Geburtsbericht Wutz- Nachgereicht

Wutz wird im Februar schon 2. 2!!! Aber besser spät als nie 😛

Nachdem ich ja bereits seit der 16. Woche Wehen und einen stark verkürzten Gebärmutterhals hatte, wurde mir nicht nur ein Beschäftigungsverbot sondern auch eine definitive Frühgeburt attestiert. Daher war ich im Prinzip auf alles vorbereitet und und hoffte nur das ich wenigstens die 28. Woche erreichen würde.
Aber zum Glück (!!!) wurde es mit viel Ruhe und Schonung besser und wir stellten uns auf zumindest Januar ein.  Dann kam der 29.12. 15. Wir waren beim Fotografen  in einem riesigen Einkaufscenter, um unsere jährlichen Familienfotos aufzunehmen. Der Namenslose wollte das Auto nach dem Shooting direkt zu einem Eingang fahren, weil ich mal wieder vor mich hin wehte und Erna zusätzlich in ihre Hose gepieselt hatte und wir nur noch schnell nach Hause wollten. Erwähnte ich schon WIE riesig das Center ist? Es ist das größte in der Stadt und glaube auch im ganzen Bundesland. Jedenfalls auf einmal spürte ich den Kopf vom Wutz. Unten. Sehr sehr sehr tief unten. Ich dachte ernsthaft das er mir jetzt gleich aus dem Bauch fällt. Ich konnte keinen Schritt mehr laufen, alles tat furchtbar weh, ich hatte Angst der Wutz kommt und Erna war gerade 2 1/2 und hatte keine Lust mehr zum laufen. Unnötig zu erwähnen das der Namenslose bereits meine Tasche mit Handy zum Auto mitgenommen hat. Ich war so am Arsch. Ich stand da in diesem Center, veratmete eine Wehe nach der anderen und überlegte bereits wen ich wegen einem Krankenwagen um ein Handy bitten könnte. Aber ich traute mich einfach nicht. Also lief ich in den Wehenpausen, die heulende Erna hinter mir her ziehend, einfach immer weiter. Bis mir dann erst auffiel, dass ich keine Ahnung hatte, WELCHEN der Eingänge der Namenslose nun ansteuerte. Ich schleppte uns mit aller Kraft aus diesem Center und dann standen wir da. Im Dunkeln. Alleine. Kein Auto weit und breit. Kein Mensch weit und breit. Heftige Wehen und nörgelndes Kleinkind. Also mussten wir um das Center rum laufen, in der Hoffnung irgendwo das Auto zu entdecken. Inzwischen war übrigens fast eine dreiviertelstunde vergangen. Zum Glück schafften wir es dann. Heulend fiel ich dem Mann, der sich schon große Sorgen gemacht hatte, aber sich auch nicht vom Auto weg traute, falls ich in dem Moment dort auftauche, in die Arme. Wie ein Verrückter raste er durch die Stadt. Direkt zum Krankenhaus. Ich dachte wirklich das Kind kommt im Auto.
Wie es halt immer so ist, kurz vor dem Krankenhaus waren die Wehen weg, das Gefühl allerdings nicht. Wir sind dann also trotzdem rein und kamen direkt in das Untersuchungszimmer. Auch dort war bis auf Fingerbreit offen und verstrichenen Muttermund alles gut. Wenn wir wöllten, könnten wir wieder heim. Das sind wir dann auch. Es war inzwischen 22 Uhr und die Erna nur am durchdrehen, wegen Übermüdung.
Wir dachten also, es wird sicher nicht mehr lange dauern, immerhin war der Muttermund bereits verstrichen. Doch wir wurden eines besseren belehrt.
Der Wutz kam und kam nicht. Dafür (mal wieder) alle anderen Kinder aus dem Kurs. Dann kam Sonntag, der 14.Februar 2016. Der ET. Und es passierte genau, gar nichts. Ich war SO frustriert. Vor allem, weil die Erna ja pünktlich am ET morgens früh startete und abends ankam. Also hab ich ja wider besseren Wissens alle meine Hoffnungen auf diesen Tag gesetzt. Ich konnte und ich wollte einfach nicht mehr. Vormittags war ich stundenlang in der heißen Wanne. Nachmittags gaben wir Erna zu den Großeltern und liefen Ewigkeiten spazieren. Wir liefen auch in der Straße der Schwägerin, diese schaute gerade zufällig mit einer Freundin, die Frauenärztin ist, aus dem Fenster und fragte, ob sich was tat. Ich weiß noch wie ich frustriert antwortete und mir von der Freundin ein paar Tipps erhoffte.
Aber es tat sich nichts. Gegen Abend habe ich mich damit abgefunden gehabt und auch mit dem Tag abgeschlossen. Der 14. Februar wäre eh doof gewesen, da dann mein Geburtstagsbaby irgendwann dann mal an SEINEM Geburtstag irgendwelchen Mädels was schenken solle. Ja, so komische Gedanken hatte ich dann. Alles war gut, mir ging es gut, die Nächte davor hatte ich super geschlafen und ich freute mich eigentlich nur noch auf mein Bett und eine weitere gute Nacht. Wir spielten mit Erna und brachten sie relativ spät ins Bett. Wir lagen alle zusammen (Stichwort Einschlafbegleitung) in unserem Bett, zwischen uns Erna, die kurz davor war, ins Land der Träume zu gehen. Es war so gegen halb 10. Ich merkte wie der Wutz wach wurde und ganz schön rappelte und rum machte. Ich weiß noch das ich dachte, wenn der jetzt nicht aufhört sich SO zu bewegen, dann passiert noch was. Und genau in diesem Moment, als ich das zu Ende gedacht hatte, PENG. Ich lief aus. Und zwar so dermaßen, das es eindeutig war. Mitten in die Stille und Dunkelheit hinein, rief ich auf einmal „SCHEIßE“. Und klar, Erna war auf einmal wieder hellwach. Und der Namenslose geschockt. Ob ich mir wirklich sicher bin. Ähm nein, in Wirklichkeit haben wir ein Wasserbett und ich habe es geschwind mal aufgestochen und deshalb ist alles so nass! Männer ey. Auf einmal sprang er wie von der Tarantel gestochen auf und lief runter. Wortlos. Keine Ahnung was das war. Gott war ich pissig auf den. Also musste ich mir selbst helfen, wuchtete mich aus dem Bett, schnappte mir Handtücher, wechselte meine Klamotten, machte Einlagen rein, beruhigte Erna und wusste selbst nicht so genau, was ich machen sollte. Wehen hatte ich ja keine. Nach gefühlten Ewigkeiten kam dann auch der Mann mal wieder hoch und ich machte ihn fertig. Mich so allein zu lassen. Damit! Allerdings war er nur geschwind telefonieren, weil er ja jemanden besorgen musste, der auf Erna die Nacht aufpasst. Oh Gott. Daran habe ich vorher gar nicht gedacht. Noch nie war Erna eine Nacht ohne uns. Und schon gar nicht im wachen Zustand. Der Opa würde sie doch nie im Leben wieder zum schlafen kriegen!? Und dann kamen die ersten Wehen. Ich wollte jetzt nur noch schnell ins Krankenhaus. Wir machten uns fertig, Erna durfte Peppa Wutz schauen und der Opa war zum Glück auch schnell da. Zwischendrin brauchte ich ständig neue Handtücher und hatte echt Angst um unser Leasingauto, während der Namenslose hinter mir her putzte und auch das Bett neu bezog. Ich glaube ich rief auch noch meine Mama an. Ja doch. Sie war schon im Bett gewesen, hatte aber das Handy dabei. Endlich fuhren wir los. Erst nachdem wir schon die Straße runter waren, fiel uns ein, das wir die Tasche vergessen hatten. Also nochmal von vorn. Dann konnte ich ja unter Wehen noch geschwind dem Opa erklären wie er Ernas Frühstück und Kitatasche richten müsse.
Diesmal parkten wir nicht erst im Parkhaus, war ziemlich weit von der Klinik entfernt ist, sondern der Namenslose fuhr mich direkt vor die Eingangstüre. Was den Nachteil hatte, das ich da allein, wehend und mit einem frischen Schwall Fruchtwasserauslauf, in der Klinkeingangshalle warten musste, bis der Mann das Auto dann wieder wegfuhr. Weil stehen bleiben durfte er auch nicht. Es war mir so peinlich. Direkt neben der Info den Boden voll zu tröpfeln. Aber irgendwie war es mir dann auch wieder egal. Wir watschelten zum Fahrstuhl und dort machte ich leider den ganzen Boden nass…. ähem. Da hab ich mich auch zum ersten Mal gefragt, WIE viel Fruchtwasser ich eigentlich in mir hatte ey. Und dann wurde es witzig. Es war inzwischen 22 Uhr und Dienstwechsel der Hebammen. Und tatsächlich. Meine Nachsorge- und GVK Hebamme hatte Dienst! Check! Denn es ist eher selten sie bei der eigenen Geburt zu erwischen. Sie hat nämlich Teilzeit und grundsätzlich macht sie nur die Nachtschichten am Wochenende. Sie begrüßte uns und trotz anderer Geburten, war klar, dass sie für uns zuständig sein muss. Und sie sagte was, an das ich mich die ganze Zeit klammerte. Sie sagte „Der Kleine kommt definitiv noch in meiner Schicht, dafür werde ich sorgen“ 😀
Inzwischen hatte ich wirklich extrem heftige Wehen, die aber sehr kurz und kaum mit Wehenpausen waren. Trotzdem sollten wir mal ne Runde laufen und dabei auch gleich unser Zimmer beziehen. Also watschelten wir auf das Zimmer, leider nur ein Doppelzimmer, weil alles belegt war, und waren da auch schnell wieder draußen- weil eben Nachtruhe und schlafende Nachbarin. Dann ging es los. Ich musste SEHR dringend auf Klo. Warum auch immer, ich schloß mich ein. Macht der Gewohnheit wahrscheinlich. Jedenfalls kam ich von diesem Klo nicht runter. Keine Chance. Ich hatte einfach zu heftige Schmerzen und konnte partout nirgendswo hin. Der Namenslose rappelte und klopfte wie verrückt von außen an der Türe und kam nicht rein. Ich war da bestimmt ne halbe Stunde drin. Mit letzter Kraft robbte ich zu ihm um die Türe zu öffnen und mit allerletzter Kraft schleppte ich mich wieder in den Kreißsaal und um direkt nach ner PDA zu betteln. Ich würde das ganze sonst auf keinen Fall überstehen. Dafür waren die Wehen wirklich zu heftig und leider zu wirkungslos. Ich kam direkt in einen Geburtssaal und, dafür Danke ich, der Narkosetyp kam auch sehr schnell. Ich weiß noch wie lange das bei Erna damals dauerte. Nur leider war der der Narkosearzt nicht gut, oder mein Körper. Jedenfalls find ich brutal an zu zittern und konnte gar nicht damit aufhören, ich hatte solche Angst, das er deswegen irgendwie falsch sticht. Er belehrte, was ungute Nebenwirkungen bzw Anzeichen für ein falschen Sitz der Nadel sei und prombt war dies bei mir auch der Fall. Ich weiß nicht mehr ganz genau was ich hatte, es war glaube eine Gefühlsstörung im linken Arm. Also musste die Nadel neu gestochen werden. Zwar hatte ich dann relativ schnell keine Schmerzen mehr, aber die Wehen wurden immer stärker, deshalb reagierte mein Körper anders. Ich zitterte und zitterte und war ein totales Wrack. Ich konnte nicht mehr klar denken und alles wurde so unwirklich. Unsere Hebamme kam ein paar Mal rein und musste nen Wehenstopper einsetzen, weil es einfach echt krass war und dann war es besser. Mein kompletter Körper war taub und wie gelähmt . Dafür arbeiteten die Wehen dann gut und ich war von Fingerbreit 22 Uhr, bei 2cm um 23.30 (ohne PDA), bei 7 cm um 2. Langsam machte ich mir dann doch Gedanken, ob der Wutz es in der Nachtschicht der Hebamme noch schaffen würde. Urplötzlich fing mein Körper wieder an zu spinnen. Auf einmal hatte ich so heftige Zuckungen und Zitterattacken, ich schrie den Namenslosen an, er solle jetzt sofort die Hebamme holen, die soll diese Scheiß PDA ausschalten oder sonstwas machen. Sie kam direkt, weil sie mich schreien hörte (der Mann hatte immer Angst, an das Dienstzimmer zu klopfen und zu „stören“ ). Sie hat auf den ersten Blick erfasst, was ich nicht mehr spüren konnte. Es waren bereits die Presswehen. Der Muttermund war bereits vollständig geöffnet und der Körper presste quasi von allein. Es war kurz vor 3 Uhr. Und ich bekam Panik, als die Hebamme panisch nach dem Arzt rufen ließ, dann sagte „Verdammt, der kommt zu spät“ und sie dann den Namenslosen anwies ihr zu helfen. Ich musste 3 mal „pressen“- also ich hab wie schon bei der Erna, nicht wirklich gewusst was ich da mache oder wie, weil ich ja gar nichts mehr gespürt habe, aber es hat ja anscheinend funktioniert. Ach nee, 4 Mal. Weil ich so kurz presste, flutschte der Wutz immer wieder rein und kam mit dem Kopf nicht wirklich raus. Und Dann waren die Schultern draußen und die Hebamme wies den Namenslosen an und zack- der Namenslose zog seinen Sohn selbst raus. Das war für ihn einfach ein unglaubliches Gefühl, er hat seinem Sohn auf die Welt geholfen. Exakt um 3.11 Uhr. Die Nabelschnur wurde durchgeschnitten und der Wutz wollte einfach keinen Mucks machen. Ich hörte auf zu atmen, hatte tausend Szenarien im Kopf. Die Hebamme probierte dies und jenes und dann endlich, nach gefühlten Ewigkeiten, ein kleiner Schrei und der Wutz wurde mir auf die Brust gelegt. DANN kam auch endlich mal ein Arzt dazu. 😀
Leider war da jedoch noch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Denn die friedlich dann einschlafenden Babys, weil sie so fertig von der Geburt sind, aus dem Fernsehen kannte mein Sohn nicht. Denn er brüllte. Und brüllte. Und hörte damit eine verdammte fucking dreiviertelstunde nicht damit auf und alle waren verzweifelt. Hebammen, mein Mann und ich sowieso. Er sollte sich doch zumindest bei mir irgendwie mal beruhigen? Unsere Hebamme meinte, sowas hatte sie auch noch nicht- vermutlich muss er einfach diese extrem schnelle Geburt noch verpacken, in der er sich quasi selbst aus dem Bauch arbeiten musste, weil ich ja nichts spürte. Ich hab immer nur dran denken können, das er mir IM Bauch besser gefallen hatte, weil er da nicht schreien konnte. 😀 Nach der dreiviertelstunde allerdings, ist er endlich vor Erschöpfung eingeschlafen und dann wurde es langsam gut. Wir konnten in den Kuschelraum gehen und uns ausruhen. Ich war müde und fix und fertig und ich glaube wir sind alle 3 auch kurz eingenickt. Dann sollte ich mein Zimmer geschoben werden, es war glaube ich gegen 5 Uhr. Der Namenslose wurde rausgeschmissen und ist dann direkt zur Arbeit gegangen …… während ich eigentlich nur mal schlafen wollte- aber der Krankenhausrythmus lief da gegen mich und ich hab glaube die kompletten, furchtbaren 3 Krankenhaustage schlaflos verbracht- der Wutz zum Glück hat ziemlich viel und gut geschlafen. Aber da war ja noch ein anderes Baby im Zimmer….
Erna war an diesem Tag noch in der Kita, wurde von meiner Mama, die direkt den ersten Flug zu uns genommen hat,abgeholt und alle besuchten mich gegen Mittag. Und es war genau so, wie ich es schon so oft gelesen hab- Erna war eine RIESIG geworden über Nacht 😛 Sie fand ihren Bruder ganz ok, eher langweilig, hat ja nur geschlafen. Sie wollte vor allem mit mir kuscheln und konnte gar nicht verstehen, warum ich nicht mit nach Hause kam. Das Geschenk vom Wutz kam zwar gut an, trotzdem machte sie einen riesigen Schreiaufstand als sie ohne mich gehen musste- das wir entschieden , es wäre besser wenn sie gar nicht mehr käme. Es brach mir das Herz und ich vermisste meine Maus so schrecklich und sie mich auch. Zum Glück durfte sie uns aber bereits am Mittwoch nach Hause mit abholen. ❤
Und Erna ist eine schrecklich tolle, große Schwester. Der Wutz ist eher ein normaler, kleiner Bruder 😀 Manchmal unerträglich nervig, beißt sie, haut sie, zieht an ihren Haaren, aber er macht ihr einfach ALLES nach und knutscht und kuschelt auch so oft mit ihr. Er liebt sie einfach über alles. Meine beiden Kinder. Beide habe ich auf die Welt gebracht. Was ich vorher niemals geglaubt hätte, zu schaffen.

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12 Monate- 1 Jahr Wutz (nachgereicht)

Ach mein kleiner großer Schatz… Endlich haben wir das spannende, anstrengende , aufregende erste Jahr geschafft und tatsächlich  (wie ich mir immer Mantra-artig vorbetete) ist seither so vieles besser geworden.

Die größte Änderung war, dass du schlagartig 3 Tage vor deinem Geburtstag aufgehört hast mit dem fremdeln. Das ist spitze und bringt auch eine riesige Erleichterung mit sich, denn jetzt dürfen andere dich nicht nur anschauen sondern auch anfassen und ich konnte sich sogar  ein paar Mal bei deinem Großeltern lassen. Das war seit September eigentlich undenkbar! Es hat die Feier zu deinen Ehren natürlich um einiges erleichtert und wir konnten es wirklich genießen. Auch entgegen meiner Befürchtung hast du es nicht nachts verarbeitet und sogar „gut“ geschlafen.

Du wiegst 9,25 kg und bist 72,5 cm groß und Größe 80 passt dir perfekt. Du hast mega viele Haare auf dem Kopf und die sind so dick und voll das wir absolut dringend zum Friseur müssen. Ganz anders als bei deiner Schwester, die viel dünner sind und waren und direkt immer standen. Deine Augen sind immer noch blau, aber um die Pupille rum ist eindeutig eine Verfärbung erkennbar, nur die Farbe nicht ganz. Vielleicht bekommst du also doch noch die grünen Augen deiner Mama:)

Unglaublich aber war , du warst in diesem Jahr dann doch mal ganze 2 Wochen sowas wie gesund und da stellten wir mal wieder fest das du eigentlich  (wenn du eben nicht mal wieder krank bist) ein unheimlich guter Schläfer bist. Weil deine Lunge seit Oktober so unglaublich strapaziert wird und du jetzt zum 3. Mal seit Dezember Antibiotika bekommen hast, und deine 7. (!!!) Bronchitis, freuen wir uns wie wahnsinnig auf Frühling und warme Tage! Du musstest schon wirklich viel mitmachen, seit deiner 5. Lebenswoche schon und deswegen fahren wir Ostern ein paar Tage ans Meer. Trotz deines dauerkranken Zustands bist du ein absoluter Sonnenschein und ein grinsebackiger Quatschkopf! Du liebst Action und seit neuesten krabbelst du deiner Schwester immer hinterher in der Hoffnung sie bringt dir neuen Unsinn bei. Am tollsten ist es wenn ihr beide von der Couchlehne runter springt und ich tausend Tode sterbe. Aber noch lieber magst du es , wenn du sie ärgern kannst. Haare ziehen, beißen, kneifen und hauen ist hier leider die Regel und wenn sie ausnahmsweise mal zurück ärgert dann geht dein Blick beim weinen direkt anklagend zu mir, weil du genau weißt das ich sie dann belehre und das ist schon auch ein bisschen hinterhältig von dir 😛

Auch beim Thema Essen hat es klick gemacht bei dir und so isst du jetzt tatsächlich manchmal so viel das es dir sogar als Mahlzeit reicht und immer mal wieder liebäugel ich dann mit dem abstillen. EIGENTLICH brauchst du es zumindest tagsüber gar nicht mehr. Ich habe jedenfalls Hoffnung das wir es bald geschafft haben. Dafür gebe ich dir jetzt immer öfter einen Schnuller, du weißt jetzt wie man ihn benutzt und hast ihn gerne im Mund- es ist aber auch null schlimm wenn du keinen hast.  Trinken tust du nach wie vor unheimlich gut und hast dir jetzt Sprudel als DAS Getränk to be auserkoren. Dein liebstes Essen ist weiterhin Salami. Mit Obst kann man dich jagen, Paprika und Tomaten gehen neben Gurke ganz gut. Generell bist du eher nicht der süße Typ und neulich hast du total begeistert eine Zitronenscheibe ausgelutscht:O

Der Knaller ist weiterhin wie du selbst seine Ängste besiegst. Noch vor 2 Wochen hattest du totale Panik vor Bälle Bädern und vor allem Luftballons. Aber du hast es wie mit dem brumm Kreisel durchgezogen. Jeden Tag ein bisschen mehr Mut – erst anschauen, dann anfassen und ab tag 3 warst du glühender Fan von Luftballons und Bälle Bädern.:)
Deinen Geburtstagsluftballon hast du dir selbst ausgesucht und ihn vom Laden an bis daheim nicht mehr losgelassen. Ich finde das echt der Wahnsinn wie du quasi von ganz alleine beschließt das du jetzt deine Ängste besiegst!
Am liebsten spielst du mit deinem Elefanten der die Bälle raus schießt- unermüdlich holst du sie dir wieder, wirfst sie in den Rüssel und so weiter und so fort. Du räumst gerne Dinge aus und wie schon den Monat zuvor: Deckel ab und wieder anschrauben. Und mit dem pukylino fährst du wie ein stolzer Weltmeister durchs ganze Haus:)
 

Treppe laufen- sprechen- Lieder- Gesten (piep piep) , Baden, Zähne, malen
 

 

11 Monate Wutz

Der letzte Monat war ein echter Durchbruch. In wirklich nahezu jeglicher Hinsicht. Du hast kurz vor Weihnachten Zahn Nr. 5 und 2 Tage später Nr. 6 bekommen. Auch deine immer wieder durchbrechenden, schlimmer werdenden Krankheiten haben wir jetzt nach dem 2. Mal Antibiotika und Kortison endlich in den Griff bekommen und ich klopfe auf Holz das wir es jetzt weitgehend überstanden haben.
Weihnachten selbst hast du zwar auch ständig gefremdelt und wurde auch nach Stunden nicht besser, aber als deine Cousins und Cousinnen und die Erna alle mit dir auf der Couch saßen und mit dem Opa alle Weihnachtslieder die sie kannten gesungen haben, warst du absolut begeistert. Du hast im Rhytmus mitgeklatscht und getanzt. Das war wirklich was fürs Herz ❤

Überhaupt Musik. Du tanzt furchtbar gern und klatscht auch sofort sobald du eine Melodie hörst. (das mit dem klatschen hatte ich glaube auch schon im letzten Bericht stehen, oder?)  Hatte ich da auch schon geschrieben das du komplett die Begungen zu Aramsamsam alleine machst? Und von Hoppe Hoppe Reiter? Schon oder? 🙂

Du hast jetzt den Unterschied zwischen Mahlzeiten und Stillzeiten total verstanden. Sobald du andockst, wird nimmer gebissen und wenn du noch was im Mund hast, dann wird das erst aufgekaut bzw. (meistens) direkt ausgespuckt. Das erleichtert das stillen natürlich um einiges. Auch wenn ich nicht mehr sooo oft stille. Aber so Anzeichen zum Aufhören hab ich jetzt noch nicht gemerkt. Du brauchst das schon auch noch. Selbst, wenn du beim einschlafen meistens vorher schon abgedockt hast und dann ewiglich durchs Bett kruschtelst bis du eine für dich gute Schlafposition gefunden hast. Seit neuestem liegst du beim schlafen viel lieber auf mir oder zumindest an mir. Diese Suche nach Nähe gab es vorher gar nicht, da wolltest du eigentlich nur deine Ruhe. Es erschwert dann natürlich das baldig geplante aussiedeln 🙂 Aber es ist soooo schön ❤

Auch schlafen tust du nun wieder. Oder endlich. Du machst jetzt jeden Tag einen Mittagsschlaf der mindestens 2-3 Stunden dauert. Es ist herrlich und ich schaffe in der Zeit wirklich viel 😉
Selbst nachts wachst du eigentlich nur einmal auf, neulich hast du sogar die ganze Nacht durchgeschlafen. Nur weiter so 😉
Trotzdem haben wir selten Feierabend, weil du meistens jetzt ja ohne mich nicht schlafen kannst und dann mit uns ins Bett gehst, wobei auch der Husten deiner Schwester eine Rolle spielt und dich sicher auch mehrfach wieder geweckt hast. (wir müssen euch jetzt echt mal trennen)

Es ist sooooooo süß wenn du in meinem Arm liegst, mich anschaust, grinst und dann „mama “ sagst, weil du weißt wie gern ich das höre 😛

Du sagst jetzt übrigens auch explizit „papa“ 😀
Du „kommunizierst“ mit uns durch zeigen, ranwinken und Geräuschen. Meistens wissen wir schon was du willst. Und wie du dann anfängst zu grinsen wenn wir dir das gewünschte geben.
Du kannst übrigens ganz alleine aus einem normalen Ikea Becher trinken. Der Hammer !
Ach ja, das wichtigste 😉 Du krabbelst seit 2 Wochen. (seitdem schläfst du übrigens auch besser und weinst viel weniger) Das ist toll toll toll. Du krabbelst überall hin wo du magst und es gibt keine Hindernisse mehr 😉 Doch noch bevor du krabbeln konntest hast du schon angefangen dich an der Couch hinzustellen 🙂
Du stehst schon eine Weile, aber das sieht schon auch immer noch ein wenig wacklig aus. Wenn man mit dir „läuft“ dann freust du dich einen Keks, aber das haben wir erst 2-3 Mal gemacht. Uns reicht schon das krabbeln.
Seit dem Krabbeln hat es wohl auch essenstechnisch Klick gemacht. Du haust rein und kriegst nicht genug. Gestern Abend hast du 2 (!!!) Butterbrote verschlungen. Und überhaupt wirst du wütend wenn wir was ohne dich essen. Am liebsten hast du dabei auch noch die Gabel in der Hand und stocherst selber so lange auf dem Teller bis da was drauf ist 😉 (klappt nur nicht so gut :D:D:D )

Du bist der absolute Stapelbecherkönig und stapelst die Dinger total super den lieben langen Tag. Auch diese Kiste, mit den Löchern wo man die passenden Formen durchwerfen muss, bespielst du gerne und kannst auch das bereits perfekt.

Ach ja. Und Ball. Du spielst richtig mit uns Ball und wirfst auf Aufforderung direkt zu einem und „fängst“ wieder auf. Und hin und her. Das geht auch mit kullern super.

Und das größte war eh der Brummkreisel. Warum auch immer hast du vor Brummkreiseln und Luftballons Angst gehabt. Auf einmal wolltest du dann aber immer den Brummkreisel anschauen, nur von weiter weg. Bloß nicht neben dir und nicht anfassen. Am 2. Tag sollte er immer neben dir sein. Am 3. hast du ihn sogar angefasst und am 4. hattest du deine Angst selbst überwunden und seither bist du der Master of Brummkreiseln :D:D:D

Du badest immer doch sehr gerne, nur nicht allein. Das macht es manchmal etwas schwierig.

Was auch deutlich wurde, wie deine Schwester brauchst du bei Müdigkeit bzw. Nachts momentan immer die Mama. Bist du beim Papa hörst du nicht auf zu brüllen. Das wird sehr spannend diese Entwicklung (bei deiner Schwester war es anders um den 1. Geburtstag rum) denn nicht mehr lange und deine Schwester und ich sind zum Mädelswochenende weg…. Aber ein bisschen Zeit ist ja noch.

Oh und Kugelbahn. Es ist soooooooooooo ausgesprochen niedlich (steht vllt auch schon im letzten Bericht) wie du neben deiner riesigen Kugelbahn sitzt, den Ball schnappst und oben drauf legst und in die Hände klatscht wenn er unten wieder raus kommt 😀

Es ist wirklich toll mit dir, es wird auch immer toller und ich vermisse die Babyzeit so gar nicht. Mit dir kann man so schön lachen und Quatsch machen und rumkugeln und überhaupt bist du eigentlich nur am grinsen und dich des Lebens freuen. Mein Schnuffel, ich liebe dich unendlich!

10 Monate Wutz

So meine kleine Grinsebacke, jetzt hat die Mama es doch irgendwie geschafft in den 5 Minuten die du gerade noch schläfst, schnell was in die Tastatur zu hämmern. Es tut mir wirklich wahnsinnig leid das ich es bei dir leider nicht monatlich geschafft habe deine Entwicklung schriftlich festzuhalten 😦

Du warst jetzt die letzten 2 Wochen sehr krank , okay,  eine davon richtig sehr krank und die andere betrifft eher noch die Schnupfen Nachwehen . Da hat man auch erst  gemerkt WIE krank du wirklich warst,  du warst irgendwas aus einer Mischung zwischen müde und zu wach, wolltest weder was machen noch was wissen und eigentlich nur 24 Stunden von Mama getragen werden . Es war wirklich hart für alle Beteiligten . Seit Montag jetzt (das Antibiotikum wirkt) drehst du wieder voll auf . Du lachst wieder mit deinen glucksenden Geräuschen und erst da fiel ins auf wie sehr wir dein lautes lachen vermisst haben …. nicht nur das,  du willst wieder alles essen was du für essbar befindest oder was wir essen. Futterneid extrem. Du schiebst dich mit Absicht und bewusst rückwärts durch die Gegend und drehst dich dann so lange im Kreis bis du das gewünschte Ziel in der Hand hast. So kommst du prima zurecht und hälst es daher eigentlich nicht für nötig mal VORWÄRTS zu krabbeln oder sonstwas. Wir beide üben zwar immer wieder , aber nur wenn ich dich stütze dann machst du das nach vorne auch ganz prima, dann batscht du mit deinen Händen nach vorne und ziehst die Beine nach. Aber wie gesagt, eigentlich brauchst du es nicht wirklich . Du setzt sich dann auch alleine hin und spielst und wenn du wieder weiter willst dann wirfst du dich vorne auf deinen Bauch und du schiebst wieder los . Total toll findet du es auch immer noch dich einmal immer wieder von einem Ende zum anderen durch das große Bett zu rollern. Du stellst dich sogar hin, auf deinen eigene Art.  Du sitzt auf der Couch,  wirfst dich auf den Bauch , drehst dich um und schiebst dich dann so lange runter bis deine Füße den Boden erreicht haben. Dann grinst du wie verrückt und findest das ganz klasse so 🙂

Seit letzter Woche kannst du klatschen und tust dies auch auf Aufforderung oder sobald jemand anderer klatscht oder sobald Musik zu hören ist oder du etwa tolles gemacht hast. (Also eigentlich fast ständig 😀 )

Und auch Küsse kriegt die Mama schon von dir . Wenn auch keine Luftküsse.

Ansonsten bist du ein echt rabiater.  Du beißt uns alle für dein Leben gern , inzwischen auch in meine Haare , und auch deinen Kopf knallst du mit Vorliebe gegen Bettgitter,  Gegenstände,  Köpfe. Und das tut richtig weh. Aber du findest es witzig. … Was du auch prinzipiell machst,  du stopfst dir Kleinteile in den Mund . Alles was du finden kannst, am liebsten aber die kleinen Playmobil Sachen deiner Schwester… ständig muss man dir was aus dem Mund fischen und das ist sehr neu für uns. Deine Schwester hat sowas nie gemacht .

Du sagst „mama“ und „mamamam“ (essen bzw auch schimpfen ) , und „da“ , „deda“ und „det“. Du sagst „auauauau“ wenn du schmerzen hast und auch schon manchmal passend „nenenene“ und „jajaja“ Und wenn du schimpfst klingt das auch schon höchst professionell:) du bist    fasziniert vom Licht und Lampen und kannst auch schon ne weile den Lichtschalter komplett alleine an und aus schalten . (Konnte erna lange nicht , auch wenn sie wollte ) auf die frage „willst du das Licht anschalten ?“ Fängst du immer an zu grinsen und drehst dich sofort zum Lichtschalter . Auch bei deinem Lieblingslied „hoppe hoppe Reiter “ kennst du genau die richtige Stelle und wirfst dich dann alleine nach hinten . Mithüpfen tust du außerdem 🙂 du hast richtig Power.  Schiebst dich nicht nur mit deinem armen inklusive schwerem Hochstuhl vom Tisch weg sondern hüpfst dann auch so lange bis du mit deinem Stuhl durchs Zimmer kommst. Total krass :O

Jetzt zeigst du auch schon genau, beide Hände in die Richtung heben, was du haben willst. Am allerliebsten trinkst du ja Wasser . Wenn du schon die Wasserflasche siehst wirst du ganz hibbelig.

Und du „telefonierst „. Schnappst dir Telefon oder Fernbedienung oder Babyphone , hälst es dir ans Ohr und redest. 🙂 wenn du Dinge in der Hand hast dann hälst du sie uns zum füttern oder zum zeigen und wir sollen es erklären hin . So ganz genau haben wir es noch nicht raus.

Du weißt wo die Mützen hingehören und versuchst sie uns auf den Kopf zu setzen . Du lachst dich kringelig wenn  jemand was auf dem Kopf hat was da nicht hingehört . Von deinem Stapelturm nimmst du nur den obersten Becher und versuchst ihn dann wieder vorsichtig drauf zu setzen . Du kämmst dir mit deiner bürste die Haare . Du isst wirklich ALLES.  Nur nicht genug und so stillen wir leider immer noch. Und das ist richtig fies,  denn vor allem auch wo du so krank warst aber auch davor , da beißt du mich richtig dolle und fies da rein.  Manchmal mit Absicht weil du eben was kauen musst, als du krank warst hat man aber deutlich gemerkt das du einfach nicht wusstest wie du von kauen auf saugen umschalten sollst. Das war wirklich böse und blutig und ich hatte deinen papa schon zum Pulver kaufen geschickt, weil ich nicht mehr wollte und du zumindest Wasser sehr gut aus der Flasche nun trinken kannst. Seit ein paar tagen klappt es wieder anstandslos und ich warte jetzt einfach mal ab. Du hast 4 Zähne.  Die manduca ist immer noch nicht deins,  dafür der kinderwagen und man kann dich stundenlang spazieren schieben und du schläfst darin verlässlich ein.

In dem maxicosi bist du im Auto auch immer zuverlässig eingeschlafen , leider war er dir nun wirklich zu eng und kein geworden und nun fahren wir seit Wochen mit dem sirona.  Was soll ich sagen…Du hasst es. Nur ganz ganz selten bleibt du gerne drin und schläfst dann auch mal ein . Meistens jedoch schreist du nur ohne Pause.

Anziehen hasst du auch immer noch aber inzwischen machst du mit. Nimmst das Spielzeug in die andere Hand und schiebst deine arme durch die Ärmel. Das machst du ganz toll! Du liebstliebst baden und Wasser. Und auch hier zeigt sich deine härte, denn du patscht richtig dolle und wild mit den Händen und Füßen und klar wirst du nass, kriegst du dann Wasser ins Auge,  guckst du nur kurz irritiert und machst dann weiter.

Mir ist auch aufgefallen das du vor allem beim schlafen deine gewohnte Umgebung brauchst. Auch das Ritual mit Schlafsack anziehen und Licht.  Irgendwie beruhigt dich das.

Technik ist ebenfalls dein Steckenpferd. Macht man den heizlüfter aus, dann MUSST du da hin und beobachten wie der Ventilator sich langsam dreht.genau wie räder . Alles was Musik ist, ist deins. Mit Hingabe spielst du xylophon und Trommel oder rasseln . Wenn man ein Buch holt grinst du vor Freude wie ein honigkuchenpferd , es müssen aber welche zum „anfassen und fühlen “ sein.

Auch mit dir spielen wir „jetzt kommt die Mama “ und der Papa läuft dann mit dir weg . Du lachst so dolle dabei 😀

Und die Nächte … Sie sind furchtbar. Nuckel willst du immer noch keine und meistens wachst du jede Stunde,  oft auch alle halbe Stunde auf. Ohne mich neben dran kriegst du abends die Krise und somit gibt es sowas wie Feierabend nicht. Immerhin ist es so das jede dritte nach okay ist und du da (erst einmal vorgestern passiert ) nur einmal bis höchstens 3 mal aufwachst .

Schnuffihase,  ich bin so froh das du bei uns bist und ich gebe dich nie wieder her. Nie wieder.  Ich liebe dich unendlich !

Meine schlimmste Weihnachtsserinnerung

Ich muss das jetzt mal aufschreiben sonst platz ich womöglich noch. Ich denke da , vor allem immer um diese Jahreszeit,  gerade so oft dran und vielleicht werde ich ja so die Geister der Vergangenheit los.

Ich weiß nicht wie alt ich da war, vllt 4 oder 5 oder 6.

Wir feierten zum ersten Mal am 24. Nicht bei uns, sondern bei meinem Onkel und gleichaltrigen Cousin und seiner neuen Freundin (also vom Onkel ) und ihrer Tochter . Es war eigentlich ganz ok, wir spielten im Kinderzimmer und auf einmal riefen die Erwachsenen der Weihnachtsmann war da. Wir liefen total aufgeregt ins Wohnzimmer und sahen schon die vielen Geschenke unter dem riesigen Tannenbaum. Wir stürmten hin und suchten unsere. Nirgends stand mein Name drauf (offensichtlich konnte ich schon lesen, dann war ich wohl doch eher 6) . Ich sah mir jedes Geschenk an. Wirklich keins davon war für mich. Ich war den Tränen nahe. War ich nicht lieb genug gewesen ? Hatte der Weihnachtsmann mich bestraft ? Die anderen merkten das gar nicht , sie beobachteten wie die beiden anderen ihre Puppe und ihr Auto und alles andere freudig strahlend auspackten. Ich weiß nicht warum ich so lange wartete, (wahrscheinlich weil es unhöflich ist nach Geschenken zu fragen ) nach einer ganzen Weile erst ging ich zu meiner Mama und die fragte mich warum ich nicht auspacken will . Da erst weinte ich sehr und sagte da ist keines für mich . Meine Mama war verwundert und fragte meine Oma . Und jetzt kommt DER Moment und die Worte . Sie zeigte auf die hintere Ecke (ganz andere Richtung vom Baum ) und sagte : “ Da hinterm Ofen liegen die.“ Meine Mama fragte warum die nicht auch wie alle anderen unterm Baum liegen würden . Meine Oma antwortete : „Na, sie gehört doch nicht zur Familie , ist doch klar das ihre nicht bei den anderen liegen .“ Drehte sich um und freute sich mit den anderen. Wohlgemerkt – mit der NICHT verwandten Tochter der NICHT angeheirateten Freundin meines Onkels. Aber ICH gehörte nicht zur Familie ??? Oh es tat mir so weh. Wie ich in meiner Ecke , Tränen runter schluckend,  alleine meine Geschenke auspacken musste, nur meine Mama war bei mir, alle anderen waren am anderen Ende des Raumes bei den anderen beiden Kindern .

Ich werde diese Situation nie vergessen und noch dazu beschreibt sie ausführlich die Gefühle meiner Oma mir gegenüber . Warum auch immer, sie mochte mich nicht . Noch nie . Ihr eindeutiger Liebling war mein Cousin (das rührt wohl daher das seine Mutter nach der Geburt abgehauen ist und sie Mutter Ersatz sein wollte, bis heute ist noch nicht mal klar ob mein Onkel überhaupt der leibliche Vater ist , meine Mama erzählt immer mal wieder sie hat ihm das Kind untergeschoben ) und dann immer das jeweilige Kind der jeweiligen Freundin meines Onkels. Während mein Cousin mit Liebe und Geschenken überschüttet wurde, war ich nur Last. Geschenke bekam ich nie. Wenn ich bei ihr war, dann durfte ich nicht mit dem dortigen Spielzeug spielen,  weil das ja für meinen Cousin reserviert war, ich bekam zum spielen Waschlappen.  Auch sowas was irgendwie nie aus meiner Erinnerung verschwinden wird. Ich war höchst ungern bei meiner Oma,  dabei wohnte sie direkt um die Ecke. Seit 14 Jahren habe ich sie nicht mehr gesehen , seit 14 Jahren wollte sie nichts mehr von mir wissen . Als ich 15 war, auch an Heligabend , sah ich sie zum letzten Mal. Sie reichte durchs Fenster WeihnachtsGeschenke für meine Schwester rein. Wohlgemerkt , für meine Schwester  (damals 2) . Für mich nicht . Denn sie war sauer auf mich, weil ich sie die Woche davor nicht besuchen kam. Das muss man sich mal vorstellen.  Eine erwachsene Frau die sich so mies gegenüber ihrem Enkelkind verhält …. Jetzt , da ich selber Mutter bin, ist es für mich noch viel unverständlicher.

Sie kam damals übrigens nicht rein, weil sie den Kontakt zu uns nicht mehr möchte. Wegen meinem Vater und überhaupt . Auch mit uns Enkelkindern mag sie keinen Kontakt mehr haben.  Wenn ich möchte,  ok,  dann soll ich doch zu ihr kommen, an die klingel komme ich ja wohl. Das waren ihre letzten Worte die ich hörte. Natürlich bin ich , hallo ? Ich war 15 und mitten in der Pubertät, nie zu ihr gegangen . Ich war anfangs beleidigt und auch einfach nur froh das ich nicht mehr dort hin musste. Dann war ich sauer. Wie kann die eigene Oma nichts mehr von einem wissen wollen??

Meine Mama hat sie , wie gesagt wohnte sie ja direkt um die Ecke,  natürlich öfter mal gesehen. Doch kein einziges Mal in all den Jahren hat sie nach mir oder meiner Schwester gefragt. Wenn sie überhaupt sprachen , dann jammerte sie nur über sich.

Sie weiß nicht das ich in weit weg wohne, studiert habe, arbeite, verheiratet bin. Sie weiß nicht das sie Uroma von 2 wunderbaren Urenkeln ist…

Sie wird es auch nie mehr erfahren .

Ein paar Mal war ich drauf und dran zu ihr zu gehen . Vor allem seit es Erna gibt. Doch jedes Mal vorher spreche ich mit Leuten oder sehe berichte. Darüber das es Umgangsrecht für Großeltern gibt. Darüber das Großeltern drum kämpfen müssen und auch wollen (!!) ihre Enkelkinder zu sehen.  Meine Nachbarin schreibt ihrer Enkeltochter jedes jahr zum Geburtstag rührende Briefe mit Kontaktangeboten.

Ich war noch ein Kind als ich nie wieder was von ihr hörte. Nicht an meinen Geburtstag,  nicht zu Weihnachten oder Ostern . Einfach nie wieder. Sie hat mich vergessen und verdrängt.

 

Jetzt ist sie nicht mehr da. Meine Oma. Einfach ohne Erklärung hat sie die Welt verlassen. So wie sie schon seit 14 Jahren mich und das Oma-Sein verlassen hat. Ich hätte irgendwie sehr gerne mal ihre Version der Geschichte gehört. Was ich ihr getan habe.  Was los war.

Doch das ging nicht . Seit einem mysteriösen Treppensturz im Sommer lag sie im Koma. Seit 3 Wochen wussten wir das es zu Ende ging. Ich wollte sie gar noch mal im Pflegeheim besuchen , das fremdeln vom wutz verhinderte dies . Es hätte sicher auch nichts gebracht. Sie hätte keine Antworten für mich gehabt.

Nun ist sie gestorben . Ich versuche andauernd an irgendwas nettes das sie betrifft oder getan hat zu denken. Aber mir fällt partout nichts ein. Nur diese Weihnachtsstory. Und die anderen Sachen die ich schrieb.

Ich hätte vielleicht doch versuchen , mehr versuchen sollen, einen Kontakt zu ihr zu finden. Denn sie war wirklich eine tolle Oma – für meinen Cousin . Genau wie man sich eine Oma immer vorstellt. Hatte immer essen und Süßigkeiten für ihn und steckte ihm alle Nase lang Geld zu. Sie machten tolle Ausflüge und sie war immer für ihn da. …Mehr wollte ich doch auch nicht…

Finde deinen Frieden.

 

noch nicht ganz 8 Monate alter Wutz (6 Tage vorher)

Ach mein kleiner Schatz. Ich hab dich (nur virtuell bzw nur was Berichte angeht) ziemlich vernachlässigt. Und leider hab ich auch das Meiste wieder vergessen und ich hoffe ich kann es irgendwann in meinen Tweets mal nachforschen und nachtragen. Ich weiß nur noch, relativ aktuell, dass eigentlich nahezu ALLES was in dem 8. Monatsbericht der Erna stand, bereits im 6. Monatsbericht auf dich zugetroffen hat. Sowohl was deinen Schlaf angeht, als auch deine Mobilität, weil du dich drehen konntest. Und generell hab ich bei nahezu jeden Satz der bei der Erna stand nickend da gesessen.

Ansonsten sammel ich jetzt mal ein paar Fakten hier zusammen.
Die Nächte sind sehr abwechslungsreich. Bis zu 2 Tage hintereinnander sind sie eigentlich richtig mies, alle 20 Minuten schreckst du schreiend hoch und ich bin total am Ende. Immerhin, und das rechne ich dir echt hoch an, musste ich mit dir sehr viel (SEHR VIEL!) weniger nachts laufen/dich tragen. Eigentlich von Beginn an, mit Erna musste ich ja immer nachts Runde um Runde laufen, bis meistens Punkt 2 Uhr. Bei dir bin ich höchstens mal 10 Minuten gelaufen. „Schlimm“ war es nur die ersten 3 Monate. Jetzt muss ich auch noch ein paar Mal , bei diesen seltsamen Nächten, aufspringen und weil ich verwöhnt von dir bin, fällt es mir sehr schwer. Du krümmst dich dann vor Bauchweh (warum??) und /oder Zahnweh (?eigentlich nicht).  Meistens jedoch lässt du dich schnell beruhigen. Du liegst unheimlich gern seitlich (8 Monatsbericht Erna 😉  ) in meine Richtung, mit bohrenden Zehen in meinen Bauch und ganz ganz dicht an mich dran. Auch generell brauchst du oft meine Nähe beim schlafen, manchmal umschlingst du mich sogar richtig fest mit deinen Armen und wenn ich mich wegschleichen will dann wirst du sofort wach 😛
Jede 3. Nacht hingegen ist total gut und ich wache dann morgens irgendwann geschockt auf und muss (leider…) erstmal gucken ob du noch lebst- das ist leider echt ein schlimmer Herzschockmoment, weil du so ganz still und ruhig da liegst.

Du schiebst dich fröhlich rückwärts durch die Gegend (schon ne Weile), bist aber so langsam echt gefrustet, weil du gerne vorwärts magst. Du bist inzwischen im Vierfüßler und wippst auch fleißig mit dem Popo vor und zurück. Fällst dann aber meistens (aua aua) auf deine Nase.

Du bist eine unglaublich fröhliche Grinsebacke und eigentlich nur am kichern, lachen, lächeln. Du hast 2 ganz entzückend süße Grübchen und überhaupt bist du ein wunderhübscher Junge. Deine dunklen Haare sind alle vollständig verschwunden und du hast jetzt ganz viele ganz blonde, wie deine Schwester auch schon. Dein Haarwachstum ist echt extrem 😛

Du trinkst für dein Leben gern Wasser. Am besten aus dem Glas. Brei ist so überaupt (!!) gar nicht dein Fall und wir stillen und stillen und stillen. Ja das nervt mich ziemlich. Denn inzwischen, trotz noch nicht durchgebrochener Zähne, man spürt sie bereits sehr deutlich (ich tippe übrigens auf den 10.10. für den ersten Zahn) und du beißt auch sehr gerne mal in die BW und das tut UNFASSBAR schrecklich weh… Glücklicherweise merkst du dann immer Recht schnell das du so nix raus kriegst und dann geht es wieder…
Wenn du trinkst, dann spielst du unheimlich gern während dessen mit der anderen Br*ust und vor allem zwirbelst du die dortige BW… *autschen*
Immerhin hast du jetzt das mit dem BLW raus und greifst oder nimmst dir fröhlich alles was nach essen aussieht oder was man dir anbietet. Das wird dann auch gleich gemampft. Bei der Cocktailtomate neulich war es echt krass, du hast sie aufgebissen und dich dann aber so richtig vor Ekel schütteln müssen, sowas hab ich echt noch nie gesehen :O 😀 Sorry dafür. Auch Banane ist gar nicht deins. Dafür Gurke, Paprika, Nudeln, Kartoffel ist schon wieder so lala. Schupfnudel hast du auch gern gegessen. Sonst eigentlich noch nicht so viel.

Du bist so ein richtiges Baby, ich weiß nicht, Erna war da glaube nie so. Du freust dich unheimlich daran wenn du eine Rassel in der Hand hast und die dann rasselt, weil DU deine Hand bewegst :D:D:D Das ist toll. Du liebst es Krach-. äh Musik, zu machen. Vor allem auf dem Xylophon. Du greifst dir dann den Schlagstock und haust mächtig drauf. Auch auf der Trommel. 😀 Ansonsten gibt dir Spielzeug nicht so viel, eine zeitlang warst du nur im sitzen vor so blinkendem und lautem (pädagogisch gar nicht wertvollem) Spielzeug zu beruhigen.
Ach ja. Du sitzt. Schon bestimmt nen ganzen Monat. Wenn Gefahr droht das du umkippen könntest, dann kannst du dich selber halten. Alles gut. Trotzdem versuche ich dich so oft es geht auf den Bauch zu legen, siehe Kapitel Krabbeln.
Achja, wie schon deine Schwester hast auch du dein auf den Bauch drehen verbissen in der Nacht im Bett IM Schlafsack geübt bis du es konntest 😀

Du winkst. Also zumindest klappt es in 90 Prozent der Aufforderungsfälle und wenn man es dir vormacht. Du hebst dann beide Arme bzw. Hände dazu 😀

Du weißt wer Mama, Papa und Erna ist. Wenn man fragt, wo ist der Papa, dann blickst du direkt zu ihm. Das klappt immer und auch mit jeder anderen der genannten Personen. Du bist SO schlau, wenn ich dich bitte das Licht anzumachen, dann beugst du dich zum Lichtschalter und versuchst drauf zu drücken 😀 Wenn du ihn dann gedrückt hast (mit meiner Hilfe) freust du dich wie ein Kullerkeks. ❤

Kuschlig bist du so gar nicht. Leider. Dafür fängst du gerade an, Küsse zu verteilen 😀

Wenn dein Papa heim kommt, dann drehst du durch. Er muss dich dann SOFORT auf den Arm nehmen, tut er das nicht, musst du ganz böse anfangen zu weinen.

Was auch auffällt, es ist echt erschreckend wie exakt du aussiehst wie deine Schwester in deinem Alter. Als sie ihren Kitaabschied hatte bekamen wir das Fotoalbum mit, dort ist ein Bild als Erna 7 Monate alt war und auf unsere Couch saß. Und die Ähnlichkeit ist wirklich krass!! Als ob DU das wärst, aber in rosa geringelten Strumpfhosen 😀 Hammer, echt.
Ich hoffe auch wirklich das ist der Grund dafür, dass ich nachts immer noch ganz oft denke „sie“ wenn ich dich meine….

Inzwischen machst du sogar Mittagschlaf wenn man dich lässt. Bis zu 2 Stunden. DAS ist auch für mich ein Träumchen weil ich so wirklich zu etwas komme.
Denn bis auf die ersten 3 Monate, als es unheimlich chillig war, weil du eigentlich entweder Vormittag oder Nachmitag komplett verschlafen hattest, warst du vor allem eines. Wach. Immer. Ständig.

Nuckeln kannst du immer noch gar nicht, auch wenn es besser wird und wenn wir dir regelmäßig einen geben würde, würde es sicher werden. Machen wir aber nicht 😛
Dafür kannst du deine Zunge drehen oder rollen oder umklappen. Wie auch immer man dazu sagt. Und zwar in beide Richtungen  😀

Deine Augen sind blau. Same Same wie bei deiner Schwester. Ich glaub auch nicht mehr dran das irgendeines meiner Kinder auch grüne Augen bekommt.. Dann eben beide hellblau. Meintwegen 😀

Du freust dich total, wenn einer (deine Schwester oder ich) sich vor dir zum kasper machen und tanzen 😀

Du hast auch dein persöniches Spielzeug entdeckt und direkt nach Windelöffnung wandert die Hand direkt dort hin. Das ist gerade bei großen Geschäften echt eklig bzw. eine Herausforderung erst mal was sauber zu machen. 😀

Außerdem bist du eigentlich auch ein Langschläfer. Nur leider kannst du das kaum. Armes Geschisterbaby. Manchmal ist das echt doof so als kleiner Bruder. Alles was deine Schwester hat ist für dich natürlich TOTAL interessant, sobald du dir jedoch was geangelt hast und es gerade untersuchen willst, kommt Madame- reißt es aus deinen Händen und schreit „Das ist MEINS, ich will nicht teilen“…. Wir üben noch 😀
(es ist für euch beide nicht leicht)

Was du aber machst, das hat Erna nie gemacht, du entdeckst Schubladen und ÖFFNEST sie. Und öffnest und schließt und öffnest und schließt 😀 Das ist echt cool. Erna war ja immer so ein sehr sehr vorsichtiges Baby und Kind 😀

Mein kleiner Schatz, ich hab keine Zeit mehr, aber ich liebe dich sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr unendlich sehr sehr sehr. Für immer und ewig. <3<3<3<3