung. Nicht nur Geldbeutel und Nerven sind sehr angspannt. Auch die Beziehung muss stark sein.

Also wenn ich hier rumjammere, dann auf sehr sehr hohem Niveau. Das sollte ich niemals vergessen.
Ich weiß nicht, ob ich jemals ein zweites Baby empfangen werden, empfangen darf.
Aber genau darum, genau deswegen bin ich einfach umso dankbarer für mein kleines Weltwunder.
Ich hoffe ich vergesse es nie. Wie viel Glück ich erhalten habe/durfte. Und wenn andere dreimal im Lotto gewinnen. Dieses Glück, Mama-Werden und dann auch Mama-Sein, ist ein Geschenk. Das man auch trotz schlechtem Gewissen annehmen sollte.
Denn es wird nie wieder etwas vergleichbares, etwas wundervolleres geben.

Meine kleine E. – du bist unser Geschenk. Es tut mir leid. All die Male an denen ich dich „verflucht“ habe, weil du mir wieder Nachts den Schlaf geraubt hast. All die Male an denen ich genervt war, weil es ab und an auch weh tut, was du da treibst. All die Male, an denen ich verzweifelt war, weil ich dachte diese Schwangerschaft wird wohl nie enden. All die Male, an denen ich traurig war, weil ich Angst habe nicht gut genug für dich zu sein. Für so ein wertvolles Geschenk. Ein Menschenleben.
Liebe E.- ich versuche alles. Ich werde dir, so gut es geht, eine Mama sein. Ich werde Fehler haben. Welche Eltern haben das nicht? Ich werde Fehler machen. Ich werde bestimmt nicht nur einmal durchdrehen, weil ich nicht weiter weiß.
Aber all das, liebe E., all das werde ich mich der größten Liebe tun, die mir zu geben möglich ist. Bitte vergiss das nicht.
Danke dafür, dass es dich gibt. Danke dafür, dass du uns ausgesucht hast. Danke dafür, dass du unser Leben lang unser Kind, unsere erstgeborene Tochter sein wirst.
Ich liebe dich! Deine (bald) Mama

 

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Die Sonne scheint, wir haben Juni, es ist Sonntag-dein Papa hat Zeit… na wie wärs kleine Maus? Dann brauchst du auch morgen nicht schon wieder zum ollen CTG 😀

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8 Gedanken zu „ET- 3, Countdown voller Dankbarkeit

  1. Sehr schön geschrieben.
    Hier waren es zwar „nur“ 9 Monate hibbeln und am Ende hat ein kleiner, medikamentöser Hormonschubs gereicht, aber wir haben all diese Gedanken auch durchgespielt und im Freundeskreis diverse Fehlgeburten und künstliche Befruchtungen erlebt – wir sind so dankbar!

    • Danke 🙂
      Aber auch 9 Monate ist schon ein relativ langer Zeitraum, dafür das man eben doch insgeheim immer wieder denkt, bei mir wird es bestimmt gleich klappen…. Vor allem, 9 Mal die Enttäuschung zu erleben, das ist auch nicht einfach. Waren ja dann bei uns auch ungefähr 9 Monate– allerdings mit nur 2 Mal Blutung dazwischen.

      • Zyklus wie ein Uhrwerk, davor schon fast 2 Jahre mit NFP verhütet… Da war dann alle4 Wochen die Enttäuschung riesig. Ich war froh, dass der Arzt etwas gefunden hat und dass es etwas zu behandelndes war…

  2. Das wird ganz prima! Und warte mal, ich guck mal, ob ich diesen prima Satz von einem Bekannten von damals noch zusammenkriege, also sinngemäß ging das so: Es ist völlig egal, wieviele Bücher man liest und wer einem was rät und erzählt und was man alles gelernt hat: Ihr werdet die ersten Menschen sein, die das so toll erleben und es wird ganz anders sein als alle erzählt haben und besser und aufregender und ihr werdet denken, ihr habt als allererste Menschen ein Kind bekommen, weil das so toll ist (ach menno, der konnte das viel besser formulieren!). Ganz liebe Grüße!

  3. Oh was bin ich neugierig auf den Namen. *hihi* Ich befürchte schon fast, dass es der Gleiche ist, den wir für unser Mädchen ausgesucht haben… Wundern würde mich das ehrlich gesagt ja nicht (#sv) ^^ Wirst du ihn eigentlich verraten? Oder behaltet ihr ihn auch nach der Geburt für euch? (:

    • Das wäre bestimmt möglich 😀 Gucken wir mal.
      Ich weiß noch nicht ob ich ihn hier richtig öffentlich mache, oder nur per Passwort oder nur an Auserwählte Leute per Mail… 😀 Oder eben gar nicht. Spontan eben.
      Aber so wie es aussieht, brauch ich mir da ja so bald keine Gedanken drum machen 😦

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